Bei den Klippschliefer in Südafrika

„Da ist ein Klippschliefer!“ hörte ich aus der Ferne rufen.

Wie? Wo? Was?

Genau so erging es mir nachdem ich nach einer etwa dreistündigen Wanderung auf den Tafelberg in Südafrikas wunderschönem Kapstadt gedankenverloren und glücklich in die Ferne schaute.

Klippschliefer

Zugegeben. Afrikas Tierwelt mit den „Big Five“ wie Elefanten, Büffel, Leoparden, Löwen und Nashörnern ist mir natürlich bekannt.

Aber einen Klippschliefer kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Neugierig schaute ich über die Steinmauer den Tafelberg hinab.

Da war nichts.

Und nach was muss ich eigentlich Ausschau halten?

Ich schaute mich etwas um und ja. Da war eine Informationstafel.

Ah ja.

So sieht also ein Klippschliefer aus.

Klippschliefer

Jeder Südafrikaner mag da jetzt wohl den Kopf schütteln. Wie kann es sein, dass man noch nie von einem Klippschliefer gehört hat?!

Man lernt ja nie aus.

Zunächst sah ich außer der Informationstafel erst einmal gar nichts. Ich suchte aber entlang der Steinmauer weiter um doch noch einen Blick auf einen echten Klippschliefer werfen zu können.

Mit Erfolg.

Wie konnte ich nur so unwissend und ignorant sein?

Sie sind zwar klein, aber schon irgendwie putzig und niedlich.

Und ihr Auftreten hat mich sofort imponiert.

Sie erinnern mich vom Äußeren her ein wenig an Meerschweinchen, Hamster und mit etwas Vorstellungskraft auch an Hasen (zumindest von der Größe her).

Doch in der Tat sind seine nächsten Verwandten nicht Meerschweinchen, Hamster oder Hasen.

Nein.

Seine nächst lebenden Artverwandten sind Elefanten und Seekühe!

Ich dachte dann nur noch: Dann wird es jetzt aber mal Zeit, dass ich mehr über die Klippschliefer erfahre.

Klippschliefer

Meine erste Anlaufstelle wenn ich etwas über eine Tierart wissen möchte ist Arkive. Ich fasse zusammen:

Der Klippschliefer (Procavia capensis) ist etwa meerschweinchengroß. Seine Fellfarbe variiert, liegt aber eher so bei braun und grau. Ihre Fußsohlen sind an sein felsiges und steiniges Habitat so angepasst, dass er sich problemlos in seinem Lebensraum bewegen kann. Der Klippschliefer erreicht eine Länge von knapp 60 Zentimeter und wiegt um die 5 Kilogramm. Er ernährt sich von Pflanzen wie Gräser, Sprossen, Knospen, Früchte oder Beeren. Er ist auch ein sehr geselliges Tier und lebt in Gruppen von durchschnittlich 2 bis 26 Individuen. Eine Gruppe besteht dabei in der Regel aus einem Männchen und mehreren Weibchen mit ihrem Nachwuchs. Manchmal lebt noch ein weiteres, aber zweitrangiges Männchen in der Gruppe.

Der Klippschliefer ist auch ein sehr ruffreudiges Tier. Sie rufen vor allem dann wenn Gefahr droht. Meistens hält das Männchen oder eines der Weibchen Wache wenn die anderen beim Fressen sind oder sich in der Sonne wärmen. Droht Gefahr, warnt das wachende Männchen oder Weibchen mit ihren Rufen die restliche Gruppe.

Ich habe keinen Klippschliefer während meiner Zeit in Südafrika rufen hören.

Auf Englisch sind Klippschliefer übrigens eher unter dem Namen „dassie“ bekannt.

Aber warum ist der Klippschliefer am nächsten mit dem Elefanten und der Seekuh verwandt?

Die Antwort liegt in der DNA.

Elefant, Seekuh und Klippschliefer sind sich äußerlich zwar nicht sehr ähnlich, aber dafür ihre DNA die sie von ihrem gemeinsamen Vorfahren geerbt haben.

Bei den Klippschliefer auf dem Tafelberg

Es ist nicht verwunderlich einen Klippschliefer auf dem Tafelberg zu begegnen. Denn sie sind Felsenbewohner. Sie bevorzugen arides (trockenes) und felsiges Terrain. Außerdem sonnen sie sich gern um sich aufzuwärmen. Auf dem Tafelberg bekommen sie Sonne satt.

Klippschliefer

Als ich auf dem Tafelberg war habe ich nur ein paar einzelne Klippschliefer gesehen. Also keine großen Gruppen.

Von einer Steinmauer herab konnte ich dann auch noch ein Tier fotografieren.

Klippschliefer

Eigentlich fotografiere ich Tiere lieber auf Augenhöhe, aber dort war es mir einfach nicht möglich.

Bei den Klippschliefer im Tsitsikamma Nationalpark

Ein weiterer Ort wo man hervorragend Klippschliefer beobachten kann ist der Tsitsikamma Nationalpark.

Den Tsitsikamma Nationalpark habe ich zwei Mal besucht. Beim ersten Mal war ich dort, weil ich die Möglichkeit bekommen hatte mit einer Delfinforscherin den ganzen Tag auf einem Boot zu verbringen. Schon beim ersten Mal im Tsitsikamma Nationalpark vielen mir dort die atemberaubenden Landschaften auf.

Klippschliefer

Nach meinem ersten Besuch dachte ich mir: Hierher muss ich wieder kommen.

Jedenfalls hatte ich vor der Abfahrt mit dem Boot noch einen Klippschliefer entdeckt, der es sich auf dem Geländer einer Treppe gemütlich gemacht hatte.

Klippschliefer

Er schien sich von mir und meiner Kamera nicht zu stören.

Ruhig und gelassen blieb er sitzen und schien sich nur zu wundern warum da jetzt jemand mit so einem Gerät vor ihm steht. Ich bin dann aber gleich wieder los, weil ich ihn nicht aus seiner Ruhe und Gelassenheit bringen wollte. Nachdem ich den Klippschliefer noch ein Weilchen aus der Ferne beobachtet hatte, bin ich dann auf das Boot.

Beim zweiten Mal hatte ich noch mehr von ihnen gesehen.

Das besondere daran war dieses Mal, es war nicht nur einer. Nein. Es war sogar eine Familie dabei!

Klippschliefer

Zwar hatten sie sich hinter einem Baum versteckt, aber man konnte von weitem doch noch ein bisschen beobachten wie die Mutter ihre Jungen säugte und ein Männchen (?) über sie wachte.

Große Gruppen habe ich im Tsitsikamma Nationalpark zwar auch nicht gesehen, aber immer wieder vereinzelte Tiere.

Mal auf einem Baum…

Klippschliefer

Klippschliefer

… und mal auf felsigem Terrain. Also da wo sie sich wohl fühlen.

Klippschliefer

Durch die Anwesenheit der Besucher des Tsitsikamma Nationalparks scheinen sie sich nicht vom Fressen abhalten zu lassen.

Der Tsitsikamma Nationalpark hat mich neben den Klippschliefer vor allem auch wegen seiner Landschaften überwältigt.

Meer und grüne, felsige Schluchten prägen das Landschaftsbild. Ich hätte dort Stunden dem Meer zuschauen können…

Klippschliefer

Richtig Spaß hat mir auch eine Canopy Tour in den Baumwipfeln des Tsitsikammas gemacht. Nur sollte man da nicht gerade Höhenangst haben!

Klippschliefer

Die Canopy Tour ist auch für Vogelbeobachter nicht ganz uninteressant. Die Tourguides kennen sich mit der südafrikanischen Vogelwelt sehr gut aus und können die Vögel benennen. Besonders oft haben wir einen Knysna-Turako gesehen und gehört.

Aber einen Klippschliefer haben wir so weit oben nicht gesichtet. Das ist dem Klippschliefer mit Sicherheit zu weit oben.

4 Kommentare

    1. Liebe Jenny,

      Danke für deinen Kommentar 🙂

      Da hast du Recht. Dassies sind einfach nur süß 😉 Sie sind wunderbar und ich hätte ihnen stundenlang einfach nur zuschauen können…

  1. Hallo liebe Tanja,

    du hast einen wunderbaren Blog mit Themen, die wie für mich gemacht sind. Und dann bin ich eben auch noch über deinen Klippschlieferbeitrag gestolpert. „Pimbis“ so heißen sie auf Swahili/Kisuaheli in Ostafrika und ich habe mich dort auch unsterblich in sie verliebt. Vielleicht auch weil sie meinen Meerschweinchen sehr ähneln. Deine „Pimbi“Fotos auf Augenhöhe sind dir wirklich gut gelungen.
    Liebe Grüße
    Anne

    1. Liebe Anne,
      Danke für deinen lieben Kommentar. Jetzt habe ich was neues dazu gelernt 🙂 Ich wusste nicht, dass die Klippschliefer in Ostafrika „Pimbis“ heißen… Irgendwie passt der Name richtig gut zu ihnen… 😉

      Ich freue mich natürlich sehr, dass du auf meinem Blog Themen gefunden hast, die dich interessieren. Mein Beitrag zur Fotoparade kommt noch. Ich hoffe, dass auch dieser Beitrag für dich interessant wird.

      Liebe Grüße,
      Tanja

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