Feldhamster auf dem Zentralfriedhof in Wien

Feldhamster sind kleine Säugetiere, die in bestimmten Gebieten in Wien vorkommen. Obwohl Wien eine Großstadt ist, so ist die Stadt auch ein Hotspot für Tierbeobachter. Da ich von den Feldhamstern aus einer Tierdokumentation hörte, entschied ich mich, Wien an ein paar Tagen im Juli zu besuchen. Es waren wunderschöne Tage und ich hatte eine großartige Zeit mit den Feldhamstern. Daher träume ich schon von meinem nächsten Besuch. In diesem Blogbeitrag berichte ich über meine bisherigen Erfahrungen mit den Feldhamstern auf dem Zentralfriedhof in Wien.

Der Stephansdom. Der Wiener Prater. Oder das Schloss Schönbrunn. Wien ist ein Paradies für Fans der Architektur, der Kunst oder der Kultur. Wer würde da an erster Stelle an eine Wildlife-Safari oder irgendetwas ähnliches denken? Naja...

... ich für meinen Teil.

Zugegeben. Es klingt ein bisschen seltsam. Aber ich kann auch sagen, dass mich alle anderen etwas komisch anschauten als ich ihnen von meiner Absicht erzählte, Wien zu besuchen, um dort in erster Linie die Feldhamster auf dem Zentralfriedhof zu fotografieren.

„Wie? Du gehst nach Wien, um dort einen Friedhof zu besuchen?“

„Sind diese Hamster denn dann wirklich wild?“

„Schaust du dir auch noch ein paar andere Dinge in Wien an?“

Das waren ein paar Fragen mit denen ich vor meiner Reise nach Wien konfrontiert wurde. Die anderen konnten es nur schwer glauben, dass ich in Wien vor allem die Feldhamster fotografieren wollte. Und dann wollte ich auch noch die Ziesel sehen. Und hoffentlich noch ein paar mehr Wildtiere!

Feldhamster
Ziesel

Wien ist in der Tat ein hervorragender Ort, wenn man sich für Architektur, Kunst oder Kultur interessiert. Wien ist aber auch ein besonderer und einzigartiger Ort, wenn man Tiere beobachten möchte.

Auch Vögel.

Doch leider muss ich zugeben, dass ich bei meinem Besuch in Wien nicht so viele verschiedene Vögel gesehen habe. Ich sah zum Beispiel einen Turmfalken auf einer Wiese im Zentralfriedhof. Auch sah ich andere Vögel. Doch ansonsten war es was die Vögel anging relativ ruhig. Es war aber auch Hochsommer.

Turmfalke

Die Feldhamster sind vielleicht die berühmtesten Wildtiere von Wien. Vor allem unter den Tierfotografen.

Es gibt jedoch noch zahlreiche weitere Tiere in der Stadt. Besonders gefreut hatte ich mich, als ich einen Feldhasen entdeckte. Als ich eigentlich auf der Suche nach den Zieseln war, erschien auf dem Weg von einem Moment auf den anderen ein Feldhase, der sich wohl ein schattiges Plätzchen suchte. Doch so schnell der Feldhase auftauchte, so schnell war er wieder weg. Vielleicht hatte er mich ja entdeckt.

Schade.

Leider war ich mit meiner Kamera zu langsam, so dass ich nur ein verschwommenes Bild von dem Feldhasen erhielt. Aber es war trotzdem ein tolles Erlebnis, weil ich normalerweise nicht oft auf Feldhasen treffe...

Anstatt von dem Feldhasen weiter Fotos machen zu können, richtete ich meine Aufmerksamkeit in Richtung der Höckerschwäne, die auf dem danebenliegenden Fluss vorbeischwammen.

Feldhase
Höckerschwan

Ich war insgesamt drei ganze Tage in Wien. Das ist auf jeden Fall viel zu kurz. Daher hatte ich auch nicht die Möglichkeit, alle Plätze, die ich gerne gesehen hätte, zu besuchen.

Wie zum Beispiel der Wasserpark Floridsdorf wo anscheinend eine Kolonie Graureiher lebt und brütet. Oder die Donauinsel mit seinen Eisvögeln. Oder der Lainzer Tiergarten - ein Naturschutzgebiet im Südwesten Wiens.

Nur um ein paar weitere Orte für Tierinteressierte zu nennen.

Igel, Biber (auf dem Foto ist einer zu sehen, den ich im Berliner Tiergarten fotografierte), Füchse, Rehe, Eichhörnchen, Feldhasen, Erdkröten und viel, viel mehr Tiere haben in Wien einen Lebensraum gefunden.

Biber

Leider sah ich einen Großteil der gerade genannten Tiere nicht.

Aber mein Aufenthalt war auch viel zu kurz. Trotzdem ist Wien ein Hotspot für Wildtiere und alle, die sich für Wildtiere begeistern können. Ich wünsche mir sehr, Wien nochmals besuchen zu können. Im nächsten Abschnitt schreibe ich aber zunächst über meine bisherigen Erlebnisse, die ich mit den Feldhamstern auf dem Zentralfriedhof in Wien hatte.

Tipp: Falls du mehr über die Tierwelt in Wien wissen möchtest, schau doch mal auf dem Blog #daheimistlangweilig vorbei. Die Blumengärten Hirschstetten sind übrigens ein weiterer Ort wo es wildlebende Tiere - in dem Fall - Ziesel gibt. Auf der Webseite Wiener Wildnis gibt es noch mehr Informationen über die Tiere in der Stadt.

Feldhamster in Wien

„Wo muss ich auf dem Zentralfriedhof in Wien wohl nach den Feldhamstern suchen?“

„Muss ich durch das Tor 1 oder durch das Tor 2?“

„Wann sind die Feldhamster dort am aktivsten?“

Waren eine meiner ersten Fragen, die ich vor meinem Besuch hatte. Ich wusste, dass die Feldhamster nachtaktiv oder/und dämmerungsaktiv sind. Aber wie verhielten sich die Feldhamster auf dem Zentralfriedhof? So wie die wilden Feldhamster außerhalb der Stadt?

Eine andere Frage.

Da es sich bei den Feldhamstern auf dem Zentralfriedhof um Hamster handelt, die sehr nahe mit Menschen zusammenleben, kann man diese Tiere dann noch als „wild“ bezeichnen?

Feldhamster in Wien

Naja, also die letzte Frage wage ich nicht zu beantworten. Ich bin mir sicher, dass in der Hinsicht die Meinungen vieler Tierbeobachter und Tierfotografen auch auseinander gehen.

Nichtsdestotrotz, ich besuchte den Zentralfriedhof in Wien an einem sehr schönen und sehr heißen Tag. Ich verließ meine Unterkunft früh am Morgen. Denn ich wollte ja die Hamster sehen, wenn sie am aktivsten sind und ihre unter der Erde liegenden Baue verlassen. Jedoch konnte ich den Friedhof nicht vor den Öffnungszeiten - also vor 7 Uhr - betreten.

Zentralfriedhof in Wien
Zentralfriedhof in Wien

Ich entschied mich, am Tor 1 auszusteigen. Doch da ich diese Haltestation verpasste, stieg ich am Haupteingang - also am Tor 2 - aus.

Als ich den Zentralfriedhof betrat, hatte ich vor, in Richtung Tor 1 zu gehen. Laut Internetrecherche soll es dort nämlich noch etwas "wilder" sein. Und dementsprechend soll es dort auch mehr Wildtiere geben.

Doch kurz nachdem ich durch den Haupteingang gegangen war, entdeckte ich irgendwas auf der Wiese.

„Ist das etwa schon ein Feldhamster?“, fragte ich mich.

Ich ging etwas näher heran.

Ja! Es war einer!

Feldhamster

Information: Der Zentralfriedhof in Wien öffnet täglich. Von November bis Februar öffnet der Friedhof von 8 bis 17 Uhr. Im März und im Oktober ist der Friedhof sogar bis 18 Uhr geöffnet. Von April bis September hat der Friedhof seine Türen von 7 bis 19 Uhr geöffnet. Donnerstags sogar bis 20 Uhr von Mai bis August. Bitte schaue auf die Website des Zentralfriedhofes, um die aktuellsten Informationen zu erhalten.

Und da war nicht nur ein Feldhamster! Da waren sogar zwei!

Vielleicht handelte es sich bei dem kleineren Hamster sogar um ein Jungtier aus demselben Jahr?

Angesichts der Tatsache, dass sich die Feldhamster von April bis August fortpflanzen und die Jungtiere schon nach etwa drei Wochen entwöhnt sind, könnte es sich tatsächlich um ein Jungtier aus demselben Jahr handeln.

Ich betrachtete seine kleineren und runden Ohren und wie er sich in der Größe von dem anderen Hamster unterschied.

Feldhamster auf dem Zentralfriedhof

Ich hätte niemals (niemals!) gedacht, so schnell auf die Feldhamster zu treffen.

Aber ich akzeptierte einfach mein Glück und genoss es. Ich setzte mich auf die Wiese und beobachtete die Tiere. In den darauffolgenden Momenten traute ich mich nicht, mich zu bewegen. Sogar meine Kamera blieb zunächst noch in der Tasche. Manchmal ist es sowieso schöner, einfach nur die Tiere zu beobachten und jeden Moment zu genießen. Obwohl - das muss ich zugeben - hatte ich schon unruhige Hände, die nur darauf warteten, die Kamera auszupacken. Ich versuchte, ruhig zu bleiben und die Kamera nicht im erstbesten Moment auszupacken.

Da es wieder ein heißer Tag versprach zu werden, waren die Wiesen des Zentralfriedhofes schon am Morgen trocken. Vor allem um die Mittagszeit war die Hitze und die Trockenheit zu spüren.

Zentralfriedhof in Wien

Als Tierfotograf ist Geduld unbedingt notwendig. Auch sollte man lernen zu wissen, wann der richtige Moment fürs Fotografieren ist! Das ist nicht immer einfach. Aber man muss dafür ein Gefühl entwickeln.

Nach einer gewissen Zeit traute ich mich jedoch, meine Kamera auszupacken.

Ich legte mich bauchwärts auf die Wiese, damit ich mit den Hamstern auf Augenhöhe war. Ich nahm die ersten Fotos auf.

Genau an dieser Stelle an jenem Morgen machte ich eines meiner Lieblingsfotos von den Feldhamstern in Wien.

Feldhamster in Wien

Die Hamster schienen entspannt zu sein. Trotz meiner Anwesenheit. Für mich waren diese Tiere daher die perfekten Fotomotive. Sie bewegten sich nicht allzu viel und auch nicht allzu schnell. Und außerdem war das Licht einfach nur wunderschön an dem Morgen.

Da ich schon so schnell die Feldhamster auf dem Zentralfriedhof entdeckte, erwartete ich viele, viele weitere Tiere von ihnen an dem Tag zu sehen.

In der Tat. Ich sah noch einige mehr!

Hier und da sah ich einen Feldhamster in Erde wühlen. Während ein anderer aus seinem Bau unter einem Grab hervorschaute.

Feldhamster in Wien
Feldhamster in Wien

Frage: Wie wäre es für dich, Tiere auf einem Friedhof zu fotografieren? Hättest du Bedenken? Ich habe mir die Frage des Öfteren gestellt und machte mir diesbezüglich auch etwas Sorgen. Denn ich wollte auf dem Friedhof ja keine trauernden Menschen stören. Lass es mich doch in den Kommentaren wissen!

Da es jedoch schon sehr früh wieder heiß wurde, setzte ich mich dann schließlich irgendwo in den Schatten. Ich fand ein schattiges Plätzchen unter einem Nadelbaum. Dort huschte auch schon der nächste Feldhamster vorbei.

Das ging ja wieder schnell!

Wie viele es wohl dort waren?

Feldhamster auf dem Zentralfriedhof

Es war aber ein scheuer Hamster und ich musste mich sehr, sehr vorsichtig bewegen.

Nur eine Bewegung zu viel und der Feldhamster war weg. Dann musste ich warten bis er wieder auftauchte.

Feldhamster auf dem Zentralfriedhof

Feldhamster haben dehnbare Backentaschen, die sie mit Futter voll machen können. Das Futter bewahren sie dann in ihrem Bau für den Winter auf. Sie leben in unterirdischen Bauen und halten von Oktober bis März Winterschlaf. Allerdings wachen die Hamster ungefähr alle fünf bis sieben Tage auf, um von ihren Vorräten zu fressen.

Der Feldhamster ernährt sich vor allem von Samen, Hülsenfrüchte, Getreide, Klee, aber auch Insekten.

Als ich unter dem Nadelbaum saß, beobachtete ich den Feldhamster wie er mehrmals hintereinander seine Backentaschen füllte und den Inhalt irgendwo unter der Erde in seinen Bau brachte.

Zentralfriedhof in Wien
Zentralfriedhof in Wien

Der Hamster faszinierte mich. Ich fühlte mich so glücklich, in das Leben eines Feldhamsters blicken zu können.

Feldhamster

Als ich mich dann wieder fit genug fühlte - es war wirklich sehr heiß für mich - stand ich wieder auf und ging in Richtung Tor 1.

Witzigerweise kam ich dort nie an. Denn ich entdeckte schon den nächsten Feldhamster, der entlang eines Grabes lief.

Feldhamster auf dem Zentralfriedhof in Wien

Wie der andere Hamster unter dem Nadelbaum, so suchte auch dieser Hamster nach Futter.

Wie viel die Feldhamster am Tag wohl mit der Nahrungssuche beschäftigt sind? Laut einer Studie verbringen die Hamster in Wien den größten Teil des Tages mit der Nahrungssuche. Die Studie wurde jedoch nicht auf dem Zentralfriedhof durchgeführt.

Wie es mir erschien, so verbrachten auch die Feldhamster auf dem Zentralfriedhof viel Zeit mit der Suche nach Futter.

Ich setzte mich wieder. Doch dieses Mal an den Rand eines geteerten Weges innerhalb des Friedhofes. Dort wartete ich wieder auf den einen Feldhamster bis er aus seinem Bau kam.

Natürlich kam er wieder!

Es war ein sehr, sehr beschäftigter Feldhamster. Er buddelte in der Erde, füllte seine Backentaschen, verschwand hinter einem Grab, nur um schnell wieder mit leeren Backentaschen weiter nach Nahrung zu suchen.

Feldhamster in Wien
Hamster in Wien

Interessant: Wusstest du, dass es in Wien die Feldhamster nicht nur auf dem Zentralfriedhof, sondern auch auf anderen Friedhöfen dort geben soll? Bitte schaue auf die offizielle Webseite der Stadt Wien, um weitere Informationen über die Feldhamster in Wien zu erhalten.

Ich saß dort etwa für eine Stunde. Es war einfach viel zu schön dort. Ich wollte gar nicht weitergehen.

Dann hielt ein Österreicher mit seinem Fahrrad und begann ein Gespräch mit mir. Ich hatte etwas Schwierigkeiten ihn zu verstehen. Er sprach Dialekt. Aber ich nahm seine Leidenschaft für die Fotografie wahr. Er empfahl mir daraufhin einen anderen Ort innerhalb des Zentralfriedhofes wo ich noch mehr Feldhamster sehen konnte.

Ein Ort mit noch mehr Feldhamstern?

Ich freute mich natürlich mehr darüber zu erfahren.

Angeblich sind die Hamster gegen Abend am aktivsten. Es ist immer schön so was von Menschen zu hören, die hier wohnen und fast täglich sind.

Aber noch aktivere Feldhamster?

Ich entschloss mich daher, zurück Richtung Tor 2 und damit in die andere Richtung zu gehen.

Zentralfriedhof in Wien

Da es jedoch schon Mittag war, blieb ich nur wenige Minuten dort. Aber ich plante in meinem Kopf schon, am nächsten Tag am Abend zurückzukommen.

Ich sah zu der Zeit sowieso nur noch einen einzigen Hamster an einem Gartenzaun. Vielleicht hatten sich die anderen Hamster schon in ihre Baue zurückgezogen. Es war ja auch sehr sonnig und heiß an dem Tag.

Hamster auf dem Zentralfriedhof

Wenn man sich meine Eindrücke so durchliest, müsste man meinen, dass die Feldhamster sehr häufig sind. Aber in der Hinsicht muss man sehr vorsichtig sein! Auch wenn man anhand meiner Erzählungen denken könnte, dass der Feldhamster eine häufige Art ist, so ist er es global nicht!

In 2020 hat die Weltnaturschutzunion IUCN den Feldhamster als „vom Aussterben bedroht“ (Englisch: „critically endangered“) eingestuft. Wahrscheinlich kam es aufgrund seiner geringeren Fortpflanzungsrate soweit. Aber warum die Feldhamster jetzt eine niedrigere Fortpflanzungsrate haben, das ist noch nicht ganz geklärt. Liegt es vielleicht an der Ausweitung von Monokulturen? Oder generell an der industriellen Entwicklung? Die globale Erderwärmung oder die Lichtverschmutzung könnten weitere potentielle Gründe für eine abnehmende Fortpflanzungsrate sein.

Weitere Forschungen sind notwendig um herauszufinden, warum es immer weniger Feldhamster gibt. Ohne Artenschutzmaßnahmen könnten die Feldhamster jedoch schon in den nächsten dreißig Jahren laut IUCN aussterben.

Feldhamster

Wichtig! Aufgrund der Tatsache, dass Feldhamster „vom Aussterben bedroht“ sind, müssen wir besonders gut auf diese Tiere aufpassen. Daher dürfen die Tiere nicht unnötigerweise gestört werden. Abstand halten ist wichtig! Da ich jedoch keine Regeln in Bezug auf die Feldhamster gesehen habe, hängt ein verantwortungsvoller Umgang mit den Tieren wohl vor allem von den Besuchern ab.

In diesem Zusammenhang musste ich an den Tourguide aus dem Pantanal denken. Er erzählte uns, dass die Hyazinth-Aras eine häufige Art wären, obwohl sie laut IUCN in der Kategorie „gefährdet“ (Englisch: „vulnerable“) geführt werden.

Ich wiederhole. Selbst wenn eine Art an einem bestimmten Ort häufig auftritt, bedeutet das nicht, dass sie es global auch wirklich ist.

Wie würde eine Welt ohne die Feldhamster und viele andere Arten wohl aussehen?

Feldhamster auf dem Zentralfriedhof
Feldhamster auf dem Zentralfriedhof

Die Welt wäre farbloser. Nicht mehr so schön. Und langweilig.

Ich freue mich daher besonders, wenn ich Menschen sehe, die von den Feldhamstern (und auch generell von anderen Tieren) bezaubert sind.

Sogar in Situation wenn Menschen Dinge tun, die meiner Meinung nach nicht gut für die Tiere sind. Ich hatte nämlich eine solche Situation auf dem Zentralfriedhof in Wien.

Ich saß im Gras und wartete auf die Feldhamster, dass sie aus ihren Bauen kommen. So wie es mir am Tag zuvor schon gesagt wurde, es gab dort an der anderen Stelle tatsächlich sehr viele Feldhamster.

Nichtsdestotrotz, als ich mit meiner Kamera im Gras saß, beobachtete ich eine Mutter und wahrscheinlich eine Oma mit zwei Mädchen. Natürlich sahen auch sie die Hamster und waren von diesen Tieren begeistert. Allerdings fingen sie an, die Feldhamster mit Süßigkeiten zu füttern!

Ich konnte es nicht glauben!

Feldhamster

Ich sah noch einen anderen Tierfotografen auf der Wiese.

Geht er auf die Leute zu und sagt ihnen, dass man Wildtiere nicht mit Süßigkeiten füttert? Hatte er es überhaupt gesehen?

Im ersten Moment war ich zu scheu, um auf die Leute zuzugehen. Ich hasse es, anderen sagen zu müssen, dass sie etwas nicht tun sollten!

Aber ich musste!

Daher ging ich auf sie zu und sagte ihnen, dass Feldhamster normalerweise keine Süßigkeiten essen.

Die Mutter und die Oma sagten lediglich „okay“ und danach war alles ganz still. Sogar die zwei Mädchen. Ich fühlte mich ja schon etwas unwohl... Ich spürte, dass die zwei Erwachsenen wussten, dass man die Hamster nicht mit Süßigkeiten füttern sollte. Sie wussten, dass das falsch war. Aber sie ließen die zwei Mädchen trotzdem machen. Und jetzt fühlten sie sich unerwartet ertappt.

Feldhamster in Wien

Wichtig! Bitte füttere die Feldhamster nicht mit Süßigkeiten! Ich habe absolutes Verständnis dafür, von den Tieren begeistert zu sein und sie am liebsten streicheln zu wollen. Aber Süßigkeiten gehören definitiv nicht zu ihrem Nahrungsspektrum und sollten daher auf keinen Fall gefüttert werden!

Die Mädchen reagierten auch etwas unbehaglich. Ich wollte mich nicht wie eine Art „Polizei“ aufführen. Ich habe ja eigentlich auch nicht das Recht, anderen sagen zu können, dass sie etwas nicht tun sollten oder dürften. Aber die Tiere mit Süßigkeiten füttern war für mich in dem Moment einfach unverständlich. Und ist es jetzt immer noch!

Ich konnte es wirklich nicht verstehen und ich musste etwas sagen! Ich sah wie ein Hamster irgendwas Pinkes in seinen Bau trug!

Später sah ich einen Hamster noch von weitem, wie er bei den zwei Frauen in den Taschen nach etwas Fressbarem suchte. Ich sagte nichts mehr und blieb dort wo ich war. Er schien sowieso nichts mehr gefunden zu haben.

Da der Friedhof viele Besucher hat, ist es wohl natürlich, dass die Feldhamster immer zahmer werden und ihre Scheu verlieren.

Ich hatte einen ähnlichen Moment. Ich war barfuß und saß oder lag im Gras. Irgendwann fand einer der Hamster meine Schuhe und untersuchte das Innere.

Hamster auf dem Zentralfriedhof in Wien
Feldhamster auf dem Zentralfriedhof in Wien

Ich ließ es einfach geschehen.

Und ja, es war sehr schön die Feldhamster so nah zu haben. Ich verstehe absolut, sich über die Tiere zu erfreuen.

Aber ich fütterte sie nicht! Selbst wenn ich die Idee gehabt hätte, die Tiere zu füttern (was ich sowieso nie gemacht hätte, außer es wäre empfohlen worden), dann hätte ich ihnen niemals Süßigkeiten gegeben.

Unter den Feldhamstern gab es einen, der besonders zahm und zutraulich schien. Wie goldig er doch war!

Feldhamster

Doch irgendwas schien bei ihm anders zu sein. Nach einer gewissen Zeit bemerkte ich, dass er blind oder halbblind war.

Wie alt dieser Hamster wohl schon war?

Was bedeutet es für einen Hamster, (halb)blind zu sein?

Muss er nicht vorsichtiger sein, damit er nicht von irgendwelchen Räubern gefangen wird?

Dieser Hamster schien jedoch alles andere als vorsichtiger zu sein. Ganz im Gegenteil.

Feldhamster
Feldhamster

Ich konnte nicht erkennen, ob der Hamster mich wahrnahm. Es war ein so zahmes Tier und - so wie es mir erschien - irgendwie unvorsichtig. Ich konnte nichts dagegen machen. Das Einzige was ich tun konnte war, Distanz zu halten.

An dem Abend hatte ich noch eine andere großartige Beobachtung. Ich sah zwei erwachsene Feldhamster interagieren.

Aber um was ging es den beiden?

Kämpften sie? Oder vielleicht spielten sie ja nur? Aber spielen erwachsene Hamster überhaupt?

Treffen sich die zwei jeden Abend?

Leider kann ich nicht mehr dazu sagen. Das Zusammentreffen der Beiden war einfach zu kurz. Außerdem wollte ich Distanz halten. Bei den Lichtbedingungen, der Distanz und der Schnelligkeit wie sie sich bewegten erschwerten sie es mir, ein gutes Foto zu erhalten. Ich fotografiere einfach zu selten bei schlechteren Lichtbedingungen. Es wurde schließlich schon dunkler.

Feldhamster in Wien
Feldhamster in Wien

Irgendwann entschloss ich mich, es für den Tag gut sein zu lassen. Ich hatte viel von den Feldhamstern gesehen. Nach dem Kampf (?) verließ ich schließlich den Zentralfriedhof. Der Friedhof war sowieso kurz davor geschlossen zu werden. Natürlich wollte ich nicht über Nacht bleiben.

Zentralfriedhof in Wien

Nach zwei wunderschönen Besuchen auf dem Zentralfriedhofes, hatte ich nun wirklich tolle Tiersichtungen dort von Feldhamstern gehabt. Ich wünsche mir, den Ort irgendwann wieder besuchen zu können...

Artenportrait: Feldhamster

Der Feldhamster Cricetus cricetus ist die einzige Art innerhalb der Gattung Cricetus. Bei den Feldhamstern handelt es sich um Nagetiere aus der Familie der Wühler (Cricetidae), zu der neben den Hamstern auch Wühlmäuse, Lemminge, Bisamratten und Neuweltmäuse gehören. Alle von ihnen gehören zu den Nagetieren - also zu einer sehr diversen Ordnung.

Feldhamster haben ein kastanienbraunes Fell mit weißen Flecken auf der Rückenseite. Die Bauchseite dagegen ist schwarz. Der Feldhamster hat außerdem einen kurzen Schwanz, wiegt normalerweise weniger als 500g und hat eine Größe von etwa 40cm.

Feldhamster in Wien

Diese Hamster sind typische Bewohner von Graslandschaften. Sie kommen in weiten Teilen Eurasiens vor. Von Belgien über andere Staaten Zentraleuropas, über Ukraine und Kasachstan bis Russland. Wahrscheinlich gibt es sie auch in China. Aber das ist noch nicht ganz geklärt.

Auch wenn eine Tierart eine weite Verbreitung hat, bedeutet das nicht, dass man sich um sie keine Sorgen machen müsste. Zur Erinnerung. Der Feldhamster ist „vom Aussterben bedroht“ und die Populationen scheinen laut IUCN noch weiter abzunehmen.

Feldhamster in Wien

Interessant: Möchtest du mehr über die Feldhamster in Wien erfahren und welchen Einfluss Lärm auf die Tiere hat? Gibt es überhaupt einen Einfluss? Und wo bauen die Feldhamster bevorzugt ihre Baue? Gibt es da irgendwelche Vorlieben? Was sind ihre Hauptaktivitäten am Morgen und am Abend? Nach Nahrung suchen oder irgendeine andere Aktivität? Klicke auf den Link der Studie, um mehr zu erfahren.

Obwohl ich sehr viele Feldhamster auf dem Zentralfriedhof in Wien sah, handelt es sich bei diesen Hamstern interessanterweise um Einzelgänger, die selten irgendwelche soziale Interaktionen eingehen.

Als eine nachtaktive und/oder dämmerungsaktive Tierart, verlassen sie vor allem am Morgen oder am Abend ihren Bau. Da mehr und mehr Lebensraum der Feldhamster und der vieler anderer Tiere durch menschliche Aktivitäten (siehe Landwirtschaft und Vergrößerung der Städte) verschwindet, stellt sich die Frage, wie beeinflusst das die Hamster in ihren täglichen Aktivitäten?

Zum Beispiel wurde in einer früheren Studie herausgefunden, dass künstliches Licht das Verhalten der Feldhamster bei der Nahrungssuche beeinflusst hat und dass das nachteilige Auswirkungen bei Umsiedlungsversuchen - und damit bei Artenschutzmaßnahmen - haben könnte.

Feldhamster in Wien

Leider ist der Feldhamster bis jetzt noch zu keiner Flaggschiffart so wie Orang-Utans oder Pandas geworden. In der Vergangenheit betrachtete man diese Hamster sogar als Schädling.

Tipp: Eine weitere Sehenswürdigkeit in Wien sind die Blumengärten Hirschstetten. Es ist ein sehr schöner Ort. Aber auch recht gut besucht. Sogar von Schulklassen und Kindergartengruppen. Für Tierinteressierte gibt es dort aber noch eine weitere interessante Tierart zu sehen. Und zwar sind das die Ziesel.

Eindrücke von Wien

Obwohl meine Hauptziele in Wien die Feldhamster und die Ziesel waren, so kann ich diesen Blogbeitrag nicht schließen, ohne ein paar Eindrücke von Wien gezeigt zu haben.

Wien ist eine wirklich wunderschöne Stadt!

Eine Sehenswürdigkeit im Stadtzentrum von Wien ist der Stephansdom.

Stephansdom in Wien

In Wien genoss ich es sehr durch die Altstadt zu spazieren. Aber auch entlang einer der Hauptstraßen wo ich die riesigen schönen Gebäude betrachten und bewundern konnte.

Wien in Österreich
Wien in Österreich
Wien in Österreich
Wien in Österreich

Das sind jetzt nur ein paar wenige Eindrücke von Wien. Da es sich auf dem Blog ja hauptsächlich um Tiere dreht, wollte ich mich hier kurzhalten.

Praktische Informationen

Anreise nach Wien

Ich reiste mit dem Zug nach Wien. Da ich mich im Allgäu aufhielt, gab es einige Verbindungen nach Wien. Auf der Webseite der Deutschen Bahn kann man die Tickets direkt kaufen.

In Wien entschied ich mich für ein 72-Stunden-Ticket. Ich bezahlte 17,10 Euro. Diese Art mich fortzubewegen war unkompliziert und effektiv. Ich kaufte das Ticket an einem der vielen Ticketautomaten in einer U-Bahn-Station. Nach dem Entwerten war das Ticket 72 Stunden gültig. Die aktuellsten Informationen zu den Tickets und Fahrplänen gibt es auf der offiziellen Webseite der Wiener Linien.

Unterkunft in Wien

Ich übernachtete im Time Out City Hotel in der Windmühlgasse 6, 1060 Wien. Ich buchte ein Einzelzimmer für vier Nächte und bezahlte 160,75 Euro. Es war ein schönes und ruhiges Zimmer. Perfekt für einen kurzen Aufenthalt in Wien. Kein Luxus und keine Extras. Ideal für Reisende, die einen ruhigen Rückzugsort nach einem langen Tag draußen in der Natur oder in der Stadt suchen.

Tipp: Suchst du nach einem Ort wo es veganes Essen gibt? Ich war sehr gerne in der Simply Raw Bakery in der Drahtgasse 2. Das Essen schmeckte mir und die Menschen dort waren nett. Ich mochte auch das vegane Eis von Veganista in der Neustiftgasse 23. In Wien gibt es zahlreiche Orte wo man veganes Essen bekommt. Das waren nur meine zwei Favoriten.

Mehr Informationen über die Feldhamster

Studien über die Feldhamster

Mehr über die Feldhamster

Schöne Fotografien eines Tierfotografen

Mehr über Tiere in Wien

Der Feldhamster auf Wikipedia

Der Zentralfriedhof und andere Friedhöfe in Wien

Visuelle Eindrücke von Tieren auf dem Zentralfriedhof in Wien

Ein Bericht über die Feldhamster in Wien von National Geographic

Kennst du die Feldhamster auf dem Zentralfriedhof in Wien? Falls ja, welche Erfahrungen hast du dort gemacht? Lass es mich doch in den Kommentaren wissen!

Feldhamster in Wien
Feldhamster in Wien

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