In Wilhelmshaven fanden Ende April bis Anfang Mai die Schweinswaltage 2026 statt. In diesem Jahr gab es dabei einen besonderen Anlass: Die Veranstaltung feierte ihr 10-jähriges Jubiläum. Für mich waren es zugleich die ersten Schweinswaltage, die ich besucht habe. Mit der Hoffnung, vielleicht sogar einige Schweinswale beobachten zu können, machte ich mich auf den Weg. Ob ich dabei Erfolg hatte, erfährst du in diesem Beitrag.
Schweinswaltage 2026
Warum gilt ausgerechnet der April als besonders gute Zeit, um Schweinswale in Wilhelmshaven zu beobachten? Wie viele Tiere leben dort eigentlich? Und ist es wirklich möglich, die kleinen Meeressäuger sogar direkt von Land aus zu sehen?
Mit genau diesen Fragen beschäftigte ich mich, bevor meine Reise nach Wilhelmshaven begann. Umso mehr freute ich mich, dass es dieses Jahr endlich geklappt hat. Schon lange wollte ich einmal zu den Schweinswaltagen fahren, doch bisher lagen die Termine immer so ungünstig, dass sich die Reise an einem kurzen Wochenende kaum umsetzen ließ.
Falls du selbst einmal an den Schweinswaltagen teilnehmen möchtest, lohnt sich eine frühzeitige Planung. Viele Schiffs- und Bootstouren waren bereits lange im Voraus ausgebucht.
Ich hatte diesmal Glück und konnte mir noch einen Platz auf einer einstündigen Tour mit dem Helgoländer Börteboot sichern.
Information: Ich meldete mich einige Wochen vor den Schweinswaltagen für den Newsletter des Besucherzentrums Wattenmeer an, um möglichst früh zu erfahren, wann die Schiffs- und Bootstouren freigeschaltet werden. Tatsächlich war eine frühzeitige Buchung auch notwendig: Meine Tour auf dem Börteboot reservierte ich bereits knapp zwei Monate im Voraus. Für eine Schweinswaltour mit der „Nordwind“ war es bereits zu spät.
Beim Helgoländer Börteboot handelte es sich um einen kleinen Fischkutter namens „Arngast“. Bereits um 9 Uhr morgens begann unsere Tour.
Los ging es am Ende der Südstrandpromenade in Wilhelmshaven. Das Wetter hätte für eine Schweinswaltour kaum besser sein können: kein Wind, keine Wellen und weder Regen noch Nebel. Stattdessen sorgte strahlender Sonnenschein für ideale Sichtungsbedingungen und einen wunderschönen Start in den Tag.
Doch würde uns das tatsächlich Glück bringen?
Schon vor dem Ablegen waren zahlreiche Vögel zu beobachten. Besonders die Rauchschwalben schienen überall unterwegs zu sein.
Die Rauchschwalben waren kaum zu übersehen.
Anfangs war ich noch sehr optimistisch, an dem Tag Schweinswale zu sehen. Doch als ich erfuhr, dass am Vortag tagsüber keine Tiere gesichtet worden waren – lediglich ganz kurz während einer Abendtour – wurden meine Erwartungen wieder etwas realistischer.
Allerdings wusste ich bereits aus eigener Erfahrung, dass Schweinswale nur schwer zu beobachten sind. Diese Erfahrung hatte ich schon in der Flensburger Förde gemacht: Dort konnte ich zwar Schweinswale sehen, allerdings nur für wenige Sekunden. Auch in Island war ich bereits auf einer Walbeobachtungstour unterwegs, bei der Schweinswale gesichtet wurden. Leider stand ich genau auf der falschen Seite des Bootes und verpasste den Moment.
Trotzdem freute ich mich auf die Tour und hoffte weiterhin, wieder Schweinswale zu entdecken.
Information: Falls du mehr über meine Begegnung mit Schweinswalen in der Flensburger Förde erfahren möchtest, wirf gern einen Blick in meinen früheren Beitrag. Und auch wenn ich die Schweinswale in Island damals verpasst habe, konnte ich dort dennoch beeindruckende Wal- und Delfinbeobachtungen machen. Darüber habe ich ebenfalls bereits geschrieben.
Während der Fahrt erfuhren wir viele spannende Informationen über die Schweinswale und den Jadebusen.
Nach Schätzungen aus dem Jahr 2022 leben etwa 339.000 Schweinswale in der Nordsee, wobei die tatsächliche Zahl vermutlich irgendwo zwischen 200.000 und 400.000 Tieren liegt. Im Frühjahr folgen die Schweinswale den Heringen in den Jadebusen, da sie dort reichlich Nahrung finden. Genau deshalb finden die Schweinswaltage auch im Frühling statt: In dieser Jahreszeit stehen die Chancen besonders gut, die sonst eher schwer zu beobachtenden Meeressäuger zu entdecken.
Während ich den Erklärungen lauschte, glitt mein Blick immer wieder über die Wasseroberfläche – stets in der Hoffnung, irgendwo eine kleine Rückenflosse zu entdecken. Doch zunächst zeigte sich kein Schweinswal. Stattdessen tauchte plötzlich ein Seehund auf.
Leider blieb der Seehund nur kurz in unserer Nähe, bevor er wieder im Wasser verschwand.
Was mir während der Fahrt besonders auffiel, waren die zahlreichen Windräder in der Umgebung. Dadurch kamen wir auch auf die Gefahren zu sprechen, die der Bau von Windkraftanlagen für Schweinswale mit sich bringen kann. Vor allem die Bauarbeiten unter Wasser verursachen enormen Lärm – ein großes Problem für Tiere, die so stark auf ihr empfindliches Gehör angewiesen sind wie Schweinswale.
Über die vielen Gefahren, denen Schweinswale ausgesetzt sind, hatte ich bereits in meinem früheren Beitrag über die Schweinswale in der Flensburger Förde geschrieben. Sich damit näher zu beschäftigen, war damals wirklich erschreckend.
Uns wurde erklärt, dass beim Bau der Anlagen inzwischen Rücksicht auf die Tiere genommen wird und Arbeiten möglichst nur dann stattfinden, wenn sich keine Schweinswale in der Nähe aufhalten.
Allerdings sind es nicht nur die Bauarbeiten, die Lärm verursachen. In einem Moment spielte uns der Bootsführer Aufnahmen eines Hydrophons vor, die er in der Nähe eines Schnellpassagierschiffs gemacht hatte. Wow. Der Lärm war kaum auszuhalten – und genau diesem Krach sind die Schweinswale tagtäglich ausgesetzt.
Im selben Augenblick fühlte ich mich etwas unwohl, schließlich saß ich selbst in einem Boot. Ja, es war klein und längst nicht so laut wie ein großes Schnellpassagierschiff. Aber trotzdem bin auch ich Teil des Problems – Teil dessen, was wir vielen Wildtieren zumuten.
Wir hielten weiter Ausschau nach auftauchenden Rückenflossen. Vergeblich.
In der Ferne beobachteten wir jagende Flussseeschwalben, rastende Möwen und Kormorane sowie einen vorbeifliegenden Austernfischer.
Wir erfuhren außerdem, dass sich in den Gewässern rund um Borkum und Sylt wichtige Kalbungsgebiete der Schweinswale in der Nordsee befinden. Apropos Nachwuchs: Offenbar kommt es bei Schweinswalen aufgrund der hohen Schadstoffbelastung im Wasser auch zu Fehlgeburten. Ähnliche Probleme werden auch bei anderen Meeressäugern beobachtet, etwa bei Buckeldelfinen. Es war also nicht das erste Mal, dass ich davon hörte.
Auch andere Delfinarten, etwa die Guyana-Delfine, leben in stark belasteten Gewässern. Die Schadstoffe machen sie anfälliger für Infektionen. Besonders betroffen sind Delfine, die nah an den Küsten leben – also in unmittelbarer Nähe zu uns Menschen.
Nichtsdestotrotz neigte sich unsere einstündige Tour langsam dem Ende zu, und wir fuhren zurück. Dabei beobachteten wir noch einige Flussseeschwalben, die aufgeregt nach Fischen jagten.
Information: Falls du Interesse an einer Ausfahrt mit dem Helgoländer Börteboot hast, empfehle ich – wie bereits erwähnt – frühzeitig zu reservieren. Die einstündige Tour kostete 25,00 Euro während der Schweinswaltage 2026.
Nach der Bootstour machte ich mich wieder auf den Weg Richtung Südpromenade. Während der Schweinswaltage gibt es dort normalerweise zahlreiche Infostände und Mitmachaktionen – doch als ich ankam, war noch nichts aufgebaut. Es war einfach noch zu früh.
Gegen 11 Uhr versuchte ich, nachzufragen, ob vielleicht noch ein Platz auf dem Schiff „Nordwind“ frei sei. Eigentlich wollte ich dort ursprünglich mitfahren, doch alle Tickets waren bereits vergeben. Später stiegen dann doch alle Teilnehmenden an Bord. Auch auf der „Harle Kurier“ probierte ich es noch einmal: online ließ sich kein Ticket mehr buchen, aber es wurden vor Ort noch Restplätze vergeben. Leider war der Andrang so groß, dass ich letztlich nicht mehr mitfahren konnte. Vielleicht war das auch besser so – das Schiff war ohnehin völlig überfüllt. Die Atmosphäre wirkte hektisch; selbst an der Kasse schien die Stimmung angespannt, und es wurde teilweise ungeduldig miteinander umgegangen.
Einerseits ist es schön, dass so viele Menschen die Schweinswale sehen möchten, andererseits bleibt die Frage, zu welchem Preis.
Stattdessen buchte ich eine Hafenrundfahrt in der Hoffnung, vielleicht auch von dort aus Schweinswale beobachten zu können. Man weiß schließlich nie, wo die Tiere auftauchen.
Zuvor ging ich noch ins Besucherzentrum Wattenmeer, um mir die Fotoausstellung über Schweinswale anzusehen.
Als ich eintrat, verließ gerade eine Mutter mit ihrem Kind die Fotoausstellung. Beim Hinausgehen erklärte sie ihm, dass Schweinswale eigentlich ganz langweilige Tiere seien.
Oh je. Haben die Schweinswaltage 2026 bei ihnen noch keinen bleibenden Eindruck zugunsten der Schweinswale hinterlassen? Vielleicht ist es also doch besser, mit Booten hinauszufahren und Menschen diese Tiere überhaupt erst erleben zu lassen – auch wenn wir dabei Lärm verursachen. Der Schweinswal hat es nicht leicht: Er ist scheu und taucht oft nur für kurze Momente auf. Zumindest waren das bisher meine Erfahrungen.
So fällt es ihm offenbar schwer, die Herzen der Menschen wirklich zu erreichen.
Information: Sehr schwierig zu beobachten sind auch Brydewale. Ich war drei Monate in Südafrika und habe nur einmal einen Brydewal etwas länger sehen können – allerdings immer noch deutlich kürzer als Buckelwale oder Südkaper. Meist bekommt man von ihnen nur kurz die Rückenflosse zu sehen, bevor sie wieder in der Tiefe verschwinden.
In der Fotoausstellung waren die Schweinswale tatsächlich meist nur mit ihren Rückenfinnen zu sehen. Nur selten gelingt es, auch einmal die Augen einzufangen. Doch langweilig sind sie deshalb keineswegs – im Gegenteil. Gerade weil sie so scheu sind und so wenig von sich zeigen, wächst mein Interesse an ihnen nur noch mehr.
Beim Lesen einiger Berichte zu früheren Schweinswaltagen stieß ich darauf, dass selbst Naturfotografen oft keine Schweinswale zu Gesicht bekamen und stattdessen andere Tiere fotografierten, etwa Steinwälzer – ebenfalls faszinierende Motive.
Es schien also nicht nur mir so zu gehen.
In der Ausstellung fiel mir außerdem auf, dass viele der Aufnahmen im Nassauhafen in Wilhelmshaven entstanden waren. Auch der Tourenführer auf dem Börteboot hatte diesen Ort bereits erwähnt. Wenn die Schweinswale dort sind, dann offenbar auch für längere Zeit – man braucht vor allem Geduld und die Bereitschaft zu warten, bis sie wieder auftauchen.
Im Museumsshop sprach ich schließlich noch mit einer Frau, die mir den Nassauhafen ebenfalls empfahl. Schließlich entschloss ich mich, dorthin zu gehen.
Im Nassauhafen setzte ich mich auf eine Wiese und suchte das Wasser mit den Augen ab.
Zahlreiche Flussseeschwalben flogen geschäftig hin und her oder rasteten auf Pfählen. Immer wieder passierten kleinere und größere Boote den Hafen oder liefen ein. Es fiel mir schwer vorzustellen, dass sich ausgerechnet an einem solchen Wochenende Schweinswale hier aufhalten sollten – so viel Betrieb herrschte auf dem Wasser.
Die Frau im Museumsshop hatte außerdem gesagt, dass die Sichtungswahrscheinlichkeit bei Ebbe höher sei. Bei Flut folgten die Schweinswale offenbar den Fischen weiter hinaus ins offene Wasser.
Da ich die Hafenrundfahrt gebucht hatte, konnte ich leider nicht stundenlang im Nassauhafen bleiben und weiter beobachten. Also machte ich mich auf den Weg zur „Harle Kurier“, um an der gebuchten Tour teilzunehmen.
Habe ich dort Schweinswale gesehen?
Nein, leider auch nicht. Und ich war nicht die Einzige, die vergeblich nach ihnen Ausschau hielt.
Information: Angeblich kann man auch an der Südpromenade nachfragen, ob irgendwo Schweinswale gesichtet wurden. Da ich die meiste Zeit unterwegs war, habe ich dort allerdings nicht mehr nachgefragt. Von dort aus werden die Tiere übrigens auch mit Ferngläsern vom Land aus beobachtet. Am besten schaut man auf der offiziellen Seite der Schweinswaltage nach, welche Programmpunkte an den jeweiligen Tagen angeboten werden.
Der Schweinswal
Der Schweinswal gehört zu den faszinierendsten Meeressäugern unserer Küsten – und doch bekommen ihn die meisten Menschen kaum jemals zu Gesicht.
Das Besondere am Schweinswal in Deutschland: Er ist unser einziger heimischer Wal. Und nicht nur das – unter allen Arten der Schweinswalfamilie (Phocoenidae) ist der Gewöhnliche Schweinswal sogar die einzige Art, die in europäischen Gewässern vorkommt.
Ganz korrekt müsste ich eigentlich vom Gewöhnlichen Schweinswal (Phocoena phocoena) sprechen. Er ist auch unter den Namen Braunfisch, Kleiner Tümmler oder Meerschwein bekannt. Wenn ich in diesem Beitrag also einfach nur „Schweinswal“ schreibe, meine ich damit immer den Gewöhnlichen Schweinswal.
Wenn man Schweinswale überhaupt zu Gesicht bekommt – und das ist gar nicht so einfach – erkennt man meist zuerst ihre Rückenfinne. Sie sitzt hinter der Körpermitte, ist dreieckig geformt und besitzt eine stumpfe Spitze. Genau daran lassen sich Schweinswale gut von Delfinen unterscheiden, deren Rückenfinnen häufig sichelförmig und deutlich spitzer sind. Typisch für den Schweinswal ist außerdem seine dunkle Rückenseite, während Bauch und Flanken eher hellgrau bis weißlich gefärbt sind.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Schnauze: Anders als viele Delfinarten, etwa der Große Tümmler, besitzen Schweinswale keinen ausgeprägten „Schnabel“. Zudem gehören sie zu den kleinsten Walen überhaupt. Erwachsene Tiere werden etwa 1,5 bis 1,9 Meter lang, wobei Weibchen meist etwas größer sind als Männchen.
Information: Zu den anderen Schweinswalen gehören der Brillenschweinswal (Phocoena dioptrica), der Kalifornische Schweinswal (Phocoena sinus) und der Burmeister-Schweinswal (Phocoena spinipinnis) aus der Familie Phocoena. Auch der Gewöhnliche Schweinswal gehört zu dieser Gattung. Dann gibt es noch die Glattschweinswale (Neophocaena). Dazu zählen der Östliche Glattschweinswal (Neophocaena asiaeorientalis) sowie der Glattschweinswal (Neophocaena phocaenoides). Eine dritte Gattung (Phocoenoides) umfasst nur einen Schweinswal, und zwar den Weißflankenschweinswal (Phocoenoides dalli).
Schweinswale leben meist allein, zu zweit – etwa als Muttertier mit Kalb – oder in kleinen Gruppen. Anders als viele Delfinarten bilden sie jedoch keine großen Schulen; häufig bestehen ihre Gruppen aus weniger als zehn Tieren. Zudem gelten Schweinswale als eher scheu und zurückhaltend. Sie springen selten spektakulär aus dem Wasser und wirken insgesamt deutlich weniger verspielt als Delfine. Gerade deshalb sind Veranstaltungen wie die Schweinswaltage 2026 wichtig, um auf diese oft übersehenen Meeressäuger aufmerksam zu machen.
Verbreitet sind Schweinswale im Nordatlantik, einschließlich der Nordsee, sowie im Nordpazifik. Auch in der Ostsee und im Schwarzen Meer kommen sie vor. Gelegentlich folgen sie ihrer Nahrung sogar flussaufwärts. So wurden Schweinswale unter anderem bereits in Elbe, Weser und Jade gesichtet.
Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Schwarmfische wie Heringe, Sprotten und Sandaale. Doch auch Tintenfische und kleinere Kraken gehören zu ihrer Nahrung.
Neu für mich war auch, dass Schweinswale nur etwa sechs bis zehn Minuten am Stück tauchen können. Sie bleiben also vergleichsweise nicht lange unter Wasser. Trotzdem sind sie nur schwer zu beobachten und entgehen den meisten Menschen oft völlig. Andere Walarten schaffen deutlich längere Tauchgänge – etwa Pottwale oder Schnabelwale, die bis zu zwei Stunden unter Wasser bleiben können. Oder sogar noch länger?
Spannend ist außerdem, dass Schweinswale zu den wandernden Tierarten gehören. Im Frühjahr ziehen viele Tiere in küstennahe Bereiche, zum Beispiel in den Jadebusen bei Wilhelmshaven. Genau dann lassen sie sich dort besonders gut beobachten – weshalb auch die Schweinswaltage 2026 stattfinden. Im Herbst wandern die Tiere anschließend wieder in tiefere Meeresgebiete hinaus.
Wie viele andere Meeressäuger sind auch Schweinswale zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Dazu zählen unter anderem Meeresverschmutzung und Unterwasserlärm, die ihren Lebensraum zunehmend belasten. Auch die Fischerei stellt eine große Gefahr dar – beispielsweise, wenn Tiere als Beifang in Netzen verenden.
Während es den Schweinswalen in der Nordsee derzeit noch vergleichsweise gut geht, ist die Situation in anderen Regionen deutlich kritischer. In der zentralen Ostsee leben Schätzungen zufolge nur noch rund 450 Tiere. Damit zählt diese Population zu den am stärksten bedrohten Walbeständen Europas.
Weiter unten findest du einige Links, wenn du dich noch intensiver über Schweinswale informieren möchtest.
Gerade deshalb halte ich Veranstaltungen wie die Schweinswaltage 2026 – ebenso wie die vergangenen und zukünftigen Schweinswaltage – für so wichtig. Sie schaffen Aufmerksamkeit für einen kleinen Meeressäuger, den viele Menschen sonst vermutlich nie bewusst wahrnehmen würden. Ich hoffe, dass die Schweinswale auch in diesem Jahr viele Herzen erreicht haben – selbst wenn eine Beobachtung nicht immer einfach ist und so manche Tour auch mit etwas Geduld und Stress verbunden sein kann.
Besonders schön fand ich in Wilhelmshaven übrigens, dass ich nach meiner Ankunft am Bahnhof direkt von beeindruckenden Meerestier-Gemälden in einem Bahnhofstunnel begrüßt wurde. Leider habe ich bisher noch nicht herausfinden können, wer diese wunderschönen Bilder gestaltet hat. Falls du den oder die Künstler:in kennst, hinterlasse gerne einen Kommentar.
Neben den Schweinswalen sind dort auch viele andere Meerestiere kunstvoll an die Wände gemalt. Schließlich leben in den Gewässern vor Wilhelmshaven weit mehr Arten als nur der Schweinswal.
Doch nicht nur im Meer gab es für mich etwas zu entdecken: Auch einige spannende Vogelarten konnte ich in Wilhelmshaven beobachten. Welche das waren, stelle ich im nächsten Abschnitt kurz vor.
Information: Falls du mehr über die Schweinswaltage 2026 erfahren möchtest, lohnt sich ein Blick auf die offizielle Webseite der Veranstaltung. Dort findest du weitere Informationen zum Programm und zu den einzelnen Aktionen. Außerdem können dort auch Sichtungen von Schweinswalen gemeldet werden.
Vögel in Wilhelmshaven
Als ich morgens von meiner Unterkunft zum Besucherzentrum Wattenmeer spazierte, begegneten mir entlang des Bontekais und der Südpromenade bereits die ersten Vögel. Im Wasser ruhte eine Heringsmöwe (oben links), während es sich ein Kormoran (oben rechts) auf einer Straßenlampe bequem gemacht hatte. Auch die Rauchschwalben (Mitte) waren schon eifrig unterwegs. Entlang der Südpromenade sah ich außerdem Rabenkrähen (unten links) und Ringeltauben (unten rechts). Für einen kurzen Moment flog ein Austernfischer (ganz unten) laut rufend über mich hinweg und machte auf sich aufmerksam. Sein markanter Ruf war mir sofort vertraut, obwohl ich Austernfischer nur selten sehe – eigentlich nur, wenn ich an die Küste reise.
Auch während der Bootstour mit dem Helgoländer Börteboot konnte ich einige Vögel beobachten – darunter Kormorane, Möwen und Austernfischer. Am auffälligsten waren jedoch eindeutig die Flussseeschwalben.
Flussseeschwalben sind ausgesprochen geschickte und wendige Flieger. Da wir keine Schweinswale zu Gesicht bekamen, richtete sich meine Aufmerksamkeit mit großer Freude auf diese eleganten Vögel. Faszinierend war es zu beobachten, wie sie aus dem Flug heraus blitzschnell ins Wasser tauchten, um dort Fische zu fangen.
Flussseeschwalben sehen den Küstenseeschwalben übrigens sehr ähnlich.
Küstenseeschwalben haben mich bereits auf Island fasziniert. Sie gehören zu den beeindruckendsten Langstreckenziehern überhaupt, denn sie „fliegen dem Sommer hinterher“. Während sie im Sommer auf der Nordhalbkugel brüten, verbringen sie den Winter auf der Südhalbkugel – also wieder im Sommer. Dafür legen sie jedes Jahr gewaltige Strecken bis in die Antarktis zurück.
Auch Flussseeschwalben sind Langstreckenzieher. Im Gegensatz zu den Küstenseeschwalben überwintern sie jedoch „nur“ in Afrika und ziehen nicht weiter bis zur Antarktis.
Information: Falls du mehr über die Küstenseeschwalben erfahren möchtest, die ich auf Island beobachten konnte, wirf gerne einen Blick in einen meiner früheren Blogbeiträge. Gesehen habe ich sie dort beispielsweise auf der Insel Grímsey und auf der Insel Vigur.
Wilhelmshaven ist übrigens ein hervorragender Ort, um Flussseeschwalben zu beobachten. Nicht nur während der Bootstour, sondern auch im Nassauhafen konnte ich einige von ihnen entdecken.
Darüber hinaus befindet sich am Banter See eine Flussseeschwalbenkolonie, die bereits seit vielen Jahren beobachtet und wissenschaftlich begleitet wird. Dort brüten jedes Jahr mehrere hundert Paare auf künstlich angelegten Brutinseln. Im Flussseeschwalben-Infozentrum kann man außerdem noch vieles über diese faszinierenden Vögel erfahren.
So gerne hätte ich noch mehr über diese schönen und eleganten Vögel am Banter See erfahren – doch leider schaffte ich es nicht mehr dorthin.
In Wilhelmshaven war ich übrigens ausschließlich zu Fuß unterwegs. Wer an einem Tag mehr sehen möchte, für den lohnt es sich möglicherweise, ein Fahrrad zu mieten.
Information: Falls du mehr über die Flussseeschwalben in Wilhelmshaven erfahren möchtest, findest du hier weitere Informationen zum Info-Zentrum. Dort kannst du dich auch über die aktuellen Öffnungszeiten und Eintrittspreise informieren.
Ansonsten konnte ich während der Hafenrundfahrt noch einige Lachmöwen und andere Möwen beobachten.
Bei einem kurzen Spaziergang, der am Nassauhafen begann, entdeckte ich außerdem einige Steinwälzer. Auch sie sind wunderschöne Vögel – selbst wenn ich eigentlich auf der Suche nach Schweinswalen war. Dabei musste ich an die Naturfotografen denken, die statt Schweinswale Steinwälzer fotografierten. Und genauso erging es nun auch mir bei der diesjährigen Veranstaltung Schweinswaltage 2026. Aber das ist überhaupt nicht schlimm.
Ich habe einen neuen Ort kennengelernt, von dem ich hier gerne meine Eindrücke teile. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Wilhelmshaven noch einmal besuchen werde. Dann stehen der Banter See und eine längere Beobachtungszeit am Nassauhafen auf jeden Fall auf meiner Liste – natürlich im Frühling. Denn im Frühjahr ziehen die Schweinswale wieder näher an die Küste...
Information: In Wilhelmshaven gibt es noch viele weitere Vogelarten zu entdecken. Dazu gehören beispielsweise Blässhühner, Haubentaucher, Reiherenten oder Bachstelzen und viele mehr. Auf iNaturalist kann man recherchieren, welche Vogelarten andere Naturbegeisterte bereits in Wilhelmshaven beobachtet haben.
Mehr Informationen
Offizielle Webseite der Wilhelmshaver Schweinswaltage
Meldung einer Schweinswal-Sichtung
Artenportrait Schweinswal auf der Webseite von WDC
Der Gewöhnliche Schweinswal auf Wikipedia
Vogelportrait Flussseeschwalbe auf der Seite vom NABU
Besucherzentrum Wattenmeer in Wilhelmshaven
Hauptbedrohungen der Schweinswale - Eine Übersicht auf WDC
Nordsee-Podcast über den Schweinswal in Wilhelmshaven
Deutschlands kleinste Wale auf National Geographic (kostenpflichtiger Artikel)
Hast du auf der Veranstaltung Schweinswaltage 2026 Schweinswale gesehen? Oder schon in den anderen Jahren? Falls ja, lass es uns doch in den Kommentaren wissen.