In den letzten Jahren sind Mönchssittiche in Málaga zu einem vertrauten Anblick geworden. Die auffälligen grünen Papageien haben sich gut an das Stadtleben angepasst und sind besonders in Parks und an Palmen zu sehen. Ihr lautes Kreischen prägt mittlerweile das Klangbild der Stadt. Ich habe die Stadt letzten Oktober besucht und ließ mich von den Vögeln begeistern.
Die Stadt Málaga
Kann man in einer Stadt wie Málaga überhaupt gut Vögel oder andere Tiere beobachten? Diese Frage ließ mich nicht los, als ich meine Reise nach Spanien plante. Ehrlich gesagt hatte ich Málaga zunächst gar nicht auf dem Schirm. Mein eigentliches Ziel war Tarifa, wo ich Wale und Delfine sehen wollte, sowie der Nationalpark Doñana, in dem ich auf riesige Flamingoschwärme hoffte. Málaga sollte lediglich der Ausgangspunkt meiner Reise sein.
Da ich ungern ankomme und sofort weiterreise, beschloss ich, zwei Nächte in Málaga zu verbringen. Zwei Nächte und einen Tag sind nicht viel, um eine Stadt richtig kennenzulernen – und anfangs weiß man natürlich nicht, wo sich gute Plätze zur Vogelbeobachtung befinden. Und wenn man darüber hinaus bestimmte Orte in Málaga auch noch besuchen möchte, ist das mit der Zeit nicht unbedingt einfach.
Doch rückblickend bin ich sehr froh, dass ich mir nach meiner Anreise in Spanien in Málaga einen Zwischenstopp gegönnt habe.
Was ich überhaupt nicht erwartet hatte, waren die vielen Mönchssittiche in Málaga. Überall begegnete ich den quirligen, grünen Papageien – ein wunderbarer und völlig überraschender Anblick.
Weil ich auf meinem Blog mit großer Begeisterung über Vögel und andere Tiere schreibe, hatten die Mönchssittiche in Málaga für mich einen ganz besonderen Reiz. Im nächsten Abschnitt gehe ich ausführlich auf sie ein – doch zuerst möchte ich Málaga selbst ein wenig näherbringen.
An meinem Tag in Málaga zeigte sich das Wetter von seiner schönsten Seite: sommerlich warm, bis zu 26, 27 Grad, kein Regen in Sicht und nur ein leichter Wind, der angenehm durch die Stadt wehte. Genau richtig für einen Besuch Ende Oktober – viel angenehmer als der drückend heiße andalusische Sommer (den ich ein paar Jahre zuvor schon erleben durfte).
Da ich erst am Tag zuvor angekommen war, startete ich den Morgen ganz entspannt. Mein erstes Ziel sollte die Burg Gibralfaro sein, die einen herrlichen Ausblick über die Stadt versprach.
Die Burg Gibralfaro ist eines der markantesten Wahrzeichen von Málaga. Auf Spanisch heißt die Burg Castillo de Gibralfaro. Der Name „Gibralfaro“ geht übrigens auf das Arabische zurück und bedeutet so viel wie “Berg des Leuchtturms“. Um die Burg besichtigen zu können, muss man einen steilen Weg hochlaufen. Ja, es war anstrengend, aber der Weg lohnt sich auf alle Fälle.
Die Burg erhielt ihre heutige Form im 14. Jahrhundert und diente damals dazu, die darunterliegende Alcazaba sowie die Stadt besser zu schützen. Heute kann man über die Wehrmauern schlendern und herrliche Panoramablicke genießen – auf die Alcazaba tief unten, auf die Kathedrale und die umliegende Stadt. Auch ich ließ mich von diesem Ausblick begeistern und schlenderte entlang der Mauern.
Von der Burg Gibralfaro konnte ich zudem die Stierarena sehen – ein Ort, ein Gebäude, von dem ich mir nur wünschen konnte, dass es ihn nicht gäbe. Schon von oben wirkte er auf mich bedrückend, und ich konnte nicht umhin, an die Tiere zu denken, die dort ihr Schicksal erleiden.
Wer sich näher für die Geschichte der Festung interessiert, kann im kleinen Ausstellungsraum noch einiges entdecken. Auch entlang des Weges gibt es Informationen zu besonderen Pflanzen wie Feigen- und Olivenbäumen, die hier gedeihen. Ich selbst halte mich an dieser Stelle bewusst kurz, denn im nächsten Abschnitt soll es vor allem um die Mönchssittiche in Málaga gehen.
Die Burg Gibralfaro und das Alcazaba sind übrigens nicht miteinander verbunden. Nach meinem Besuch der Burg Gibralfaro machte ich einen kleinen Spaziergang und spazierte einen kleinen Hügel in der Nähe der Burg hoch. Es waren weitere wunderschöne Ausblicke.
Danach machte ich mich auf den Weg hinunter, denn ich wollte die Alcazaba besuchen. Schon beim Spaziergang nach unten hörte ich plötzlich das schrille Geschrei von Papageien – und kurz darauf entdeckte ich ein Nest von Mönchssittichen! Ein nun wirklich unerwartetes Ereignis.
Ich hatte das Gefühl, dass dort nicht nur ein Mönchssittichpaar wohnte. Faszinierend blieb ich eine Weile stehen und beobachtete die Mönchssittiche in Málaga, wie sie quirlig zwischen den Ästen hin und her huschten. Leider hatte ich mein großes Objektiv für Vogelfotografie nicht dabei, also fasste ich den Plan, nach meinem Besuch der Alcazaba noch einmal zurückzukehren, um bessere Aufnahmen zu machen.
Zunächst verabschiedete ich mich von den Mönchssittichen und machte mich auf den Weg zur Alcazaba. Es war bereits Mittag, und vor dem Eingang hatte sich eine lange Schlange gebildet. Sollte ich wirklich noch hinein? Normalerweise meide ich Orte mit vielen Menschen, aber ich hatte bereits ein Ticket für die Alcazaba auf der Burg Gibralfaro gekauft. Also stellte ich mich an – mit dem Vorteil, dass man mit vorab gekauftem Ticket die Wartenden umgehen konnte.
Information: Für den Besuch der Burg Gibralfaro und des Alcazabas habe ich 10 Euro Eintritt bezahlt. Einzeln kosten die Tickets jeweils 7 Euro, zusammen kommt man also günstiger weg. Wer die aktuellen Eintrittspreise erfahren möchte, findet alle Informationen auf der offiziellen Webseite.
Für das Alcazaba nahm ich mir etwas weniger Zeit, denn ich wollte unbedingt auch noch die Mönchssittiche in Málaga etwas länger beobachten. Außerdem hatte ich vor, noch zum Desembocadura del Guadalhorce zu gehen, wo man angeblich viele Vögel entdecken kann – es stand also ein voller Tag bevor.
Das Alcazaba liegt am Fuß des Gibralfaro-Hügels und stammt aus dem 11. Jahrhundert. Einst diente es muslimischen Herrschern als Residenz. Beim Rundgang durch die Anlage führt der Weg durch mehrere Tore, Innenhöfe und Gärten, und mir fielen dabei viele kleine Details auf, die der Anlage ihren besonderen Charme verleihen.
Nach meinem Besuch der Alcazaba widmete ich mich den Mönchssittichen und machte mich anschließend auf den Weg zur Desembocadura del Guadalhorce (mehr dazu im letzten Abschnitt). Am Abend, als die Sonne langsam unterging, schlenderte ich noch einmal durch die Stadt. Immer wieder blieb ich stehen, bewunderte die bunten Häuserfassaden und die Alcazaba, die im warmen Licht golden leuchtete. Auch die Kathedrale wirkte besonders schön in diesem sanften Abendlicht. Hier noch ein paar fotografische Eindrücke von der Stadt.
Eine weitere Besonderheit am Abend in Málaga sind die Schlafbäume der Stare. Mit der Dämmerung sammeln sich die Vögel in kleinen Schwärmen über den Plätzen und lassen sich schließlich dicht gedrängt in den Bäumen nieder. Ihr lautes Zwitschern und Rascheln verleiht der Stadt eine angenehme Atmosphäre neben dem Autolärm.
Im nächsten Abschnitt erzähle ich mehr über die Mönchssittiche in Málaga.
Information: Wenn du mehr über meine weitere Reise in Spanien erfahren möchtest, wirf gerne einen Blick in meine Beiträge über die Delfine und Vögel in Tarifa – oder über die Berberaffen in Gibraltar. Nach meinem Aufenthalt in Málaga führte mich meine Reise außerdem noch in den Doñana-Nationalpark, wo ich zahlreiche weitere Vogelarten entdecken konnte.
Mönchssittiche in Málaga
Wenn mich in Málaga etwas überrascht hat, dann waren es die vielen Mönchssittiche (Myiopsitta monachus). Schon auf dem Weg zur Burg Gibralfaro schwirrten zahllose von ihnen über meinen Kopf hinweg. Mit ihren durchdringenden Rufen machten sie unmissverständlich auf sich aufmerksam – überhören konnte man sie wirklich nicht. Lebhaft und quirlig zogen sie ihre Bahnen über der Stadt.
Ganz unbekannt waren mir die Mönchssittiche allerdings nicht; im Pantanal war ich ihnen bereits in großer Zahl begegnet.
Information: Falls du mehr über die Mönchssittiche im Pantanal oder über das Pantanal allgemein erfahren möchtest, wirf doch einen Blick in einen meiner früheren Blogbeiträge. Dort berichte ich ausführlich über meine Reise in diese faszinierende Region.
Ursprünglich stammt der Mönchssittich aus Südamerika, doch inzwischen hat er sich weit über seinen natürlichen Lebensraum hinaus ausgebreitet. Heute kommt er unter anderem in den USA sowie in West- und Südeuropa vor. Auch in Barcelona bin ich bereits mehreren dieser lebhaften Papageien begegnet.
Ein Blick auf iNaturalist zeigt sogar, dass Mönchssittiche mittlerweile auch auf den Kanaren und auf dem afrikanischen Kontinent gesichtet wurden – bisher in Ceuta und Melilla, die politisch zu Spanien gehören, sowie in Tanger (Marokko). Darüber hinaus gibt es zahlreiche Beobachtungen aus Israel (Stand 28. Dezember 2025).
Wie es scheint, sind Mönchssittiche äußerst anpassungsfähige Papageien: Vereinzelt wurden sie sogar in Taiwan und Hongkong gesichtet. Auch in Singapur scheinen sich mittlerweile einige Tiere etabliert zu haben. Und damit nicht genug – selbst in Melbourne, Australien, wurden bereits Mönchssittiche beobachtet. Die Informationen zu ihrer weltweiten Verbreitung stammen von iNaturalist, wo darauf hingewiesen wird, dass die Ausbreitung hauptsächlich durch menschlichen Einfluss begünstigt wurde.
So reizvoll die farbenfrohen Vögel auch anzusehen sind, sie stammen ursprünglich aus Südamerika und könnten in ihren neuen Lebensräumen potenziell einheimischen Arten Ressourcen streitig machen. Einer Studie zufolge leben inzwischen mehr als 20.000 Mönchssittiche in acht europäischen Ländern. Die Untersuchung stammt zwar aus dem Jahr 2019, zeigt jedoch, dass sich die Bestände – insbesondere im Mittelmeerraum – exponentiell vergrößern. Die Wissenschaftler:innen plädieren daher dafür, die Ausbreitung des Mönchssittichs genauer zu kontrollieren.
Information: Falls du mehr über diese Studie erfahren möchtest, dann findest du diese hier: Postigo et al. (2019), Mediterranean versus Atlantic monk parakeets Myiopsitta monachus: towards differentiated management at the European scale, Pest Management Size, Jahrgang 75, Ausgabe 4, Seiten 915-922.
Nichtsdestotrotz, obwohl Mönchssittiche eigentlich in Südamerika beheimatet sind, freute ich mich schon sie in Málaga beobachten zu können. Nach meinem Besuch der Burg Gibralfaro und einem kleinen Spaziergang auf einem Weg um die Burg, der mich auch wieder nach unten führte wo ich ein Nest von Mönchssittichen beobachtete, besuchte ich zunächst das Alcazaba und ging danach zunächst zurück zum Hostel, um meine Kamera mit Objektiv (Brennweite: 150-600mm) zu holen, da ich mir ein paar schöne Fotos von den Mönchssittichen in Málaga erhoffte.
Ich hatte Glück. Die Mönchssittiche waren noch da als ich zurückkam.
Gemütlich saßen sie auf Ästen, schliefen oder putzten sich.
Ich konnte nicht genau erkennen wie viele es nun waren. Es waren mindestens sechs Mönchssittiche. Sie waren etwas verstreut. Auch flog hier und da mal ein Mönchssittich weg oder einer kam dazu.
Einer saß etwas weiter weg von den anderen etwas versteckt hinter einem Ast. Hinzu kam, dass er sich putzte, so dass ich vor allem sein Hinterteil nur sehen konnte.
Er blickte in meine Richtung. Beobachtete er mich etwa? So wie ich ihn?
Ein anderer Mönchssittich schien sich mehr auf die Nahrungssuche zu konzentrieren. Er knabberte an einer Rinde. Hauptnahrung der Mönchssittiche sind übrigens Samen, Blattknospen oder Früchte.
Von unten konnte ich seine Zunge sehen.
Doch lange blieb der Mönchssittich nicht auf dem Ast. Er schien nichts gefunden zu haben. So kletterte er einen weiteren Ast nach oben. Auch Klettern war für die Mönchssittiche eine Form sich im Baum fortzubewegen.
Oben angekommen suchte er fleißig weiter nach Essbarem. Das war sehr schön zu beobachten.
Zu erkennen sind Mönchssittiche vor allem an ihrer Gefiederfärbung. Während die Oberseite überwiegend grün ist, sind Gesicht und Brust weißlich bis gräulich. Für einen Papagei typisch ist ein langer Schwanz. Natürlich haben auch die Mönchssittiche diesen typischen langen Papageienschwanz. Der Schnabel eines Mönchssittich ist eher hellbräunlich bis rosafarben.
Die Flügelunterseiten sind grau.
Wichtig anzumerken ist hierbei – Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt und äußerlich kaum zu unterscheiden. Zwar sind Weibchen etwas kleiner als Männchen, aber möchte man sicher das Geschlecht eines Mönchssittich bestimmen, sollte beispielsweise ein DNA- oder Blut-Test herangezogen werden. Es sei denn man hat die Möglichkeit eine Gruppe Mönchssittiche regelmäßig zu beobachten, um über Beobachtungen eventuell das Geschlecht zu bestimmen.
Aber als Laie kann man nur raten. Handelt es sich hier um Weibchen und Männchen? Oder sind es nur Weibchen oder nur Männchen?
Tja, ich kann das nicht sagen.
Ich vermute es handelte sich bei den beiden vorderen Vögeln um ein Pärchen. Mönchssittiche sind sehr gesellige Tiere und leben in teils großen Kolonien. Doch dennoch bilden sich Pärchen untereinander, die zusammen brüten.
Ich dachte, vielleicht handelte es sich hier um ein Pärchen, weil der eine Mönchssittich etwas zu knabbern für den anderen Mönchssittich besorgt hatte. Der zog das Knabberzeug weg und ließ es auf den Boden fallen. Die Interaktion zwischen den beiden war noch nicht zu Ende. Der eine Papagei schien noch etwas im Schnabel zu haben, das er dem anderen Mönchssittich in den Schnabel stecken wollte.
Information: Falls du noch mehr über andere Papageien lesen möchtest, die ich auf meinen Reisen entdecken konnte, vielleicht könnte dich mein Besuch im Parque das Aves in Brasilien interessieren? Oder vielleicht möchtest du lesen, welche Papageien ich in Ouro Preto – eine Stadt im brasilianischen Minas Gerais – sehen konnte?
Auch bei den anderen Vögeln, die sich friedlich putzten, war es schwierig zu erkennen, wer nun Weibchen und wer Männchen war.
Über mir machte es sich schließlich ein weiterer Mönchssittich bequem. So nah hielt sich sonst kein Mönchssittich bei mir auf.
Das war daher ein sehr schöner Moment. Vielleicht sah der Mönchssittich in mir keine Gefahr.
Auch er war recht aktiv und knabberte hier und da.
Das waren wirklich sehr schöne Beobachtungen, weil kein Vogel vor mir Angst zu haben schien.
Ich dachte bereits ans weitergehen, weil ich ja noch vorhatte, die Desembocadura del Guadalhorce zu besuchen.
Als ich ans Zusammenpacken dachte, schien sich jedoch in der Gruppe Bewegung breit zu machen. Einige der Mönchssittiche verließen die Bäume und flogen Richtung Nest.
Das war natürlich spannend. Da konnte ich nicht einfach zusammenpacken...
Das Nest, das ich sah, hatten die Mönchssittiche in einem Baum gebaut. Eine Palme fand sich auch in der Nähe. Dort beobachtete ich die Mönchssittiche in Málaga auch hin und her fliegen.
Besonders schön war natürlich auch zu beobachten, wie die Mönchssittiche Äste für die Nester herholten.
Während die einen bauten und nach weiteren Ästen suchten, schienen die anderen nur zuzugucken.
Was den Nestbau betrifft, sind Mönchssittiche etwas Besonderes. Papageien sind nämlich in der Regel Höhlenbrüter. Aber nicht der Mönchssittich. Sie bauen große Gemeinschaftsnester aus Ästen. Diese bauen sie oft in Bäumen oder Palmen, aber auch auf Handymasten oder Strommasten. Ein Nest im Gemeinschaftsnest wird jeweils von einem Paar bewohnt.
Ich beobachtete noch ein wenig die Mönchssittiche wie sie vor ihren Nestern interagierten, entschloss mich dann aber nach einer gewissen Zeit zu gehen. Denn ich wollte ja noch die Desembocadura del Guadalhorce besuchen. Ich hatte also noch einiges vor...
Weitere Tiere die ich in der Nähe der Mönchssittiche in Málaga dort in der Gegend beobachtete waren eine Türkentaube (Streptopelia decaocto) und ein Eichhörnchen (Sciurus vulgaris).
Ansonsten war es eher ruhig an dem sonnigen und warmen Oktobernachmittag.
Somit spazierte ich wieder Richtung Zentrum wo mein angemietetes Fahrrad stand. Ein Fahrrad hatte ich zu dem Zeitpunkt schon angemietet, so dass ich nach meinem Besuch direkt zur Desembocadura del Guadalhorce weiterfahren konnte.
Bevor ich im nächsten Abschnitt weiter auf diesen besonderen Ort eingehe, habe ich hier nochmals was zu den Mönchssittichen zu schreiben. Denn auf meinem Rückweg von der Desembocadura del Guadalhorce wieder zurück Richtung Zentrum, entdeckte ich eine größere Gruppe Mönchssittiche. Zunächst entdeckte ich nur vereinzelt Mönchssittiche...
... doch es wurden nach und nach immer mehr.
Aufmerksam wurde ich durch die lauten, kreischenden Rufe der Mönchssittiche.
Sie waren eindeutig auf Nahrungssuche, so wie sie im Gras herumpickten.
Diese Mönchssittiche in Málaga waren natürlich auch scheu. Zu nah konnte ich mich neben ihnen nicht aufhalten, aber sie waren nicht so scheu, dass ich nicht hätte Nahaufnahmen machen können, da ich ja mein großes Objektiv mit dabei hatte.
So konnte ich noch besser ihre dunkelbraune Iris und ihre grauen Augenringe sehen.
Wenn das Licht auf ihr Gefieder fiel, leuchtete es besonders schön. Dann sah man auch gut das Blau und Schwarz der Handschwingenfedern. Wie weiter oben schon erwähnt, sind die Unterflügel nicht grün, sondern gräulich.
Ihre grauen Füße hielten sie im Gras versteckt, wenn sie gerade nicht umherliefen. Manchmal konnte ich dann auch ihre langen Krallen sehen.
Ich hatte das Gefühl, dass es immer mehr Mönchssittiche werden. Während die einen weiter in der Wiese nach Nahrung suchten, hielten sich weitere Mönchssittiche auf dem Asphalt auf.
Ich blieb bei den Mönchssittichen auf der kleinen Wiese.
Bei so vielen Mönchssittichen ging es jedoch nicht ohne Streit. Ich beobachtete einen Mönchssittich, der einen anderen scheinbar anschimpfte.
Andere wiederum blieben friedlich miteinander.
Ich fragte mich natürlich, was diese Wiese für die Mönchssittiche in Málaga so interessant machte. Ein paar wenige hockten sich in den kleinen Baum. Aber der Baum auf dieser Wiese war so klein, da hatten nur sehr wenige Platz.
In der Nähe dieser kleinen Wiese sah ich einige Palmen stehen. Natürlich waren diese für die Papageien ein interessanter Ort.
Ein paar der Mönchssittiche schienen sich lieber zu Fuß zur nächsten Palme fortzubewegen wollen.
Nach einer gewissen Zeit verließ ich auch diese Gruppe Mönchssittiche. So schön es auch war, ihnen etwas zugucken zu können. Im nächsten Abschnitt widme ich mich nun schließlich der Desembocadura del Guadalhorce – ein Ort südlich von Málaga gelegen und ein Ort wo angeblich viele zum Vogelbeobachten hingehen.
Noch ein letzter Blick auf die Mönchssittiche und ich ging.
Frage: Mittlerweile sind Mönchssittiche in Málaga recht häufig. Gibt es einen weiteren Ort, den du kennst, wo Mönchssittiche zahlreich vorkommen? Wie wird dort mit den Vögeln umgegangen, da es sich ja um eine nicht heimische Vogelart in Europa handelt? Hinterlasse gerne einen Kommentar.
Desembocadura del Guadalhorce
Auch wenn Málaga für mich nur der Ausgangspunkt einer längeren Reise war, wollte ich dennoch herausfinden, wo man dort gut Vögel beobachten kann. Schon bald stieß ich auf die Flussmündung Desembocadura del Guadalhorce. Sie liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und lässt sich bequem mit dem Fahrrad erreichen.
Vom Zentrum führt ein Radweg direkt zur Mündung, auch wenn der Start ein wenig mühsam ist, da es dort noch keinen durchgehenden Radweg gibt. Doch sobald man diesen Abschnitt hinter sich gelassen hat, radelt man angenehm und ohne größere Hindernisse bis zum Naturschutzgebiet.
An der Flussmündung angekommen, leiten einen dann breite Schotterwege weiter hinein ins Innere des Gebietes.
Zu Beginn war in Sachen Vogelbeobachtung allerdings nicht viel los. Es war erstaunlich ruhig, was wohl auch an meiner wenig idealen Tageszeit lag. Die besten Beobachtungsmomente erlebt man früh am Morgen oder erst am Abend, doch ich erreichte die Desembocadura del Guadalhorce erst zwischen 15 und 16 Uhr – da darf man natürlich keine große Aktivität erwarten.
Ich blieb auf einer kleinen Brücke stehen und ließ meinen Blick in Ruhe über die Landschaft schweifen.
Zu meiner linken Seite erstreckte sich eine wunderschöne Naturlandschaft, während rechts von mir die vielbefahrene Straße zurück ins Zentrum von Málaga führte.
Eigentlich gibt es dort auch reine Wanderwege, auf denen kein Fahrradverkehr erlaubt ist – im Gegensatz zu den breiten Schotterwegen. Doch diese Pfade waren leider gesperrt, sodass ich ihnen nicht folgen und dort nach Vögeln suchen konnte.
Also fuhr ich weiter, bis ich schließlich das Ende der Mündung erreichte.
Dort entdeckte ich einen Mönchssittich, der am Strand entlanglief. Leider war ich jedoch etwas zu langsam mit der Kamera, um ein gutes Foto zu erwischen.
Obwohl es bereits Oktober war, zeigte sich der Tag von seiner warmen Seite. Schwer vorstellbar, dass man bei solcher Hitze noch viele Vögel beobachten könnte. Warum also ausgerechnet am Nachmittag in die Desembocadura del Guadalhorce? Organisatorische Gründe hatten mich dazu gezwungen: Am frühen Morgen hatte ich noch kein Fahrrad, und am Abend musste ich es schon zurückgeben, da ich am nächsten Tag keine Möglichkeit gehabt hätte, es abzugeben.
Trotzdem überraschte mich ein kleiner Moment: Ein Tierfotograf machte sich mit seiner Kamera in Richtung Meer auf, offenbar war auch er auf der Suche nach einem besonderen Motiv. Am Ende der Mündung wurde ich schließlich mit einem atemberaubenden Anblick belohnt – das Meer leuchtete in einem intensiven Blau, das den warmen Tag perfekt abrundete.
Information: Ich war Mitte Oktober in Málaga, weshalb der Herbstzug der Vögel bereits vorüber war. Wer wandernde Zugvögel beobachten möchte, ist besser beraten, bereits im September oder Anfang Oktober in die Region zu reisen. Die Desembocadura del Guadalhorce ist mit Sicherheit ein hervorragender Rastplatz für ziehende Vögel.
Die Mönchssittiche sind in Málaga mittlerweile so zahlreich, dass ich auch in der Desembocadura del Guadalhorce ihr kreischendes Rufen hören konnte. Vor die Kamera bekam ich jedoch keinen von ihnen. Dafür entdeckte ich einen Seidenreiher (Egretta garzetta), der beinahe reglos im Wasser stand und geduldig nach Fischen zu jagen schien. Ob er Erfolg hatte, bleibt sein Geheimnis – schon bald erhob er sich wieder in die Luft und verschwand.
Plötzlich erblickte ich hoch über mir einen schwarzen Vogel im Flug – es war ein Kormoran (Phalacrocorax carbo).
Es waren also doch noch einige Vögel unterwegs. In der Ferne konnte ich noch ein paar Stare sehen und hören.
Da ich jedoch noch den Rückweg vor mir hatte und ich mein gemietetes Fahrrad nicht in allerletzter Minute abgeben wollte, machte ich mich langsam wieder auf den Weg Richtung Zentrum von Málaga – wer weiß, was ich sonst noch entdecken würde.
Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis mein Blick auf etwas Ungewöhnliches fiel, das auf einem Baumstamm lag: eine Nordamerikanische Buchstaben-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta).
Zunächst lag nur eine Schildkröte auf dem Baumstamm, während zwei weitere im Wasser schwammen. Doch schon bald kletterte eine der beiden ebenfalls auf den Baumstamm, während die andere weiter im Wasser blieb – vielleicht war kein Platz mehr frei.
Laut iNaturalist gibt es im Raum Málaga derzeit sechs verschiedene Neuwelt-Sumpfschildkrötenarten (Emydidae). Am häufigsten wird die Nordamerikanische Buchstaben-Schmuckschildkröte beobachtet. Also die, die ich auch beobachtet habe. Hier muss ich allerdings zugeben, dass ich selber die Art nicht bestimmt habe und auf Hilfe anderer auf iNaturalist angewiesen war.
Nach dieser kleinen Schildkrötenbeobachtung warf ich noch einen letzten Blick über die Landschaft, bevor ich mich wieder auf den Weg zurück nach Málaga machte.
Information: Alle sechs Neuwelt-Sumpfschildkrötenarten in Málaga stammen ursprünglich aus Nordamerika. Durch den Handel mit Haustieren gelangten sie nach Europa. Nur die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) aus der Familie der Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae) ist hier tatsächlich heimisch. Allerdings wurde diese im Großraum Málaga bis jetzt nur selten gemeldet. Die meisten Arten der Neuwelt-Sumpfschildkröten leben, wie der Name schon sagt, in Nord-, Mittel- und Südamerika.
Praktische Informationen
Anreise
Ich reiste mit dem Flugzeug an und nahm vom Flughafen den Bus A in Richtung Stadtzentrum. Für das Ticket zahlte ich 4,00 Euro – unkompliziert und schnell. An der Avenida de Andalucía stieg ich aus, da ich von dort meine Unterkunft bequem erreichen konnte.
Unterkunft
Ich übernachtete in einem Hostel in der Calle Alemania. Das Haus war modern und sehr sauber. Von dort aus erreicht man in nur wenigen Minuten den historischen Stadtkern sowie die Burg Gibralfaro und die Alcazaba. Für zwei Nächte zahlte ich 70,00 Euro. Normalerweise übernachte ich kaum noch in Hostels, doch dieses Mal reizte mich ein neues Hostel, das Betten anbietet, die mit einer kleinen Schiebevorrichtung versehen sind, die man zum Abdunkeln nach unten ziehen konnte.
Fahrradvermietung
Ich mietete ein Fahrrad im Zentrum von Málaga. Die Stadt ist zwar nicht gerade eine Fahrradmetropole, doch ich wollte unbedingt zur Desembocadura del Guadalhorce gelangen. Da ich nicht wusste, wie lange ich unterwegs sein würde, entschied ich mich für eine Tagesmiete und zahlte dafür 19,00 Euro – ein Preis, den ich recht hoch fand. Hätte ich mich nur im Stadtzentrum aufgehalten, hätte ich für dieses Geld sicher kein Fahrrad gemietet.
Mehr Informationen
Mönchssittiche in Brasilien
Berberaffen in Gibraltar (demnächst auf dem Blog zu lesen...)
Delfine und Vögel in Tarifa (demnächst auf dem Blog zu lesen...)
Wildlife im Nationalpark Doñana (demnächst auf dem Blog zu lesen...)
Hast du schon mal Mönchssittiche in Málaga oder woanders gesehen? Was hast du beobachtet? Lass es uns doch in den Kommentaren wissen.