In diesem Jahr wurde die Stunde der Gartenvögel 2026 vom 08. bis 10. Mai durchgeführt. Mitmachen konnten alle, die sich für die heimische Vogelwelt begeistern und zum Erhalt der Vogelwelt beitragen möchten. Welche Arten werden häufiger gesichtet, welche nehmen ab und welche Entwicklungen lassen sich erkennen? In diesem Beitrag berichte ich von meinen eigenen Beobachtungen während der Aktion.
Die Stunde der Gartenvögel 2026
Die Stunde der Gartenvögel. Die City Nature Challenge. Oder der Dawn Chorus – die Monate April und Mai stehen bei mir jedes Jahr ganz im Zeichen verschiedener Citizen-Science-Projekte. Ich versuche dabei möglichst regelmäßig teilzunehmen und meine Beobachtungen beizusteuern. Deshalb war ich auch dieses Jahr wieder bei der Stunde der Gartenvögel 2026 dabei.
Wie in jedem Jahr fand die Aktion am zweiten Maiwochenende statt, diesmal vom 09. bis 11. Mai 2026. Organisiert wird das Citizen-Science-Projekt vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) gemeinsam mit seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV).
Bereits zum 22. Mal wurden Menschen dazu aufgerufen, eine Stunde lang Vögel im Garten, Park oder auf dem Balkon zu beobachten und zu zählen. Auch wenn ich noch nicht seit Beginn dabei bin, habe ich inzwischen schon mehrfach teilgenommen.
Einer der Vögel, denen ich im Volkspark Friedrichshain fast immer begegne, ist der Buntspecht. Auch in diesem Jahr führte mich mein Weg in diesen Park.
In diesem Jahr standen jedoch weniger die Spechte als vielmehr die Finken im Mittelpunkt der Beobachtungen. In den vergangenen Monaten wurden dem Naturschutzbund Deutschland immer wieder tote Grünfinken, Buchfinken, Gimpel und Stieglitze gemeldet. Die genaue Ursache ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird jedoch ein Zusammenhang mit Trichomonaden, da diese Parasiten besonders für Finken gefährlich sein können. Auffällig ist außerdem, dass viele der betroffenen Vögel in der Nähe von Futterstellen gefunden wurden.
Bereits im vergangenen Jahr konnte ich während der Stunde der Gartenvögel einen Buchfinken hören. Gerade im Frühling sind Buchfinken – wie viele andere Vogelarten auch – besonders aktiv und durch ihren Gesang kaum zu überhören.
Diesen Buchfinken habe ich bei der Stunde der Wintervögel 2025 beobachten können.
Information: Wenn du mehr über meine bisherigen Teilnahmen an der Stunde der Gartenvögel erfahren möchtest, kannst du gerne einen Blick in meine früheren Beiträge werfen. Bereits in den Jahren 2020, 2021, 2022, 2024 und 2025 habe ich an der Aktion teilgenommen und über meine Beobachtungen berichtet.
Ein weiterer Schwerpunkt der Stunde der Gartenvögel 2026 lag auf den Sperlingen. Bei der vorherigen Vogelzählung, der Stunde der Wintervögel 2026, war insbesondere bei den Spatzen ein deutlicher Rückgang aufgefallen. Obwohl vor allem der Haussperling bei den Zählungen sonst regelmäßig zu den am häufigsten beobachteten Vogelarten gehört, wurden im Januar deutlich weniger Tiere gemeldet. Besonders überraschend war dies in Berlin, die oft auch als „Spatzenhauptstadt“ bezeichnet wird.
Besonders gespannt war ich in diesem Jahr auf die Meldungen zu den Spatzen. Auch wenn ich an meinem Beobachtungsort im Volkspark Friedrichshain inzwischen kaum noch Haussperlinge entdecke, begegnen mir die kleinen Vögel an anderen Orten in Berlin dennoch noch regelmäßig.
Würde ich während der diesjährigen Zählung vielleicht doch noch auf Haussperlinge treffen? Welche Vogelarten würden sich besonders häufig am Futterhäuschen zeigen – und welche eher im Hintergrund bleiben?
Im folgenden Abschnitt berichte ich von meiner Teilnahme an der Stunde der Gartenvögel 2026 und meinen Beobachtungen vor Ort.
Information: Wenn du mehr über meine bisherigen Teilnahmen an der „Stunde der Wintervögel“ erfahren möchtest, kannst du gerne in meine älteren Beiträge hineinschauen. Bereits in den Jahren 2020, 2021, 2022, 2023, 2025 und 2026 habe ich an der Vogelzählung teilgenommen und über meine Beobachtungen berichtet.
Vogelbeobachtungen im Volkspark Friedrichshain
Wenn ich meine diesjährige Teilnahme an der Stunde der Gartenvögel 2026 mit nur drei Vogelarten beschreiben müsste, dann wären es wohl Amseln, Nachtigallen und Nebelkrähen. Andere häufige Vögel im Park wie Kohl- oder Blaumeisen waren dagegen nur vereinzelt oder gar nicht zu beobachten.
Begonnen hat meine Stunde der Gartenvögel 2026 mit den charakteristischen Rufen der Mauersegler. Hoch über mir zogen mehrere Tiere durch den Himmel. Ihre Rufe gehören für mich einfach zum Frühling und Sommer dazu – denn sobald die Mauersegler zurück sind, fühlt sich der Sommer plötzlich ganz nah an.
Einer der ersten Vögel, die mir an diesem Tag begegneten, war ein Amselmännchen, das mich gewissermaßen begrüßte.
Auch ein Eichhörnchen schien mich begrüßen zu wollen. Erwartungsvoll blickte es in meine Richtung, vermutlich in der Hoffnung auf eine Nuss. Im Volkspark Friedrichshain werden nämlich nicht nur Vögel, sondern auch Eichhörnchen regelmäßig von Besucherinnen und Besuchern gefüttert. Entsprechend zutraulich sind die Tiere dort und nehmen Haselnüsse teilweise sogar direkt aus der Hand.
Unweit dieses kleinen „Begrüßers“ entdeckte ich schließlich einen Buntspecht. Eilig kletterte er den Baumstamm hinauf, sodass ich nur kurz Zeit hatte, ein Foto zu versuchen. Das Ergebnis war eher mittelmäßig – aber dennoch konnte ich eine weitere Beobachtung für die Stunde der Gartenvögel 2026 festhalten.
Hinter ein paar Blättern im Baum entdeckte ich schließlich eine Nebelkrähe, die dort ruhig saß und das Geschehen beobachtete.
Diese Nebelkrähe war an diesem Tag deutlich weniger hektisch unterwegs. Im Volkspark Friedrichshain sind sie insgesamt sehr häufig anzutreffen. Manchmal versammeln sie sich dort in größeren Gruppen und rufen sich lautstark gegenseitig zu.
Ein paar Tage zuvor hatte ich eine besonders eindrückliche Beobachtung gemacht: Eine ganze Gruppe Nebelkrähen saß in einem Baum und hörte scheinbar nicht mehr auf zu krähen. Kurz darauf wurde auch klar, warum – ein Waschbär hatte es sich dort oben gemütlich gemacht. Das schien den Krähen überhaupt nicht zu gefallen.
Manchmal wirken die Nebelkrähen fast wie die heimlichen „Anführer“ des Parks. Sie sind nicht nur im Volkspark Friedrichshain sehr präsent, sondern auch in vielen anderen Teilen von Berlin weit verbreitet.
Auf einem liegenden Baumstamm entdeckte ich plötzlich eine Ringeltaube, die mich aufmerksam ansah. Zwar sitzen Ringeltauben häufig auf Ästen in den Bäumen, doch nicht selten sind sie auch am Boden unterwegs.
Sie war an diesem Tag zwar nicht die dominierende Vogelart – das Titelbild könnte daher etwas in die Irre führen – dennoch gehören Ringeltauben zu den zuverlässigen und regelmäßig anzutreffenden Bewohnern im Volkspark Friedrichshain.
Irgendwann stellte ich mir dann doch die Frage: Wo waren eigentlich all die Kohlmeisen und Blaumeisen?
Normalerweise herrscht gerade bei diesen beiden Arten reges Treiben, und es wimmelt förmlich von ihnen. Allerdings hatte ich schon ein paar Tage zuvor deutlich weniger Meisen am Futterhäuschen beobachtet. Dass ich keine Buchfinken oder Haussperlinge sah, hatte ich erwartet, da diese nicht regelmäßig an den Futterstellen erscheinen. Doch diesmal fehlte sogar jede Spur der Blaumeise.
Auch die Kohlmeisen hielten sich erstaunlich zurück. Nur eine einzelne konnte ich schließlich am Boden entdecken, wo sie kurz im Laub nach Nahrung suchte.
So richtig wollte an diesem Tag kein Vogel das Futterhäuschen annehmen. Selbst der Buntspecht war nur kurz zu sehen, schaute einmal vorbei und verschwand dann schnell wieder.
Stattdessen gehörte das Futterhäuschen eindeutig den Eichhörnchen. Und davon waren einige unterwegs. Auch wenn mein Fokus eigentlich auf den Vögeln lag, bot sich dadurch immerhin die Gelegenheit, ein paar Fotos von den fressenden und spielenden Eichhörnchen zu machen.
Was ich an diesem Tag besonders häufig hörte, war die Mönchsgrasmücke. Leider blieb sie dabei gut im dichten Laub verborgen, sodass ich kein Tier zu Gesicht bekam. Auch den Zilpzalp konnte ich nur anhand seines charakteristischen Gesangs wahrnehmen, ohne ihn zwischen den Blättern der Bäume zu entdecken.
Rund um das Futterhäuschen war zudem überall der Gesang der Nachtigallen zu hören – fast wie ein kleines Konzert im Volkspark Friedrichshain. Während meiner eigentlichen Beobachtungszeit konnte ich sie jedoch nicht direkt sehen, da sie sich weiter entfernt im dichten Grün aufhielten. Akustisch waren sie allerdings sehr präsent.
Später bei einem Spaziergang durch den Park hatte ich dann mehr Glück: Dort konnte ich eine Nachtigall schließlich gut beobachten und auch fotografieren. An dieser Stelle ist mir bereits in den vergangenen Jahren immer wieder einmal eine gut sichtbare Nachtigall begegnet.
Information: Einige Tage zuvor, während ich im Rahmen der City Nature Challenge 2026 Beobachtungen gesammelt habe, entdeckte ich im Berliner Tiergarten ebenfalls eine sehr gesangsfreudige Nachtigall, die offen und gut sichtbar auf einem exponierten Platz sang. Mehr über meine Beobachtungen im Rahmen der City Nature Challenge 2026 findest du in einem früheren Beitrag.
Die Nachtigallen waren an diesem Tag insgesamt sehr präsent im Volkspark Friedrichshain.
Auch Amseln und Nebelkrähen begegneten mir an verschiedenen Stellen des Parks immer wieder. Beide Arten wirkten ebenfalls allgegenwärtig und gehörten klar zu meinen häufigsten Beobachtungen. An einer anderen Stelle gelang es mir zudem erneut, eine Nachtigall zu fotografieren – normalerweise ist das deutlich schwieriger, doch an diesem Tag zeigten sich die Nachtigallen erstaunlich kooperativ.
Nachtigall, Amsel und Nebelkrähe – diese drei Vogelarten prägten letztlich meine Vogelzählung bei der Stunde der Gartenvögel 2026.
Bevor ich mich schließlich auf den Heimweg machte, begegneten mir noch einige Stare, die am Boden offenbar auf Nahrungssuche waren. Ich beugte mich vorsichtig hinunter, ohne mich ihnen weiter zu nähern, um sie nicht zu stören.
Stare sind mittlerweile ebenfalls regelmäßige Gäste im Volkspark Friedrichshain. Allerdings nutzen sie das Futterhäuschen vor allem im Winter. In den übrigen Jahreszeiten scheinen sie in der Umgebung ausreichend andere – vermutlich auch attraktivere – Nahrungsquellen zu finden.
Frage: Hast du auch bei der Stunde der Gartenvögel 2026 mitgemacht? Wenn ja, wo hast du deine Beobachtungen gemacht – am Futterhäuschen, im Park, im Garten, in der Stadt, auf dem Dorf oder vielleicht sogar auf dem Balkon? Schreib es gerne in die Kommentare und berichte von deinen Eindrücken.
Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel 2026
Bei der Stunde der Gartenvögel 2026 haben es deutschlandweit diese Arten auf die vorderen Plätze geschafft: Haussperling, Kohlmeise, Amsel, Star und Blaumeise. Im Vorjahr sah die Rangfolge ganz ähnlich aus, allerdings belegte die Amsel damals Platz zwei und die Kohlmeise Platz drei. Insgesamt zeigt sich jedoch ein Trend, der besonders beim Haussperling auffällt: Die gemeldeten Zahlen gehen weiter zurück.
Auch in Berlin lag der Haussperling auf Platz eins, gefolgt von Mauersegler, Ringeltaube, Star und Nebelkrähe. Im Jahr zuvor ergab sich eine etwas andere Reihenfolge: Haussperling, Star, Mauersegler, Ringeltaube und Kohlmeise.
Besorgniserregend bleibt dabei vor allem die Entwicklung des Haussperlings. Obwohl er weiterhin die am häufigsten gemeldete Art ist, setzt sich der Abwärtstrend fort. Während im vergangenen Jahr bereits ein Rückgang von 28% im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet wurde, waren es in diesem Jahr sogar 36%. Ob sich diese Entwicklung weiter fortsetzt, bleibt abzuwarten.
Den Nebelkrähen scheint es in Berlin insgesamt sehr gut zu gehen. Im Vergleich zum Vorjahr haben sie dort um 14% zugenommen. Deutschlandweit belegte die Nebelkrähe zwar nur Platz 35, verzeichnete jedoch ebenfalls einen Zuwachs von 8%.
Besonders gespannt war ich auf die Ergebnisse der Nachtigall, da ich sie im Mai in Berlin sehr häufig singen höre. Bundesweit landete sie lediglich auf Platz 43, zeigte jedoch ebenfalls einen deutlichen Anstieg von 18%. In Berlin erreichte sie sogar Platz 14 und legte um 24% zu. Das entspricht auch meinem persönlichen Eindruck: Ich habe das Gefühl, Nachtigallen immer häufiger zu hören und gelegentlich auch zu sehen. Allerdings bleibt das zunächst eine subjektive Wahrnehmung – belastbare Aussagen lassen sich letztlich nur durch statistische Auswertungen treffen.
Und wie erging es den Finken bei der Stunde der Gartenvögel 2026?
Hier kann der Naturschutzbund Deutschland Entwarnung geben. Buchfinken wurden sogar etwas häufiger gemeldet als im Vorjahr. Insgesamt zeigen sich die Bestände der Finken stabil, und es gibt derzeit keinen Hinweis auf eine Infektionswelle durch Trichomonaden.
Ein weiterer Punkt, den ich mir genauer angeschaut habe: Wie viele Vogelfreundinnen und Vogelfreunde haben in diesem Jahr teilgenommen?
Laut NABU waren es 56.012 Teilnehmende, die bundesweit in 38.455 Gärten oder Parks über 1.093.305 Vögel gezählt haben. Im Jahr zuvor waren es noch 57.960 Teilnehmende in 39.809 Gärten oder Parks mit insgesamt 1.130.881 gezählten Vögeln.
Die Statistik zeigt damit einen Rückgang der Beteiligung im Vergleich zum Vorjahr – entsprechend wurden auch weniger Vögel in weniger Gärten und Parks erfasst. Im Jahr 2024 hatten noch 58.928 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde mitgemacht. Ich hoffe sehr, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt. Denn: Die Vögel brauchen Menschen, die beobachten.
Information: Falls du dir die Ergebnisse genauer anschauen möchtest, empfehle ich einen Blick in die Statistik des Naturschutzbund Deutschland zu werfen. Dort sind alle Vogelarten aufgelistet, die im Rahmen der Stunde der Gartenvögel 2026 gemeldet wurden. Du kannst dort auch die Ergebnisse der Vorjahre einsehen.
Mehr Informationen
Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel 2026
NABU-Ticker zur Stunde der Gartenvögel 2026
Stunde der Gartenvögel 2025
Stunde der Wintervögel 2026
Hast du bei der Stunde der Gartenvögel 2026 teilgenommen? Wenn ja, welche Vogelarten konntest du innerhalb einer Stunde beobachten und zählen? Schreib es gerne in die Kommentare.