Die City Nature Challenge 2026 fand in diesem Jahr vom 24. April bis zum 10. Mai statt. Dabei handelt es sich um einen weltweit ausgetragenen, freundschaftlichen Wettbewerb, bei dem Naturbeobachtungen gesammelt und geteilt werden: Welche Arten lassen sich entdecken? Wo wird die größte Vielfalt dokumentiert? Und gelingt es vielleicht sogar, während der Aktion erstmals bestimmte Arten nachzuweisen? Die City Nature Challenge hat sich inzwischen fest in meinem Frühling etabliert. Selbstverständlich wollte ich auch in diesem Jahr wieder meinen Beitrag zu diesem internationalen Citizen-Science-Projekt leisten.
Die City Nature Challenge 2026
Sobald der Frühling beginnt, rückt auch die City Nature Challenge in greifbare Nähe. In diesem Jahr startete sie am 24. April, und bis zum 27. April waren Naturbegeisterte weltweit dazu aufgerufen, möglichst viele Beobachtungen aus der Natur zu sammeln. Denn die City Nature Challenge ist ein weltweiter, freundschaftlicher Wettbewerb, an dem zahlreiche Städte teilnehmen.
Auch in Deutschland waren wieder Regionen vertreten – darunter Städte wie Berlin und Hamburg, aber auch die Metropolregion Nürnberg/Fürth/Erlangen, die sich dem gemeinsamen Beobachten und Dokumentieren der Artenvielfalt angeschlossen hat.
Im Mittelpunkt steht dabei für mich nicht das Gewinnen. Ich nehme für Berlin teil – eine zwar sehr grüne Stadt, die jedoch im internationalen Vergleich, etwa mit vielen Städten in den USA, nicht mithalten kann, was die schiere Zahl der Meldungen betrifft. Dort nahm der Wettbewerb seinen Ursprung, und bis heute werden dort besonders viele Menschen zur Teilnahme mobilisiert. Gleichzeitig zeigt sich aber auch weltweit großes Engagement: In Metropolen wie Hongkong, Mexiko-Stadt oder Kapstadt gelingt es jedes Jahr aufs Neue, zahlreiche Naturbegeisterte für die City Nature Challenge zu begeistern (Screenshot am 15. Mai 2026 auf der offiziellen Seite der City Nature Challenge).
Im vergangenen Jahr, bei der City Nature Challenge 2025, wurden die meisten Beobachtungen in La Paz (Bolivien) hochgeladen, gefolgt von San Antonio (USA) und Cochabamba (Bolivien). Auch bei den Artenzahlen lagen Cochabamba und San Antonio vorn, gefolgt von Hongkong. Die größte Zahl an Teilnehmenden konnte ebenfalls La Paz mobilisieren, dicht gefolgt von Cochabamba und San Francisco (USA). Besonders bemerkenswert ist, dass La Paz es nun schon seit mehreren Jahren schafft, sehr viele Menschen für die City Nature Challenge zu begeistern. Umso mehr freut es mich, diesen Erfolg für Bolivien zu sehen.
In Berlin konnten im letzten Jahr 382 Naturbegeisterte für den freundschaftlichen Wettbewerb in die Natur gelockt werden. Wie viele es dieses Jahr bei der City Nature Challenge 2026 wohl gewesen sind?
Im Folgenden berichte ich zunächst über meine eigenen Beobachtungen, bevor ich später einen Blick auf die Gesamtergebnisse werfe. Meine Aufnahmen habe ich an diesem Wochenende im Volkspark Friedrichshain sowie im Berliner Tiergarten gemacht.
Wichtig ist außerdem, dass jede teilnehmende Stadt auf iNaturalist eine eigene Projektseite hat. Dort werden alle Beobachtungen gebündelt und ausgewertet. Die Seite für Berlin ist hier zu sehen (Screenshot vom 15. Mai 2026 auf iNaturalist).
Information: Auf der offiziellen Webseite der City Nature Challenge findest du eine Übersicht aller teilnehmenden Städte. Von dort aus gelangst du auch direkt zu den jeweiligen iNaturalist-Projektseiten der einzelnen Städte, auf denen die Beobachtungen gesammelt und ausgewertet werden.
Meine Beobachtungen
Volkspark Friedrichshain
An meinem ersten Mitmachtag bei der City Nature Challenge 2026 habe ich mich zunächst den Pflanzen im Volkspark Friedrichshain gewidmet. Eigentlich hätte ich auch gern mehr Vögel fotografiert, doch ich entschied mich bewusst dagegen, mein großes Teleobjektiv mitzunehmen – dafür ist es einfach zu schwer und unpraktisch.
Außerdem war es bereits Nachmittag, also eine Tageszeit, zu der generell weniger Aktivität unter den Vögeln zu erwarten ist. Ein paar wenige Vögel entdeckte ich allerdings an der Vogelfutterstelle im Park und konnte sie fotografieren. Dazu zählte unter anderem eine einzelne Ringeltaube. Insgesamt war es jedoch ziemlich ruhig.
Ein Vogel, den ich im Volkspark Friedrichshain immer, aber wirklich immer beobachte, ist die Kohlmeise. Allerdings sehe ich in letzter Zeit deutlich weniger von ihnen. Das wundert mich schon ein bisschen, denn Kohlmeisen sind oft erstaunlich zutraulich und fressen einem teilweise sogar Körner direkt aus der Hand. Normalerweise sind dort nämlich immer sehr viele von ihnen zu sehen. Vielleicht finden sie momentan woanders einfach bessere Nahrung?
Das vermute ich zumindest. Vor allem im Winter versammeln sich an der Vogelfutterstelle oft unzählige Kohlmeisen gleichzeitig und locken damit viele Vogelbegeisterte an. Im Sommer hingegen sind deutlich weniger von ihnen dort zu beobachten.
Einen Vogel, den ich aktuell ebenfalls nur noch selten im Volkspark Friedrichshain sehe, ist der Grünspecht. Auch seinen Ruf höre ich dort inzwischen kaum noch. Dabei gibt es mindestens zwei Grünspechte im Park.
Stattdessen beobachte ich dort regelmäßig den Buntspecht. Zuerst hörte ich seinen Ruf, dann machte ich mich auf die Suche nach ihm, entdeckte ihn schließlich und versuchte, ein Foto von ihm zu machen.
Des Weiteren hörte ich die ersten Nachtigallen im Volkspark Friedrichshain singen. Zu Gesicht bekam ich an diesem Tag allerdings keine von ihnen. Das sollte sich jedoch bereits am nächsten Tag ändern – dazu später mehr.
Im Volkspark Friedrichshain fotografierte ich außerdem die unterschiedlichsten Pflanzen, um sie später auf iNaturalist hochzuladen. Dazu gehörten beispielsweise das Scharbockskraut (oben links), ein typischer Frühblüher, sowie der wunderschön lila blühende Gemeine Flieder (oben rechts). Auch Schöllkraut (Mitte links) war hier und dort zu entdecken. Die Knoblauchsrauke ist zu dieser Jahreszeit ebenfalls recht häufig anzutreffen (Mitte rechts). Gefühlt überall zu sehen waren außerdem die Purpurrote Taubnessel (unten links) sowie die Große Brennnessel (unten rechts).
Information: Ich versuche, Pflanzen nach bestem Wissen und Gewissen zu bestimmen. Falls du Expert:in bist und dabei einen Fehler entdeckst, freue ich mich über jeden Hinweis.
Da ich auf diesem Blog vor allem über Tierbeobachtungen schreibe, halte ich mich bei meinen weiteren Pflanzenbeobachtungen eher zurück. Außerdem wurden noch nicht alle meiner Beobachtungen auf iNaturalist von anderen Naturbegeisterten bestimmt. Bei den hier genannten Pflanzen bin ich mir überwiegend sicher, dass sie korrekt bestimmt sind. Außer bei einer Pflanze habe ich noch was die konkrete Art angeht Unsicherheit.
Falls du dich mit Pflanzen auskennst, kannst du gerne mein Profil auf iNaturalist besuchen und mir bei der Bestimmung helfen. Dort kannst du dir natürlich auch meine anderen Beobachtungen anschauen.
Berliner Tiergarten
Am nächsten Tag hatte ich glücklicherweise Zeit, mich in Ruhe den Vögeln zu widmen. Ich ging in den Tiergarten, da ich mir für einen Apriltag eine hohe Vogelvielfalt erhoffte. Der Berliner Tiergarten ist ein großer Stadtpark, der für viele verschiedene Arten inzwischen zu einem wichtigen Lebensraum geworden ist. Und tatsächlich entdeckte ich an diesem Sonntag zahlreiche Vogelarten, die ich zur City Nature Challenge 2026 beitragen konnte.
Zunächst begegnete mir ein Amselweibchen. Flink, aber leise war sie am Boden unterwegs.
Doch plötzlich lenkte mich ein laut singender Nachtigallgesang ab. Woher kam dieser Gesang nur? Ich blieb stehen und versuchte, die Quelle zu finden, ohne den Vogel zu verscheuchen. Mein Blick wanderte durch die Büsche, ich suchte aufmerksam jedes Versteck ab – doch zunächst ohne Erfolg.
Und dann sah ich sie direkt vor mir. Wie hatte ich diese Nachtigall nur übersehen können?
Gefühlt lassen sich Nachtigallen von Jahr zu Jahr leichter fotografieren. Bin ich in Bezug auf Nachtigallen vielleicht einfach aufmerksamer geworden? Nehmen sie in Berlin zu und verlieren dabei ihre Scheu vor uns Menschen? Oder ist die Konkurrenz unter den Männchen so groß, dass sie sich stärker exponieren, um von Weibchen wahrgenommen zu werden?
Beantworten kann ich diese Fragen nicht. Vielleicht die erste: Ich glaube schon, dass ich mit jedem Jahr aufmerksamer werde, was Vögel betrifft. Je länger ich mich mit ihnen beschäftige, desto mehr lerne ich über ihr Verhalten, und meine Beobachtungsfähigkeiten entwickeln sich entsprechend weiter.
Irgendwann ging ich weiter. Ich hätte der Nachtigall zwar noch länger zuhören und zusehen können, doch das Singen kostet sie vermutlich bereits genug Energie. Außerdem wollte ich sie nicht versehentlich aufscheuchen. Also ging ich in einem großen Bogen weiter.
Kurz darauf entdeckte ich erneut eine Amsel – diesmal ein Amselmännchen.
Die Amsel schaute mich scheinbar verwundert an und zog dann schnell weiter. Dabei wirkte sie weniger scheu als vielmehr sehr geschäftig – kein Wunder, schließlich ist im Frühling Paarungszeit.
Nichtsdestotrotz ging ich weiter. Und dann entdeckte ich etwas weiter entfernt ein Kaninchen beim Fressen. Allerdings war es nur ein einzelnes Tier. Da ich inzwischen nicht mehr regelmäßig im Tiergarten unterwegs bin, fällt mir besonders auf, dass ich dort insgesamt immer weniger Wildkaninchen sehe.
Was ist passiert? Ist vielleicht eine Krankheit ausgebrochen? Hat der Druck durch Prädatoren wie Füchse oder Greifvögel zugenommen? Oder haben Veränderungen im Lebensraum des Parks dazu geführt, dass sich die Wildkaninchen in andere Bereiche zurückgezogen haben?
Es kann aber auch sein, dass es sich dabei einfach um eine Fehlwahrnehmung meinerseits handelt.
Irgendwann bemerkte mich das Wildkaninchen, schaute in meine Richtung, fraß jedoch zunächst weiter. Schließlich entschied es sich trotzdem, davonzulaufen. Es war das einzige Wildkaninchen, das ich an diesem Tag sah.
Nach dieser kurzen Begegnung ging ich weiter. Ich hörte einen Gartenbaumläufer und einen Kleiber, bekam jedoch keinen von beiden zu Gesicht. Auch war es schwierig, ihre Rufe eindeutig aufzunehmen. Daher konnte ich in Bezug auf diese beiden Arten in dem Moment leider keinen Beitrag zur City Nature Challenge 2026 leisten.
Ebenfalls hörte ich eine Singdrossel. Auf ihren Gesang freue ich mich jedes Jahr ähnlich wie bei der Nachtigall. Glücklicherweise entdeckte ich schließlich eine von ihnen, die auf einem Ast saß.
Die Singdrossel blieb jedoch nicht lange auf dem Ast sitzen und flog bald wieder davon.
Ich ging weiter, vorbei an einigen Bäumen, und hörte plötzlich einen vertrauten Gesang: den des Waldlaubsängers. Mittlerweile erkenne ich die Gesänge dieser Art recht gut, auch wenn ich sie meist nur im Frühling höre. Zu sehen bekam ich ihn jedoch nicht – er hielt sich hoch oben im Blätterdach auf. Auch eine Aufnahme seines Gesangs gelang mir nicht. Trotzdem freute ich mich sehr, ihn wieder gehört zu haben; es war mein erster Waldlaubsänger in diesem Jahr.
Stattdessen gelang mir eine Beobachtung einer Kohlmeise (oben links), auch wenn das Foto nicht besonders gelungen war. Für die City Nature Challenge reichte die Bestimmung jedoch aus – die Art war klar erkennbar. Ähnlich verhielt es sich beim Buntspecht (oben rechts).
Die Mönchsgrasmücken waren an diesem Apriltag ebenfalls bereits sehr aktiv und stimmfreudig. Eine konnte ich schließlich sogar fotografieren (unten).
Neben den Vögeln wollte ich eigentlich auch ein paar Pflanzen fotografieren. Einige habe ich zwar festgehalten, insgesamt lag mein Fokus jedoch klar auf den Vögeln. Irgendwie ziehen sie mich so in ihren Bann, dass ich alles andere um mich herum weniger intensiv wahrnehme.
Ich entdeckte noch weitere Amseln und schließlich ein Rotkehlchen. Genauer gesagt hörte ich es zuerst und sah es zunächst nicht – ähnlich wie zuvor bei der Nachtigall. Ich suchte die Äste des Baumes vor mir sowie die umliegenden Gebüsche ab, in denen es sich verbergen könnte. Es dauerte einen Moment. Ich blieb still stehen, um es nicht zu verscheuchen.
Und dann entdeckte ich es schließlich: gut sichtbar auf einem Ast direkt vor mir. Warum hatte ich nur so lange gebraucht, um es zu sehen?
Nur wenige Augenblicke später entdeckte ich eine Mönchsgrasmücke auf einem Ast, der nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche des Flusses lag. Ich beobachtete sie aufmerksam und konnte sie auch fotografieren.
Doch da war noch ein weiterer Vogel: ein Kleiber. Endlich bekam ich ihn zu Gesicht, nachdem ich seinen Ruf gefühlt die ganze Zeit über gehört hatte. Auch er setzte sich kurz auf einen Ast über dem Wasser. Dort verweilte er jedoch nur einen Moment, bevor er sich auf ein kurzes Bad im Fluss vorbereitete.
Es war eine wunderschöne Beobachtung.
Nach dieser besonderen Beobachtung ging ich weiter und folgte dem Verlauf des Flusses. Schon wenige Minuten später entdeckte ich eine Mandarinente. Es war jedoch nur ein einzelnes Tier – ungewöhnlich, denn wenn ich Mandarinenten sehe, befinden sich die anderen meist nicht weit entfernt.
Gesellige Vögel sind oft auch die Stieglitze. In Berlin sehe ich sie zwar nur selten, doch sie kommen durchaus auch in der Stadt vor. Meistens treten Stieglitze in größeren Trupps auf.
Dieser einzelne Stieglitz schien jedoch allein unterwegs zu sein – oder ich habe die anderen schlicht nicht bemerkt. Denn aus meiner Erfahrung sind Stieglitze sehr flinke und unruhige Vögel: Sie tauchen plötzlich auf und sind im nächsten Moment schon wieder verschwunden.
In letzter Zeit sehe ich immer weniger Blaumeisen. Sowohl Kohlmeisen als auch Blaumeisen scheinen sich zunehmend rar zu machen.
Doch plötzlich tauchte direkt vor mir eine Blaumeise auf. Glücklicherweise hatte ich meine Kamera bereits griffbereit, sodass ich sie dabei festhalten konnte, wie sie eine Feder im Schnabel trug.
Als ich aus einem Baum ein krächzendes Geräusch hörte, war ich mir sicher, einen Eichelhäher gehört zu haben. Kurz darauf entdeckte ich ihn auch – hoch oben in den Ästen.
Doch er blieb nicht lange an dieser Stelle. Plötzlich flog ein zweiter Eichelhäher krächzend auf den ersten zu. Beide wechselten daraufhin gemeinsam zu einem benachbarten Baum, hielten sich dort nur kurz auf und flogen schließlich weiter davon.
Neben dem Baum befanden sich zahlreiche Büsche. Aus einem davon hörte ich Gesang – das musste eine Grasmücke sein. Ich suchte das dichte Gebüsch aufmerksam ab, doch es war schwierig, den Vogel zu entdecken.
Schließlich hatte ich Glück: Für einen kurzen Moment lugte eine Klappergrasmücke aus dem Gebüsch hervor, und ich konnte ein Foto von ihr machen.
Ich ließ die Grasmücke mithilfe von iNaturalist bestimmen, denn die Klappergrasmücke sieht der Dorngrasmücke ziemlich ähnlich. Eine Dorngrasmücke habe ich schon einmal auf dem Tempelhofer Feld gesehen. In Berlin höre ich allerdings generell mehr Klappergrasmücken.
Da mich der Gesang im Berliner Tiergarten diesmal nicht sofort an eine Klappergrasmücke erinnerte, war ich bei meiner eigenen Bestimmung ehrlich gesagt vorsichtig. Was meinst du?
Ich machte mich schließlich auf den Weg nach Hause. Unterwegs begegneten mir noch Ringeltauben und Nebelkrähen – typische Stadtvögel, die in Berlin überall anzutreffen sind.
Ich war zufrieden, dass ich einige Beobachtungen zur City Nature Challenge 2026 beitragen konnte. Insgesamt kamen bei mir 49 Beobachtungen und 34 Arten zusammen. Sicher, es hätten mehr sein können, aber letztlich geht es ja vor allem ums Mitmachen.
Frage: Hast du auch an der City Nature Challenge 2026 teilgenommen? Wenn ja, wo warst du unterwegs? Welche Arten hast du entdecken können – vielleicht sogar eine für dich neue oder eine besonders seltene? Teile deine Beobachtungen gerne in den Kommentaren!
Ergebnisse der City Nature Challenge 2026
Bei der City Nature Challenge 2026 haben weltweit mehr als 100.000 Naturbeobachter:innen teilgenommen (2026: 106.354). Insgesamt wurden über 3 Millionen Beobachtungen eingereicht (2026: 3.001.825) und mehr als 76.000 Arten bestimmt (2026: 76.422+).
Im Vergleich zur City Nature Challenge 2025 haben damit rund 3.400 Menschen mehr teilgenommen (2025: 102.945). Gleichzeitig wurden jedoch weniger Beobachtungen auf iNaturalist hochgeladen als im Vorjahr: 2025 waren es noch über 3,3 Millionen Beobachtungen (2025: 3.310.131), obwohl damals weniger Menschen mitgemacht haben.
Bei den bestimmten Arten zeigt sich dagegen ein anderes Bild: Hier liegt die City Nature Challenge 2026 vor dem Vorjahr. 2025 wurden über 73.000 Arten bestimmt (2025: 73.765) – also wurden in diesem Jahr über 2.500 Arten mehr als im vergangenen Jahr bestimmt.
Woran könnte das liegen?
Aus den Newslettern von iNaturalist ist bekannt, dass die Plattform derzeit verstärkt dazu motiviert, nicht nur Beobachtungen hochzuladen, sondern sich auch an der Bestimmung von Arten zu beteiligen. Passend dazu gibt es in diesem Jahr neben den Kategorien Beobachtungen, Arten und Naturbeobachter erstmals auch eine eigene Kategorie für Bestimmer.
Das könnte erklären, warum trotz geringerer Gesamtzahl an Beobachtungen mehr Arten identifiziert wurden: Die Community beteiligt sich offenbar stärker an der Auswertung und Bestimmung der Funde – und nicht nur am Hochladen neuer Beobachtungen (Screenshot am 15. Mai 2026 auf der offiziellen Seite der City Nature Challenge).
Die Städte beziehungsweise Regionen, in denen die meisten Menschen mobilisiert wurden, waren San Francisco, Monterrey und Washington, D.C. – also in diesem Jahr ausschließlich Orte aus Nordamerika. Die meisten Beobachtungen wurden allerdings in Ostrava in der Tschechischen Republik hochgeladen, gefolgt von San Antonio und Dallas in den USA. Die meisten Arten wurden bei der City Nature Challenge 2026 in der Steiermark bestimmt. San Antonio lag bei den bestimmten Arten auf Platz zwei, gefolgt von Hongkong.
Ein wenig überrascht haben mich die Ergebnisse schon. In den vergangenen Jahren lagen zum Beispiel La Paz und Cochabamba oft weit vorne. Doch in diesem Jahr konnten dort offenbar weniger Menschen für die City Nature Challenge 2026 mobilisiert werden. Und wie sah es in Berlin aus?
Leider hat sich Berlin in allen drei Kategorien zurückentwickelt. In der neuen Kategorie der Bestimmer erreichte Berlin eine Anzahl von 762. In diesem Jahr haben 278 Naturbeobachter:innen teilgenommen (2025: 382), die insgesamt 20.974 Beobachtungen hochgeladen haben (2025: 21.794). Insgesamt wurden 2.321 Arten bestimmt (2025: 2.634) (Screenshot vom 15. Mai 2026 auf iNaturalist).
Laut dem Newsletter von iNaturalist wurden bei der diesjährigen City Nature Challenge 2026 rund 70 Arten erstmals auf der Plattform dokumentiert. Dazu gehörte beispielsweise ein Plattegel der Art Helobdella californica. Welche weiteren Arten erstmals auf iNaturalist erfasst wurden, findest du hier.
Insgesamt gelten 5.688 der weltweit bestimmten Arten als selten, bedroht oder vom Aussterben bedroht.
Information: Bitte beachtet, dass die Werte auf der offiziellen Webseite der City Nature Challenge leicht von den Angaben auf den jeweiligen Projektseiten der Städte auf iNaturalist abweichen können. So werden in der offiziellen Liste beispielsweise 277 Beobachter für Berlin angegeben, während in der Statistik auf iNaturalist 278 Beobachter aufgeführt sind. Diese Werte habe ich am 15. Mai 2026 verglichen und können daher noch weiter leicht voneinander abweichen.
Mehr Informationen
City Nature Challenge 2025
City Nature Challenge 2024
City Nature Challenge 2022
City Nature Challenge 2019
Offizielle Seite der City Nature Challenge
Die Citizen Science Plattform iNaturalist
Hast du bei der City Nature Challenge 2026 mitgemacht? Welche Tiere, Pflanzen oder Pilze hast du beobachtet? Schreib es gerne in die Kommentare!
