iNaturalist-Jahr 2025 - iNaturalist ist eine Citizen-Science-Plattform, auf der Beobachtungen von Pflanzen, Tieren und Pilzen geteilt werden. Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und einer gemeinsamen Begeisterung für die Natur kommen hier zusammen. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, die globale Artenvielfalt zu erforschen, besser zu verstehen und langfristig zu schützen. In diesem Blogbeitrag fasse ich mein Jahr auf iNaturalist zusammen.
Mein iNaturalist-Jahr 2025
Wer meinen Blog regelmäßig liest, dem ist sicher schon aufgefallen, dass ich immer wieder von iNaturalist schwärme. Dabei handelt es sich um eine Citizen-Science-Plattform, auf der Naturbegeisterte – oder Bürgerwissenschaftler:innen – ihre Beobachtungen von Pflanzen, Tieren und Pilzen teilen können. Diese gesammelten Daten sind wertvoll, um die Verbreitung von Arten besser zu verstehen und nachzuverfolgen.
Ich selbst nutze iNaturalist sehr gerne, da es mir enorm dabei hilft, meine Beobachtungen zu bestimmen und mehr über die Natur zu lernen. Weil ich von der Plattform so begeistert bin, habe ich mir vorgenommen, jedes Jahr mein persönliches iNaturalist-Jahr hier auf dem Blog zusammenzufassen.
Wie viele Naturbeobachtungen habe ich gemacht? Wo war ich unterwegs? Sind mir seltene Arten begegnet – oder Arten, die vielleicht gar nicht so selten sind, die ich aber zum ersten Mal gesehen habe?
Genau diesen Fragen widmet sich dieser Blogbeitrag.
In meinem iNaturalist-Jahr 2025 habe ich rund 600 Beobachtungen geteilt. Etwa 90% davon konnten mithilfe anderer Nutzer:innen der Plattform bestimmt werden. Für die verbleibenden gut 10% steht eine genaue Bestimmung bislang noch aus.
Information: Hier fasse ich meine Beobachtungen und mein iNaturalist-Jahr 2025 zusammen. Wenn du dir jedoch meine komplette iNaturalist-Zusammenfassung ansehen möchtest, folge bitte dem Link.
Der Großteil meiner Beobachtungen entfiel auf Vögel: Über 80% aller Einträge gehörten zu dieser Tiergruppe. Säugetiere machten mit etwas mehr als 4% nur einen kleinen Anteil aus. Reptilien waren mit weniger als 1% vertreten, und Beobachtungen von Fischen bildeten eine noch geringere Zahl. Damit habe ich aus allen Wirbeltierklassen Beobachtungen gesammelt – mit Ausnahme der Amphibien.
Insekten stellten weniger als 2% meiner gesamten Beobachtungen dar. Zusätzlich gab es noch zwei Beobachtungen, die in die Kategorie „Other Animals“ fielen.
Neben Tierbeobachtungen habe ich auf iNaturalist auch Pflanzen dokumentiert. Die meisten meiner Beobachtungen entstanden im Oktober 2025, nach meiner zweiwöchigen Reise durch Spanien und Portugal.
Eine besonders spannende Grafik zeigt die neu hinzugefügten Arten. Auffällig ist bei mir vor allem der Monat Dezember. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten: Die meisten Beobachtungen habe ich bereits im Oktober gemacht, sie jedoch erst im Dezember hochgeladen. Sicher ist jedoch, dass viele der Arten, die ich während meiner Reise durch Spanien und Portugal beobachtete, für mich echte Erstfunde waren. Dazu zählt zum Beispiel der Einfarbstar, von dem ich besonders viele Beobachtungen machen konnte. Ebenfalls sehr beeindruckend waren für mich der Schwarzstorch und der Wiedehopf. Daneben gab es noch zahlreiche weitere besondere Begegnungen – etwa mit Grindwalen oder Berberaffen, aber auch mit den vielen Rosaflamingos, die mir lange in Erinnerung bleiben werden.
Im Sommer begegnete mir in der Döberitzer Heide erstmals eine Heidelerche. Auch wenn mir kein perfektes Foto gelang, konnte ich die Beobachtung dennoch auf iNaturalist teilen. Zu meinen Erstbeobachtungen zählte in dieser Zeit außerdem ein Trauermantel, den ich ebenfalls im Sommer entdecken konnte.
Ein ganz besonderes Highlight war für mich in diesem Jahr die Reise zu den Uferschwalben. Es war das erste Mal, dass ich diese faszinierenden Vögel beobachten durfte – entsprechend durften sie in der Grafik der neu hinzugefügten Arten nicht fehlen.
Bereits im Frühjahr war ich auf Sardinien unterwegs, wo ich ebenfalls einige Erstbeobachtungen machen konnte. Dazu gehörten unter anderem eine Ruineneidechse sowie zahlreiche Segelquallen, die an den Strand gespült worden waren.
Insgesamt konnte ich mich im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern – ein schöner Ansporn für das kommende iNaturalist-Jahr.
Die Grafik zeigt deutlich, dass ich im Vergleich zum Vorjahr mehr Erstbeobachtungen festhalten und insgesamt mehr Arten dokumentiert habe. Zudem habe ich deutlich mehr Beobachtungen auf iNaturalist geteilt als zuvor.
Doch wie sah es eigentlich global aus – welche Beobachtungen machten alle iNaturalist-Nutzer:innen weltweit?
Wie die Grafik zeigt, wurden über 60 Millionen Beobachtungen auf iNaturalist hochgeladen, und mehr als 340.000 Arten konnten bestimmt werden. Dennoch sind von den insgesamt über 60 Millionen Beobachtungen etwa 43 % noch unbestimmt.
Interessant ist, dass unter den bestimmten Arten gut 40 % Pflanzen sind. Etwa 28 % entfallen auf Insekten, während Vögel mit knapp 13 % vertreten sind.
Für mich sind diese Ergebnisse gut nachvollziehbar, denn gerade bei Pflanzen, Insekten und vielen anderen Arten ist die Unterstützung durch andere besonders wertvoll. Eine zweite oder dritte Meinung kann hier oft entscheidend sein.
Besonders interessant finde ich auch das letzte Kreisdiagramm: Die Mehrheit der Nutzer:innen – etwa 87 % – teilt nur Beobachtungen. Rund 10 % kombinieren das Teilen von Beobachtungen mit aktiver Unterstützung bei der Bestimmung. Ein kleinerer Teil von weniger als 2 % hilft ausschließlich bei der Bestimmung, ohne selbst Beobachtungen hochzuladen.
Besonders viele Beobachtungen wurden übrigens im Mai geteilt – kein Wunder, denn wie jedes Jahr fand in diesem Monat die City Nature Challenge statt.
Besonders spannend fand ich, dass im Dezember über 1.800 neue Arten auf iNaturalist geteilt wurden. Auch in anderen Monaten lag die Zahl der neuen Arten jeweils bei über 1.000. Die Frage ist hier aber: Hatten im Dezember besonders viele Zeit, ihre Beobachtungen auf iNaturalist zu teilen? Oder machten sie ihre Beobachtungen tatsächlich im Dezember?
Dieses Jahr wurden zwar weniger neue Erstfunde auf iNaturalist geteilt, dafür gab es überdurchschnittlich viele Beobachtungen und insgesamt konnten mehr Arten bestimmt werden als im Jahr davor.
Mein persönliches Fazit für mein iNaturalist-Jahr 2025: Ich habe in diesem Jahr aktiv mitgemacht und mich im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesteigert. Ich war fleißiger und konnte mehr Beobachtungen teilen. Bei der Bestimmung von Arten sollte ich noch etwas aktiver werden, wobei ich mich lieber auf die Arten konzentrieren möchte und werde, die ich gut kenne – und am liebsten die Arten in meiner vertrauten Umgebung. So kann ich gleichzeitig meine eigenen Artenkenntnisse weiter verbessern. Das Tolle an iNaturalist ist ja, dass mehrere Nutzer:innen eine Bestimmung überprüfen können. Selbst wenn man einmal etwas falsch bestimmt, gibt es noch andere Augen, die drüberschauen. Trotzdem halte ich mich bei bestimmten Arten vorsichtig zurück, um keine Fehlinformationen zu verbreiten.
Falls du mehr über meine Beobachtungen erfahren möchtest, dann findest du mein Profil hier:
Information: Wenn du mehr über die globalen Statistiken der weltweiten Beobachtungen auf iNaturalist erfahren möchtest, folge dem Link.
10 besondere Beobachtungen
Auch wenn Amseln in Berlin recht häufig sind und mir regelmäßig begegnen, war eine Begegnung besonders außergewöhnlich: eine Amsel mit schwarz-weiß gesprenkeltem Gefieder. Die weißen Federn sind das Ergebnis von Leuzismus – einer genetischen Mutation, bei der die Farbstoffzellen in Haut und Gefieder fehlen. Diese besondere Amsel entdeckte ich im Berliner Tiergarten.
Leuzismus scheint übrigens nicht nur bei Amseln vorzukommen. So begegnete mir auch ein weißes Mandarinenten-Weibchen in einem Teich im Volkspark Friedrichshain in Berlin.
Im Volkspark Friedrichshain begegnete ich außerdem zum ersten Mal in diesem Jahr einer Gruppe Wintergoldhähnchen. Dieses Erlebnis war für mich besonders schön und einzigartig, da ich nur selten auf diese kleinen Vögel treffe. Allerdings sei erwähnt, dass es nicht das erste Mal war, dass ich ein Goldhähnchen auf iNaturalist teilte – siehe dazu meinen Beitrag aus Nizza.
Im April war ich auf dem wunderschönen Sardinien, genauer gesagt in der Nähe von Alghero. Darüber habe ich bereits geschrieben. Dort begegneten mir zahlreiche Mauereidechsen. Für die Bestimmung der Art war ich auf die Unterstützung von iNaturalist-Nutzer:innen angewiesen. Dank ihrer Rückmeldungen konnte ich die folgende Mauereidechse als Ruineneidechse identifizieren.
Eine Begegnung der ganz besonderen Art erlebte ich mit den Uferschwalben auf der Insel Poel. Es war gar nicht so einfach, die Vögel zu finden, doch schließlich entdeckte ich sie – und jede Minute ihrer Beobachtung war ein Genuss. Ganz klar gehören die Uferschwalben zu meinen zehn schönsten Beobachtungen in meinem iNaturalist-Jahr 2025.
Der Sommer verlief insgesamt recht ruhig, und ich machte nur wenige Beobachtungen. Dennoch gab es im Juni eine besonders schöne Begegnung: ein Drosselrohrsänger, den ich im Britzer Garten in Berlin beobachten konnte. Zwar war der Juni schon recht spät im Jahr, doch ließen sich noch einige Drosselrohrsänger und auch Teichrohrsänger blicken. Für mich war das etwas Besonderes, da diese Vögel nur schwer zu beobachten sind.
Eine weitere schöne Sommerbeobachtung war die Begegnung mit einem Feldhasen in der Döberitzer Heide. Dieser Ort ist einfach wunderbar für spannende Tierbeobachtungen – ich bin nur viel zu selten dort. An einem Tag tauchte plötzlich ein Feldhase auf. Glücklicherweise hatte ich meine Kamera griffbereit und konnte ein Foto von diesem beeindruckenden Tier machen.
Im Oktober führte mich meine Reise für zwei Wochen nach Spanien und Portugal – viel zu kurz für eine so schöne Region. Dennoch konnte ich in dieser kurzen Zeit einiges erleben. Ein absolutes Highlight waren definitiv die Gewöhnlichen Grindwale. Jahre zuvor hatte ich bereits Grindwale vor Teneriffa beobachtet – damals waren es die ersten Delfine, die ich je gesehen hatte. Umso mehr freute es mich, jetzt nach all den Jahren wieder auf Grindwale zu treffen.
Eine weitere besondere Begegnung erlebte ich mit den Berberaffen in Gibraltar. Nur hier in Europa lebt eine freilebende Berberaffenpopulation. Der Tag war zwar ziemlich heiß und nicht einfach, dennoch konnte ich einige schöne Momente mit den Berberaffen genießen.
Es fällt mir sehr schwer, meine allerbesondersten Beobachtungen auszuwählen. Ich traf auf unzählige Schwarzkehlchen und viele Einfarbstare. Doch wenn ich mich unter den Vögeln entscheiden muss, sind es die zahlreichen Rosaflamingos, die herausstechen. Das mag ein wenig ungerecht gegenüber den anderen besonderen Begegnungen sein, aber was die Rosaflamingos für mich so außergewöhnlich machte, war ihre beeindruckende Anzahl. Deshalb habe ich sie schließlich ausgewählt.
In Portugal kam ich mehrmals ganz überraschend mit Wiedehopfen in Kontakt. Diese Begegnungen waren für mich etwas Besonderes, da ich in der Döberitzer Heide schon mehrfach vergeblich versucht hatte, Wiedehopfe zu beobachten. Umso größer war die Freude, in der Nähe von Lissabon endlich auf diese faszinierenden Vögel zu treffen.
Es war alles andere als leicht, nur zehn Begegnungen auszuwählen – sonst würde dieser Blogbeitrag wohl nie enden. Bevor ich zum Schluss komme, noch ein letzter Hinweis: Jährlich im April/Mai findet die City Nature Challenge statt. Wer mitmachen möchte, kann über iNaturalist teilnehmen. Bei der City Nature Challenge handelt es sich um einen weltweiten Wettbewerb zwischen Städten, bei dem so viele Arten wie möglich dokumentiert werden.
Frage: Welche zehn Naturbeobachtungen haben dich in diesem Jahr am meisten begeistert? Teile es gerne in den Kommentaren mit uns!
Mehr Informationen
Mein iNaturalist-Jahr 2025: Übersicht
Globale Statistik von iNaturalist
Webseite von City Nature Challenge
Citizen-Science-Plattform iNaturalist
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