Während meines dreimonatigen Aufenthalts bei der ORCA Foundation wollte ich neben all den Walen und Delfinen natürlich auch mehr über die Vögel in Südafrika lernen. Als Nicht-Vogelexpertin war es für mich umso erfreulicher auf Menschen zu treffen, die mir die bunte Vogelwelt Südafrikas ein wenig näher brachte.
Besonders positiv bleiben mir die Tage in Erinnerung an denen wir früh morgens ein Team Vogelberinger begleiteten um ihnen bei ihrer Arbeit zuschauen zu können. Für mich waren diese Tage besonders interessant, weil ich dort Vögel zu Gesicht bekommen habe, die ich alleine niemals angetroffen hätte.
Zu den Vögel in Südafrika, die ich bei der Vogelberingung gesehen habe, gehören:
Kapschnäpper (Batis capensis)
Kaprötel (Cossypha caffra)
Kapbrillenvogel (Zosterops pallidus)
Honiganzeiger (Indicatoridae)
Fleckenprinie (Prinia maculosa)
Südafrikanischer Turako (Tauraco corythaix)
Schlichtbülbül (Andropadus importunus)
Fitis (Phylloscopus trochilus)
Kaphonigfresser (Promerops cafer)
Kapdrossel (Turdus olivaceus)
Miombonektarvogel (Cinnyris chalybeus) – Weibchen
Miombonektarvogel (Cinnyris chalybeus) – Männchen
Warum werden Vögel in Südafrika beringt?
Natürlich werden Vögel nicht nur in Südafrika beringt. Sondern auch an anderen Orten.
Vögel werden beringt, weil Forscher dadurch wichtige Informationen über einen langen Zeitraum erhalten und mehr über ihre Aufenthaltsorte von ihnen erfahren. Dadurch erhält man zum Beispiel wichtige Daten um den Vogelzug zu erforschen. Aber auch Lebensdauer und Sterblichkeit können untersucht werden.
Wenn Vögel beringt werden können interessante Erkenntnisse gewonnen werden.
Zum Beispiel war es für die Vogelberinger in Südafrika besonders spannend als sie einen Fitis aus Sibirien „gefangen“ hatten.
Natürlich werden alle Vögel nach der Beringung wieder freigelassen.
Aber der Fitis aus Sibirien schien nicht wirklich wieder wegfliegen zu wollen…
Mit Sicherheit ist die Vogelberingung nicht sehr angenehm für die Vögel.
Zunächst werden sie mit einem Netz gefangen so wie der Kapbrillenvogel…
… oder der Miombonektarvogel.
Wobei sich manch ein Vogel ziemlich arg im Netz verheddert hat.
So wie dieser Miombonektarvogel.
Jedoch ist es nicht jedem erlaubt einen Vogel aus dem Netz zu befreien. Jeder Vogelberinger in Südafrika muss eine Ausbildung von zwei Jahren durchgehen.
Erst dann ist es ihm/ihr erlaubt eigenständig Vögel zu beringen.
Sobald die Vögel aus dem Netz entfernt wurden, wurden sie gewogen – so wie der Südafrikanische Turako im Bild. Dazu wurde der Vogel in einen Plastikbecher gesteckt (sieht nicht sehr angenehm für die Vögel aus).
Auch wurden sie abgemessen so wie der Honiganzeiger…
… und näher betrachtet so wie der Schlichtbülbül.
Besonders gefreut haben sich die Vogelberinger auf den Südafrikanischen Turako. Daher wurde er von uns und den Vogelberingern besonders gut in Augenschein genommen.
Gefallen hat es ihm wahrscheinlich nicht so gut.
Natürlich haben wir nicht nur zuschauen können. Uns wurde auch einiges erklärt, so dass wir mehr über die Vögel in Südafrika lernen konnten.
So wie zum Beispiel über den Miombonektarvogel und seine Ernährungsweise. Sein nach unten gebogener Schnabel passt perfekt in die Blüte und damit ist er perfekt als Nektarfresser angepasst. Vögel, die keinen so nach unten gebogenen Schnabel haben bleibt der Nektar dieser Blüte verwehrt. Sie haben sich an eine andere Nische angepasst.
Weitere Vögel in Südafrika
Als Vogelinteressierte war ich natürlich immer aufmerksam was die Vögel in Südafrika anging.
Auch dann wenn wir gerade dabei waren nach Walen Ausschau zu halten.
Von einem Wal-Beobachtungspunkt in Plettenberg Bay flogen des öfteren die Heiligen Ibisse (Threskiornis aethiopicus) vorbei.
Manche Vögel konnte ich besonders lang beobachten wie die Kapstelze (Motacilla capensis), die ich im Robberg Nature Reserve gesehen habe.
Manchmal schaute sie her…
… und manchmal sang sie zwischendurch.
Manchmal sah ich auch Vögel, die ich einfach nicht kannte und auch keinen fragen konnte was das jetzt denn für ein Vogel ist. Diese Vögel habe ich dann über iNaturalist bestimmen lassen. Das war der Fall beim Braunflügel-Mausvogel (Colius striatus), Waffenkiebitz (Vanellus armatus) und Rotschwingenstar (Onychognathus morio).
Auf dem Walbeobachtungsboot sind immer wieder mal Kormorane vorbei geflogen denn im Robberg Nature Reserve gibt es eine Brutkolonie der Kapscharben (Phalacrocorax capensis).
Bei einem Ausflug nach Knysna haben wir an einem Strand Stopp gemacht und ich konnte von Weitem zwei Schwarze Austernfischer (Haematopus moquini) beobachten.
Im Plettenberg Bay Game Reserve entdeckte ich ein Nest von einem Kapweber (Ploceus capensis).
Der wohl größte Vogel in Südafrika ist der Strauß (Struthio camelus). Einige Strauße habe ich im Cape Peninsula National Park gesehen, den ich während einer organisierten Tour von Kapstadt aus besucht habe.
Auf dieser Tour hatte ich am Boulders Beach in Simon’s Town auch viele Pinguine (Spheniscus demersus) gesehen.
Vögel in Südafrika in Birds of Eden
Besonders gut gefallen hat mir auch Birds of Eden – eine Auffangstation für einheimische und exotische Tiere.
So sah ich einen Südafrikanischen Turako (Tauraco corythaix)…
… und eine Kapdrossel (Turdus olivaceus).
Vögel in Südafrika sind einfach was Wunderbares und umso schöner wenn man Leute um sich rum hat, die sich genauso dafür begeistern können.
Super interessant! Zwar erfreue ich mich auch immer an den schönen Vögeln in Südafrika (und zu Hause mittlerweile auch), aber bestimmen kann ich sie nicht. Dein Artikel hilft aber sicherlich weiter, sich doch an den einen oder anderen Namen zu erinnern. 🙂
Viele liebe Grüße,
Lynn
Liebe Lynn,
Danke für deinen Kommentar 🙂
Ja, das mit den Vögel bestimmen… Zum Glück hatte ich Leute aus Südafrika um mich, die mir bei der Bestimmung geholfen haben 😉
Ich freue mich, dass der Artikel dir ein bisschen hilft den einen oder anderen Vogel wieder zu erkennen…
Liebe Grüße, Tanja