Die Stunde der Wintervögel 2026

Am zweiten Wochenende im Januar fand in diesem Jahr die Stunde der Wintervögel 2026 statt. In diesem Blogbeitrag berichte ich darüber, welche Vögel ich beobachten konnte, welche Besonderheiten es in diesem Jahr gab und welche Arten an meinem Beobachtungsort überraschenderweise ganz fehlten.

Frostige Temperaturen, ein eisiger Wind, der die Kälte noch kälter erscheinen ließ, und vereiste Wege bestimmten das Bild. Doch natürlich hielt mich dieses Winterwetter nicht davon ab, an der Stunde der Wintervögel 2026 teilzunehmen.

Was bedeutet ein solch frostiger Winter für die Vögel? Zeigen sich nach anhaltendem Frost und Schneefall mehr Tiere an den Futterhäuschen? Und lassen sich bei diesen Temperaturen in Gärten und Parks tatsächlich besonders viele Vogelarten beobachten?

Um es gleich vorwegzunehmen: Ja – für mich war es ein ganz besonderer Nachmittag. Am Sonntagmittag am Wochenende der Stunde der Wintervögel 2026 machte ich mich auf den Weg in den Volkspark Friedrichshain in Berlin, um dort eine Stunde lang die Vögel an einem Futterhäuschen zu beobachten.

Stunde der Wintervögel 2026

Information: In meinen früheren Beiträgen zur Stunde der Wintervögel habe ich bereits beschrieben, worauf es bei der Vogelbeobachtung ankommt. Schau dort gerne noch einmal vorbei. An der Aktion habe ich bereits in den Jahren 2025, 2023, 2022, 2021 und 2020 teilgenommen.

Aufgrund der eisigen Kälte war ich zunächst hin- und hergerissen, ob ich meine Kamera mitnehmen sollte. Bei solchen Temperaturen drohen einem schließlich schnell klamme, beinahe eingefrorene Finger. Letztlich entschied ich mich doch dafür – und war mehr als glücklich über diese Entscheidung.

Noch bevor ich das Futterhäuschen erreichte, machte ich eine Vogelbeobachtung der besonderen Art: Ein Mäusebussard saß scheinbar seelenruhig auf einem Ast.

Stunde der Wintervögel 2026

Er war wunderschön.

Kaum hatte ich den Mäusebussard entdeckt, blieb auch eine Familie stehen, um den Greifvogel zu beobachten – den man in Berlin übrigens regelmäßig sehen kann. Dennoch war es wie jedes Mal eine besondere Begegnung, denn er saß außergewöhnlich ruhig auf dem Ast. Und das mitten in einem belebten Stadtpark wie dem Volkspark Friedrichshain.

Über dem Mäusebussard machte sich ein Eichelhäher bemerkbar.

Stunde der Wintervögel 2026

Er war natürlich auch wunderschön. Nach diesen ersten beiden Beobachtungen war ich nun wirklich gespannt, welche weiteren Vögel ich an diesem Mittag noch entdecken würde.

Auch noch bevor ich das Futterhäuschen erreichte, begegnete ich unzähligen Kohlmeisen. Auf dem mit Schnee und Eis bedeckten Boden lag etwas Vogelfutter – und das wussten die Meisen natürlich ganz genau. Sie flogen von Ast zu Ast, vom Ast zum Zaun und immer wieder hinunter auf den Boden. Es herrschte ein regelrechtes Gewusel auf dem Weg.

Eigentlich wollte ich weiter zum Futterhäuschen, doch ehrlich gesagt musste ich anhalten und den Kohlmeisen erst einmal zusehen, wie sie geschäftig hin und her flogen.

Stunde der Wintervögel 2026
Stunde der Wintervögel 2026

Es war Anfang Januar, und ich muss zugeben, dass ich im Trubel und Stress der vergangenen Wochen kaum Zeit im Park verbracht hatte. In diesem Moment wurde mir bewusst, wie wichtig mir die Vögel sind – und wie gut mir solche Beobachtungen tun. Vielleicht wäre ich an diesem Tag gar nicht hinausgegangen, wenn es die Stunde der Wintervögel 2026 nicht gegeben hätte?

Nichtsdestotrotz entdeckte ich in der Nähe der vielen Kohlmeisen eine Amsel. Ich liebe ihren Gesang und stellte fest, wie lange ich ihn schon nicht mehr gehört hatte. An diesem Tag sang sie zwar nicht, doch allein ihr Anblick, wie sie ruhig im Baum saß, machte mich glücklich und zufrieden.

Stunde der Wintervögel 2026

Schließlich machte ich mich auf den Weg zum Futterhäuschen. Auf dem Gehweg fiel mir noch eine Nebelkrähe auf, die keinerlei Scheu zeigte und ganz entspannt umherlief. Vorsichtig machte ich einen Bogen um sie und setzte meinen Weg zum Futterhäuschen fort.

Nebelkrähe in Berlin

Als ich die Treppe zum Futterhäuschen hinaufging, entdeckte ich von Weitem ein Eichhörnchen, das im Schnee wühlte. In meiner Tasche hatte ich Haselnüsse, die ich dem kleinen Parkbewohner gerne angeboten hätte. Doch an diesem Tag blieb das Eichhörnchen vorsichtig auf Distanz und traute sich nicht in die Nähe der Menschen.

Eichhörnchen im Volkspark Friedrichshain
Eichhörnchen im Volkspark Friedrichshain

Da ich ja Vögel zählen wollte, ließ ich die Eichhörnchen links liegen – obwohl ich sie eigentlich sehr gern mag.

Am Futterhäuschen angekommen, entdeckte ich gleich zwei interessierte Vogelbeobachter davor. Kaum war ich da, rief einer von ihnen: „Schwanzmeise!“

Wie? Wo? Was? Schwanzmeisen? Ja, wirklich, Schwanzmeisen.

Schwanzmeisen in Berlin

Wow! Das war natürlich eine ganz besondere Beobachtung: Eine Gruppe Schwanzmeisen! Leider blieben sie nur einen kurzen Moment – ein Hund verscheuchte sie, und schon waren sie wieder weg.

Die Schwanzmeise, die ich fotografieren konnte, hatte ein weißes Köpfchen. Von den Schwanzmeisen gibt es mehrere Unterarten, die sich vor allem in der Kopfzeichnung unterscheiden. Da weißköpfige Schwanzmeisen vorwiegend in Nord- und Osteuropa vorkommen, vermute ich, dass diese kleine Gruppe wahrscheinlich aus diesen Regionen stammte.

Schwanzmeisen in Berlin

Information: Übrigens gehören Schwanzmeisen nicht wie Kohl- und Blaumeisen zur Familie der Meisen (Paridae), sondern bilden eine eigene Familie, die der Schwanzmeisen (Aegithalidae). Diese umfasst derzeit etwa acht Arten – im Vergleich zu rund 50 Arten bei den „klassischen“ Meisen.

Auch wenn die Schwanzmeisen schnell wieder davonflogen, war ich begeistert von dieser weiteren Beobachtung. Ich hatte so viel Glück! Oder waren es vielleicht einfach die eisigen Temperaturen, die so viele Vögel in den Park und an das Futterhäuschen lockten?

Im Volkspark Friedrichshain sind die Vögel übrigens daran gewöhnt, dass Parkbesucher:innen ihnen Futter anbieten. Am Futterhäuschen begegnen mir immer wieder Menschen, die sich genauso für die Vögel begeistern wie ich.

Stunde der Wintervögel 2026

Das gibt mir Hoffnung, denn die Vögel brauchen Freundinnen und Freunde. Ich war daher auch gespannt, wie viele Menschen wohl im Vergleich zum Vorjahr teilnehmen würden – besonders bei den eisigen Temperaturen!

Am Futterhäuschen tummelten sich vor allem viele Kohlmeisen (linkes Foto) und Blaumeisen (rechtes Foto). Ich versuchte, sie für die Stunde der Wintervögel 2026 zu zählen, doch bei dem ständigen Gewusel war es gar nicht so einfach, genau zu erkennen, wie viele es tatsächlich waren.

Stunde der Wintervögel 2026
Stunde der Wintervögel 2026

Plötzlich tauchte ein Eichhörnchen wieder auf. Doch genauso schnell, wie es erschienen war, verschwand es auch wieder. An diesem Mittag traute es sich offenbar nicht zum Futterhäuschen. Normalerweise holen sich Eichhörnchen dort immer etwas, doch an diesem Tag hielten sie Abstand – vielleicht wegen der Hunde oder wegen uns Besucher:innen. Wobei an anderen Tagen kommen sie auch ans Futterhäuschen...

Auf dem Boden entdeckte ich plötzlich ein Amselweibchen.

Stunde der Wintervögel 2026

Das Amselweibchen blieb insgesamt eher zurückhaltend. Generell habe ich das Gefühl, dass ich immer weniger Amseln sehe. Ob es tatsächlich weniger werden – in Berlin oder deutschlandweit – kann ich anhand meiner Beobachtungen natürlich nicht beurteilen.

Nicht auf dem Boden, aber hoch in den Bäumen entdeckte ich eine Ringeltaube (linkes Foto) und eine Nebelkrähe (rechtes Foto).

Stunde der Wintervögel 2026
Stunde der Wintervögel 2026

Die Nebelkrähe hatte einiges mitzuteilen: Oben im Baum machte sie lautstark auf sich aufmerksam.

Später gesellten sich noch weitere Nebelkrähen zu einer Futterstelle, an der Parkbesucher:innen Futter abgelegt hatten, und bedienten sich dort ausgiebig. Wenn die Krähen am Futter sind, halten sich die kleineren Vögel in der Regel lieber zurück.

Nebelkrähen in Berlin

Immer wieder suchte ich den Boden ab, denn zuvor hatte ich ein Rotkehlchen beobachtet, das sich unter ein paar Baumstämme duckte und offenbar nach etwas suchte.

Nur für einen kurzen Moment ließ es sich blicken, dann verschwand es wieder unter und hinter die Baumstämme – dort, wo ich schon mehrfach Brandmäuse beobachten konnte.

Rotkehlchen im Volkspark Friedrichshain

Was mir in diesem Moment auffiel: Bis jetzt hatte ich noch keinen einzigen Haussperling gesehen. Normalerweise tauchen sie an der Futterstelle auch nicht besonders häufig auf – aber diesmal wirklich kein einziger!

Ich suchte und suchte, doch vergeblich. Stattdessen entdeckte ich einen Buchfinken. Nein – sogar zwei! Die beiden hielten sich jedoch eher versteckt und schienen unschlüssig, ob sie ans Futterhäuschen gehen sollten oder nicht. Meistens blieben sie auf den Ästen sitzen, und nur einmal wagte sich einer von ihnen heraus, um nach seinen Lieblingskörnern zu suchen.

Buchfink im Volkspark Friedrichshain
Buchfink im Volkspark Friedrichshain

Es gab übrigens auch Vögel, die ich nur hörte: den Kleiber (linkes Foto) und den Gartenbaumläufer (rechtes Foto). Den Kleiber erkenne ich mittlerweile zuverlässig an seiner Stimme, den Gartenbaumläufer eigentlich auch. Da ich den Gartenbaumläufer jedoch nur ganz, ganz kurz zu hören meinte, zählte ich ihn bei der Stunde der Wintervögel 2026 nicht mit – vielleicht hatte ich mich ja auch verhört.

Kleiber im Volkspark Friedrichshain
Baumläufer im Volkspark Friedrichshain

An diesem Sonntagmittag war auch der Grünspecht akustisch im Hintergrund präsent – doch ich hörte ihn kein einziges Mal. Dafür sah ich ihn! Die Sonne strahlte auf sein Gefieder, sodass Rot und Grün regelrecht leuchteten. Und dieses Mal konnte ich den Grünspecht sogar etwas besser fotografieren!

Grünspecht im Volkspark Friedrichshain

Und es war nicht nur ein Grünspecht – es waren sogar zwei!

Beide schienen die Baumstämme nach etwas Fressbarem abzusuchen. Ich beobachtete sie, blickte nach oben und versuchte, sie zu fotografieren. Auch Spaziergänger:innen blieben stehen und schauten nach oben. Was mochte dort wohl so Interessantes zu sehen sein?

Grünspecht im Volkspark Friedrichshain
Grünspecht im Volkspark Friedrichshain

Ich blieb noch ein wenig bei den beiden Grünspechten, legte meine Kamera aber bald wieder weg, denn an diesem eisigkalten Tag drohten meine Finger zu erfrieren.

Irgendwann war die Stunde, die ich für die Stunde der Wintervögel 2026 gezählt hatte, vorbei. Doch ich wollte mich noch ein wenig im Park umschauen – vielleicht würde ich den Schwanzmeisen oder anderen Vögeln nochmals begegnen.

Auf eine Gruppe Wintergoldhähnchen hätte ich mich ebenfalls gefreut. Doch die kleinen Gesellen blieben aus, dafür begegneten mir tatsächlich nochmals die Schwanzmeisen.

Stunde der Wintervögel 2026

Information: Wintergoldhähnchen habe ich im Volkspark Friedrichshain tatsächlich schon einmal beobachten können. Eines dieser kleinen Vögel ist in meiner Fotogalerie zu sehen – und ein Foto davon habe ich sogar als Foto des Monats im November 2024 gezeigt.

Doch zunächst flog die einzelne Schwanzmeise wieder davon. Sie hielt sich nur einen Meter über mir auf – so nah und wunderschön.

Als sie verschwunden war, fiel mein Blick auf einen Buntspecht weit oben im Baum. Zuerst hörte ich nur sein typisches Hämmern, dann entdeckte ich ihn schließlich auch mit den Augen.

Stunde der Wintervögel 2026

Da es sehr kalt war, beschloss ich, mich auf den Heimweg zu machen. Doch plötzlich hörte ich wieder ein leises Gezwitscher, das mich an einen Trupp Schwanzmeisen erinnerte – einfach gehen konnte ich da nicht. Ich durchsuchte die Gebüsche und machte mich auf den Weg zu einer weiteren Futterstelle im Volkspark Friedrichshain. Ein paar Blaumeisen flogen emsig hin und her.

Stunde der Wintervögel 2026

Und dann, plötzlich, entdeckte ich eine Schwanzmeise, die im Schnee auf dem Boden saß. War sie die einzige? Oder hielten sich die anderen vielleicht noch irgendwo in der Nähe auf? Schwanzmeisen sind normalerweise in Trupps unterwegs. Würden sie wohl zur Futterstelle kommen und das Futter mit den Kohl- und Blaumeisen teilen?

Stunde der Wintervögel 2026

Ja, genau das taten sie. Die Schwanzmeisen näherten sich der Futterstelle und durchstöberten eifrig das Futter.

Stunde der Wintervögel 2026
Stunde der Wintervögel 2026

Ich näherte mich nicht weiter, um die Vögel nicht zu erschrecken. Doch irgendwie hatte ich das Gefühl, dass diese Schwanzmeisen nicht mehr ganz so schreckhaft waren. An dieser Stelle des Parks laufen übrigens keine Hunde vorbei.

Mindestens sechs Schwanzmeisen waren unterwegs, vielleicht sogar noch mehr. Einige hielten sich direkt an der Futterstelle auf, während ich eine einzelne Schwanzmeise im blattlosen Gebüsch entdeckte.

Stunde der Wintervögel 2026

Zum Glück war ich noch nicht nach Hause gegangen!

Schwanzmeisen sind im Winter in Berlin zwar regelmäßig zu beobachten, doch ich sehe sie dennoch nicht allzu oft. Deshalb wollte ich die Zeit mit den Schwanzmeisen an diesem Tag der Stunde der Wintervögel 2026 ausgiebig nutzen und sie lange beobachten – auch wenn es kalt war.

Stunde der Wintervögel 2026

Vielleicht waren es dieselben Schwanzmeisen, die ich schon zuvor gesehen hatte? Auch sie hatten wieder weiße Köpfchen und keine gestreiften. Sicher sagen kann ich es nicht, doch ich vermute es.

Die Schwanzmeisen boten mir zahlreiche Gelegenheiten zum Fotografieren. Mit ihren kurzen Flügeln und den großen Augen wirkten sie einfach unglaublich fotogen.

Nach einer Weile machte ich mich schließlich doch auf den Heimweg. Kalt war es nach wie vor – und umso gespannter war ich nun auf die Ergebnisse. Für mich war es ein rundum erfolgreicher Vogelbeobachtungstag.

Stunde der Wintervögel 2026

Information: Die Stunde der Wintervögel 2026 ist nun schon vorbei. Falls du bei der nächsten Zählung mitmachen möchtest, im Mai findet die nächste Zählung – die Stunde der Gartenvögel – statt. Informiere dich am besten auf der Webseite vom NABU wann die nächsten Zählungen stattfinden.

Ergebnisse der Stunde der Wintervögel 2026

In diesem Jahr fand die Stunde der Wintervögel 2026 nun schon zum 16. Mal statt. Wie weiter oben bereits erwähnt, habe ich an dieser bundesweiten Zählaktion schon mehrfach teilgenommen. Da es an jenem Wochenende besonders kalt war, war ich sehr gespannt auf die Ergebnisse. Wie viele Menschen lassen sich an so frostigen Tagen fürs Vogelzählen begeistern? Zeigen sich an solchen Tagen bestimmte Arten besonders häufig – und andere eher weniger?

Der erste Tag begann mit einem Sturmtief. Laut NABU beteiligten sich vor allem Menschen in den Bundesländern, in denen das Sturmtief viel Schnee ankündigte – ein interessanter Zusammenhang.

Trotz des Wetters zählten Menschen am gesamten Wochenende fleißig mit, und an die Spitze schaffte es auch in diesem Jahr wieder der Haussperling.

Stunde der Wintervögel 2026

Information: Wenn du alle Ergebnisse des NABU sehen möchtest, lohnt sich ein Blick auf die offizielle Webseite. Dort findest du auch die Ergebnisse der vergangenen Jahre.

Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Beobachtungen von Haussperlingen um etwa 15 % zurück. In Berlin betrug der Rückgang sogar 46 %, sodass der Haussperling hier nur noch Platz 2 erreichte – im Jahr davor lag er in Berlin noch auf Platz 1. Auch der NABU weist in seiner Zusammenfassung zur Stunde der Wintervögel 2026 darauf hin, dass der Trend bei Haussperlingen, aber auch bei Feldsperlingen leider nach unten zeigt.

Deutschlandweit erreichte die Kohlmeise Platz 2, in Berlin hingegen Platz 1. Es scheint also ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen beiden Arten zu geben, wobei der Trend – wie erwähnt – bei den Haussperlingen leider rückläufig ist.

Kohlmeisen im Volkspark Friedrichshain

Auf Platz 3 landete sowohl deutschlandweit als auch in Berlin die Blaumeise. Das scheint auch mit meinen Beobachtungen übereinzustimmen: Gefühlt sehe ich mehr Kohl- als Blaumeisen. Natürlich sind jedoch Daten aus vielen Beobachtungen notwendig, um verlässliche Aussagen treffen zu können – und genau dafür gibt es die Stunde der Wintervögel 2026.

Auf Platz 4 und 5 in Berlin landeten die Nebelkrähe (linkes Foto) und die Ringeltaube (rechtes Foto). Die Amsel erreichte in Berlin dagegen nur Platz 6. Deutschlandweit sah es ein wenig anders aus: Dort belegte die Amsel Platz 4, der Feldsperling Platz 5 und der Buchfink Platz 6.

Nebelkrähe im Volkspark Friedrichshain
Ringeltauben im Volkspark Friedrichshain

Erfreulich ist natürlich, dass die Amsel wieder häufiger gesichtet wurde, denn in der Vergangenheit war sie bereits vom Usutu-Virus betroffen. Schön zu sehen, dass sie nun vermehrt beobachtet werden konnte.

Interessant für mich war auch, dass der Buchfink deutschlandweit auf Platz 6 landete, in Berlin jedoch nur Platz 23 erreichte.

Stunde der Wintervögel 2026

Insgesamt wurde der Buchfink jedoch häufiger gesehen als im Jahr zuvor. Vielleicht zieht es ihn an so eisigen Tagen verstärkt an die Futterhäuschen.

Während einige Vogelarten häufiger beobachtet wurden, scheinen andere seltener aufzutauchen. So sah ich zwar einen Eichelhäher, insgesamt wurden jedoch weniger gemeldet als im Vorjahr. Das könnte am vorherigen Eichelmastjahr gelegen haben, wodurch die Eichelhäher im Wald mehr Futter finden als gewöhnlich.

Und die Schwanzmeisen?

Stunde der Wintervögel 2026

Die Schwanzmeisen wurden in Berlin über 90 % häufiger gemeldet als im Jahr zuvor und erreichten Platz 13. Im Jahr davor lagen sie noch auf Platz 21. Deutschlandweit erreichten sie bei der Stunde der Wintervögel 2026 Platz 15 – im Vorjahr ebenfalls Platz 21, wie in Berlin.

Ich hatte schon das Gefühl, dass dieses Jahr mehr Schwanzmeisen zu beobachten sein würden – vielleicht wegen der eisigen Temperaturen. Ob der Anstieg tatsächlich daran lag, lässt sich nicht sicher sagen. Laut NABU gab es jedoch offenbar einen Einflug aus dem Norden. Zur Erinnerung: Schwanzmeisen aus dem Norden haben eher weiße Köpfchen.

Stunde der Wintervögel 2026

Bundesweit haben in diesem Jahr über 140.000 Vogelfreund:innen an der Stunde der Wintervögel 2026 teilgenommen. Im Vorjahr waren es etwas mehr als 122.000. Es ist also deutlich zu sehen, dass in diesem Jahr noch mehr Menschen mitgemacht haben – und das an einem so herausfordernden Wochenende mit Sturmtief und eisigen Temperaturen.

Besorgniserregend ist, dass an immer weniger Beobachtungsorten – etwa in Gärten oder Parks – Vögel gezählt werden. Laut NABU zeigt sich ein deutlicher Abwärtstrend.

Insgesamt wurden übrigens auch mehr Vögel gezählt: über 3 Millionen. Im Vorjahr waren es weniger. Die Teilnahme war also nicht nur für mich persönlich ein voller Erfolg, sondern insgesamt auch ein Erfolg für die Vögel – so viele interessierte Menschen mehr an der Vogelwelt!

Information: Schau dir die Ergebnisse des NABU doch einmal genauer an – dort gibt es viele spannende Beobachtungen zu entdecken. Ein Wiedehopf im Winter in Deutschland? Oder eine Mönchsgrasmücke? Nimm dir Zeit, schau genau hin und bleib neugierig.

Mehr Informationen

Zusammenfassung der Stunde der Wintervögel 2026 vom NABU

Ergebnisse der Stunde der Wintervögel 2026

Stunde der Wintervögel 2025

Stunde der Gartenvögel 2025

Hast du bei der Stunde der Wintervögel 2026 mitgemacht? Falls ja, welche Vögel hast du beobachtet? Lass es uns doch in den Kommentaren wissen. 

Stunde der Wintervögel 2026
Stunde der Wintervögel 2026

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