Südliche Spinnenaffen im Carlos Botelho Staatspark in São Paulo, Brasilien

Wie sieht dein perfekter Tag aus? Wenn mir jemand diese Frage stellen würde, dann bräuchte ich nicht lange um darauf zu antworten. Mein perfekter Tag wäre irgendwo in der Natur.

Am Meer.

In den Bergen.

Oder im Wald.

Und umgeben von möglichst vielen Tieren.

Ich Glückliche! In Brasilien hatte ich viele solche perfekte Tage.

Ich erinnere mich an all die wunderschönen Vögel im bergigen Itatiaia Nationalpark.

Oder an die Guyana-Delfine im Süden von Rio de Janeiro.

Aber auch an die Goldenen Löwenäffchen im Atlantischen Regenwald.

Wenn ich an meine Reise durch Brasilien denke, dann erinnere ich mich an viele schöne Tierbegegnungen. Jede Tierbegegnung war besonders und wertvoll für mich. Ich kann nicht dankbarer sein für all die Möglichkeiten, die ich dort hatte. In diesem Blog-Beitrag geht es wieder um eine ganz besondere Tierbegegnung in Brasilien.

Und zwar mit den Südlichen Spinnenaffen.

Wenn du diesen Blog verfolgst, dann weißt du, dass ich in einem Waldgebiet in Minas Gerais schon nach den Nördlichen Spinnenaffen gesucht hatte. Meine Suche blieb leider erfolglos. Da mir allerdings nach diesem Erlebnis die Spinnenaffen nicht mehr aus dem Kopf gingen, schaute ich nach weiteren Möglichkeiten, Spinnenaffen in Brasilien zu beobachten. Daraufhin wurde ich auf die Associação Pró-Muriqui aufmerksam, die eine „Muriqui Eco Tour“ an ihre Besucher anbietet.

In diesem Blog-Beitrag erzähle ich dir über meine Teilnahme an der „Muriqui Eco Tour“ der Associação Pró-Muriqui und meine Begegnung mit den Südlichen Spinnenaffen.

Spinnenaffen in Brasilien

Um dir einen kleinen Überblick über die Spinnenaffen in Brasilien zu geben, es gibt insgesamt zwei verschiedene Arten von ihnen. Zum einen gibt es den Nördlichen Spinnenaffen (Brachyteles hypoxanthus) und zum anderen den Südlichen Spinnenaffen (Brachyteles arachnoides). Beide Spinnenaffen sind endemisch in Brasilien. Das heißt, sie leben ausschließlich im Atlantischen Regenwald in Brasilien und kommen in keinem anderen Ort der Welt vor. Ein anderer interessanter Fakt über die Spinnenaffen ist, sie sind die größten Affen der Neuen Welt.

Im Englischen kennt man die Spinnenaffen unter dem Namen „muriqui“. Sie gehören zur Familie der Klammerschwanzaffen (Atelidae). Zu dieser Familie gehören neben den Spinnenaffen auch Klammeraffen, Wollaffen und Brüllaffen. All diese Affen haben ein charakteristisches Merkmal gemeinsam. Sie haben einen Greifschwanz.

Seit der 90iger Jahre werden der Nördliche und der Südliche Spinnenaffe als zwei unterschiedliche Arten anerkannt. Beide Spinnenaffen schauen sich ziemlich ähnlich, jedoch hat der Nördliche Spinnenaffe einen kleinen Daumen. Der Südliche Spinnenaffe dagegen nicht. Außerdem hat der Nördliche Spinnenaffe ein individuell geflecktes Gesicht, während beim Südlichen Spinnenaffen das Gesicht schwarz ist.

Wo leben Nördliche Spinnenaffen?

Wenn du die Nördlichen Spinnenaffen in seinem natürlichen Lebensraum sehen möchtest, dann musst du in den Süden Brasiliens reisen denn sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Minas Gerais über Espírito Santo bis Bahia.

Wie auch immer, der Nördliche Spinnenafe ist laut IUCN „vom Aussterben bedroht“ (Englisch: „critically endangered“) und es gibt nur noch etwa 850 Tiere von ihnen. Darüberhinaus scheint die Population weiter abzunehmen.

Daher gibt es nicht viele Orte wo es möglich ist die Nördlichen Spinnenaffen in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Ich habe einen dieser Orte in Minas Gerais besucht. Dabei handelt es sich um ein geschütztes Waldgebiet wo Umweltschützer und Wissenschaftler zusammenarbeiten um die Nördlichen Spinnenaffen und ihren Lebensraum zu schützen. Der Name dieses Waldgebietes ist RPPN Feliciano Miguel Abdalla Naturreservat. Etwa 230 Tiere leben dort in dem geschützten Waldgebiet. Es ist die größte bisher bekannte Population Nördlicher Spinnenaffen.

Wenn du mehr über das RPPN Feliciano Miguel Abdalla Naturreservat wissen möchtest und wie du den Ort besuchen kannst, dann schau dir doch mein früherer Blog-Beitrag an.

Aber denk daran, die Nördlichen Spinnenaffen sind vom Aussterben bedroht und alles was die Tiere in Stress versetzen könnte muss vermieden werden. Ehrlich gesagt, war ich mir nicht sicher, ob ich das RPPN Feliciano Miguel Abdalla Naturreservat besuchen sollte. Ich war mir nicht sicher, ob ich einen Ort besuchen sollte wo eine vom Aussterben bedrohte Tierart lebt, weil ich keine Tiere mit meiner Anwesenheit in Stress versetzen möchte. Andererseits vertraue ich auch den Menschen, die dort in dem geschützen Wald die Population Nördlicher Spinnenaffen kontrolliert, erforscht und schützt. Ich denke, sie würden niemanden in das Gebiet reinlassen, wenn Besucher die Tiere stressen würden. Die Leute vor Ort sind überwiegend Wissenschaftler und Umweltschützer, und daher nicht darauf aus den Massentourismus zu fördern. Und übrigens, wir waren im RPPN Feliciano Miguel Abdalla Naturreservat die einzigen Besucher. Wir trafen keine weitere Person auf dem Weg. Daher handelt es sich dort bei weitem nicht um einen Massentourismus.

Wo leben Südliche Spinnenaffen?

Südliche Spinnenaffen leben noch weiter südlich in Brasilien. Es gibt Populationen in São Paulo, Rio de Janeiro und Paraná, wobei sie bis ins südliche Minas Gerais vorkommen können. Südliche und Nördliche Spinnenaffen sind jedoch geografisch isoliert, das heißt, es findet keine Kreuzung zwischen beiden Arten statt.

Die Situation der Südlichen Spinnenaffen sieht etwas besser aus wenn man diese mit den Nördlichen Spinnenaffen vergleicht. Aber dennoch sind Südliche Spinnenaffen laut IUCN „stark gefährdet“ (Englisch: „endangered“). Es wird geschätzt, dass die Gesamtpopulation Südlicher Spinnenaffen etwa 1300 Tiere umfasst wobei die größte Population in São Paulo vorkommt. Und zwar im Carlos Botelho Staatspark.

Und genau in diesem Staatspark nimmt die Associação Pró-Muriqui kleine Gruppen von maximal 5 Besuchern auf ihre „Muriqui Eco Tours“ mit um für ein paar Stunden die Südlichen Spinnenaffen in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.

Ich muss zugeben, dass ich sehr privilegiert war mit den Leuten der Associação Pró-Muriqui die Südlichen Spinnenaffen in ihrem Lebensraum beobachtet haben zu können. Ich war so dankbar, dass es mir möglich gemacht wurde dort mit ihnen in den Wald gehen zu können. Es war eine so besondere Tierbegegnung für mich, für uns, und daher ist es schwierig das hier in Worte zu fassen. Aber wenn du mich nach drei Wörter fragen würdest, die meine Tierbegegnung am besten beschreiben würden, dann würde ich sagen:

Demut.

Dankbarkeit.

Hoffnung.

Demut, weil mich die Tiere einfach nur in Staunen gebracht hatten. Gibt es etwas noch schöneres als diese Tiere zu beobachten?

Dankbarkeit, weil mir die Associação Pró-Muriqui es möglich gemacht hatte, die Südlichen Spinnenaffen zu besuchen.

Und Hoffnung, weil ich sehr engagierte, hoch motivierte und herzliche Menschen angetroffen hatte, die sich für den Schutz der Südlichen Spinnenaffen einsetzen.

Im folgenden Abschnitt erzähle ich dir über diese besondere Tierbegegnung im Brasilianischen Carlos Botelho Staatspark in São Paulo.

Auf Besuch bei den Südlichen Spinnenaffen im Carlos Botelho Staatspark

Wenn du Südliche Spinnenaffen in ihrem natürlichen Lebensraum mit der Associação Pró-Muriqui sehen möchtest, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du auf die Tiere triffst. Wichtig zu erwähnen ist hier aber auch noch, dass es nicht möglich ist ohne Erlaubnis das Waldgebiet wo die Südlichen Spinnenaffen leben, zu betreten.

An dem Tag unserer Tierbegegnung mit den Südlichen Spinnenaffen mussten wir sehr früh am Morgen aufwachen um das Team der Associação Pró-Muriqui bei ihrer täglichen Arbeit begleiten zu können. Es ist nämlich notwendig noch vor Sonnenaufgang in der Nähe der Schlafplätze der Südlichen Spinnenaffen im Wald und im Dunkeln auf sie zu warten bis sie aufwachen. Wenn wir das nicht so gemacht hätten, dann hätte es sein können, dass die Südlichen Spinnenaffen nach dem Aufwachen vor Schreck geflohen wären. Wenn die Tiere sich schnell wegbewegen, dann ist es sehr schwierig ihnen durch den dicht bewachsenen und bergigen Wald zu folgen.

Daher warteten wir ruhig im dunklen Wald auf die Südlichen Spinnenaffen.

Eine halbe Stunde verging.

Die Spinnenaffen schliefen immer noch.

Wenn ich mal nicht versuchte durch mein Fernglas zu schauen, bekamen die Geräusche des Waldes und das schöne Morgenlicht meinen volle Aufmerksamkeit.

Und schließlich nach etwas mehr Wartezeit war es so weit. Wir sichteten einige Südliche Spinnenaffen auf ihrem Schlafplatz in den Bäumen.

Muriquis

Wie du auf dem Bild sehen kannst, schlafen Südliche Spinnenaffen ganz weit oben in den Bäumen. Sie sind nämlich baumlebende (arboreale) Tiere. Das bedeutet, sie leben in Bäumen und der Wald ist ihr natürlicher Lebensraum.

Spinnenaffen sind übrigens auch tagaktive Tiere, die nachts schlafen. Ihr Tag beginnt nach Sonnenaufgang und endet vor Sonnenuntergang. Die meisten Affen sind tagaktiv und es gibt nur sehr wenige Affenarten, die nachtaktiv sind. Typische nachtaktive Affen in Südamerika sind die Nachtaffen. Da ich während meiner Reise durch den Süden Brasiliens keine Nachtaffen gesehen hatte, gehe ich nicht weiter auf diese Affen ein.

Als das Licht immer heller und wärmer wurde, konnte ich die ersten aktiveren Spinnenaffen sehen wie sie sich von Ast zu Ast mit ihren langen Armen, Beinen und Greifschwänzen schwangen.

Muriquis

Wohin ging dieser Südliche Spinnenaffe?

Wir konnten es nicht sehen. So schnell der Südliche Spinnenaffe erschien, so schnell verschwand er wieder im dichten Wald.

Stattdessen beobachtete ich einen anderen Südlichen Spinnenaffe wie er es sich auf einem Baumast in einem Baum bequem machte.

Waren sie nicht gerade erst aufgestanden?

Muriquis

Nichtsdestotrotz, der Tag war wunderbar und ich war so aufgeregt und neugierig was mir die Südlichen Spinnenaffen heute wohl noch von ihrem Leben zeigen würden.

Einige Spinnenaffen waren etwas weiter weg.

Andere nicht.

Ich schaute mir ihr Aussehen etwas näher an. Ihr Fell ist gelbbraun und ihr Gesicht schwarz.

Muriquis

Es gibt keinen Geschlechtsdimorphismus außer dass Männchen etwas größer sind als Weibchen. Das heißt, Weibchen und Männchen sehen wo gut wie gleich aus. In den folgenden zwei Bildern sind ein Männchen (links) und ein Weibchen (rechts) abgebildet.

Während ich die Tiere beobachtete bemerkte ich vor allem ihre langen Extremitäten und Greifschwänze. Nördliche Spinnenaffen und alle anderen Klammerschwanzaffen haben diesen langen Greifschwanz.

Der Greifschwanz ist ein spezialisierter Schwanz mit dem sie sich an Ästen festhalten können. Der Greifschwanz ist für die Spinnenaffen wie ein zusätzlicher Arm oder ein zusätzliches Bein. Indem sie ihren Greifschwanz um einen Ast herumwickeln, können sich die Spinnenaffen festhalten.

Dieser lange Greifschwanz ermöglicht es den Spinnenaffen sich flink und gelenkig durch den Wald zu bewegen. Sie verwenden ihren Greifschwanz auch dann wenn sie sich einfach nur von einem Ast hängen lassen, aber auch wenn sie sich von Ast zu Ast schwingen.

Sie verrwenden ihren Greifschwanz in verschiedenen Situationen.

Zum Beispiel bei der Nahrungsaufnahmen.

Oder wenn sie sich von einem Baum zum nächsten Baum bewegen.

Südliche Spinnenaffen nutzen ihren Greifschwanz auch dann wenn sie sich einfach nur ausruhen.

Die meiste Zeit blieben die Spinnenaffen im Schatten der Bäume, aber der ein oder andere kletterte einen Baum hoch um in der Sonne zu baden. Wie der Südliche Spinnenaffe im folgenden Bild.

Muriquis

Ich fand es auch sehr amüsant die Tiere zu beobachten wie sie nach ihrer perfekten Ruheposition suchten. So wie der folgende Spinnenaffe. Er machte es sich auf einem Ast auf dem Rücken liegend bequem und ließ die Sonne auf sich scheinen.

Muriquis

Mit einer Größe von etwa 55-60 cm bei Weibchen und 58-61 cm bei Männchen und einem Gewicht von etwa 9,5 kg und 12 kg (Quelle: The Pictorial Guide to the Living Primates), fragte ich mich manchmal, wie konnten die Südlichen Spinnenaffen so weit hoch kommen wie das Tier im folgenden Bild? Das beweist, wie geschickt sich die Südlichen Spinnenaffen auf Bäumen bewegen können.

Muriquis

Während die einen in der Sonne badeten wie die Tiere in den vorherigen Bildern, suchten die anderen nach Nahrung. Ich hatte eine ganz besondere Beobachtung als einer der Südlichen Spinnenaffen nach Nahrung suchte.

Es war für mich eine schöne Möglichkeit die Tiere mit dem einfallenden Licht im Hintergrund zu fotografieren. In der Regel war es nämlich sehr schwierig bei den Lichtbedingungen und bei der Entfernung die Tiere zu fotografieren.

Muriquis

Natürlich brauchte dieser Südliche Spinnenaffe bei seiner Suche nach Nahrung den Greifschwanz, den er um einen Ast herumwickelte.

Der Südliche Spinnenaffe blieb in dieser Position für ein paar Momente. Aber wahrscheinlich war es nicht die beste Position für ihn denn er blieb nicht lange so in dieser Position. Er suchte nach einer anderen, die er auch fand. Und zwar indem er sich mit seinem Greifschwanz an einem anderen Ast festhielt um von oben die Futterquelle weiter zu erforschen. Das ist übrigens eine sehr typische Verhaltensweise der Spinnenaffen. Sie setzen bei der Nahrungssuche und -aufnahme ihren Greifschwanz ein.

Muriquis

Ich blieb ruhig obwohl mich diese Tierbegegnung sehr erfreute.

Und dann schaute er genau in meine Richtung.

Muriquis

Hat er mich bemerkt? War es das Klicken meiner Kamera?

Der Spinnenaffe erinnerte mich daran, die Kamera auch mal für einen Moment zur Seite zu legen.

Obwohl ich ziemlich viele Fotos machte, musste ich mich immer wieder daran erinnern die Kamere auch mal ruhen zu lassen und einfach nur die Tiere zu beobachten.

Als der Spinnenaffe in meine Richtung schaute, dachte ich mir auch, vielleicht handelte es sich auch nicht um eine so gute Nahrungsressource, da das Tiere nicht weitersuchte?

Südliche Spinnenaffen ernähren sich von Blättern, Früchten und Samen. Die Südlichen Spinnenaffen im Carlos Botelho Staatspark ernähren sich aber hauptsächlich von Früchten.

In dem folgenden Bild ist ein Südlicher Spinnenaffen wie er in eine für die Art typische Position Blätter frisst.

Muriquis

Manchmal beobachtete ich Tiere und war mir nicht sicher ob sie gerade am Fressen waren oder ob sie einfach nur auf etwas kauen mussten.

Es gab auch noch ein erwachsenes Tier, das ich mehrmals beobachtete, denn es hatte ein Jungtier.

Muriquis

Ich erinnerte mich in dem Moment an die Schopfkapuzineraffen vom Reserva Natural Vale wo ich ebenfalls eine Mutter mit einem Jungtier sah. Aber im Gegensatz zum Südlichen Spinnenaffen mit dem Jungtier, floh der Schopfkapuzineraffe (natürlich folgten wir ihm nicht). Der Spinnenaffe mit dem Jungtier verhielt sich jedenfalls recht tolerant uns gegenüber.

In einem Moment sahen wir die Mutter mit ihrem Jungtier auf dem Rücken von einem Baum zum nächsten Baum bewegen.

Aber sie machte es sich auch mal gemütlich auf einem Ast während das Jungtier sich etwas entfernte. Mir erschien sie nicht als überängstlich trotz unserer Anwesenheit.

Muriquis

Es war sehr unterhaltsam den Beiden zuzuschauen. Vor allem dann wenn das Jungtier seine Kletterkünste vorführte.

Muriquis

Als die Mutter nach Nahrung suchte, hielt sich das Jungtier fest auf ihrem Rücken fest.

Muriquis

Südliche Spinnenaffen sind übrigens promisk and anscheinend gibt es nur wenige Aggressionen zwischen den Männchen (was aber nicht immer der Fall sein soll).

Außerdem leben Südliche Spinnenaffen in Gruppen mit mehreren Männchen und Weibchen wobei eine Gruppe 8 bis 45 Tiere (26 im Durchschnitt) umfassen kann. In der Regel halten sich die Weibchen mit anderen Weibchen auf und die Männchen mit anderen Männchen innerhalb der Gruppe. Apropos Männchen. Die Männchen der Südlichen Spinnenaffen bleiben in der Gruppe in der sie geboren wurden während die Weibchen ihre Geburtsgruppen im Alter von 5 bis 6.5 Jahren verlassen (Quelle: The Pictorial Guide to the Living Primates).

Als ich nach mehr Informationen zu den Spinnenaffen suchte, stieß ich immer wieder auf den Begriff „Hippe-Affe“, weil die Spinnenaffen im Gegensatz zu anderen Affen- und Menschenaffen wenig aggressives Verhalten zeigen.

Während meines Aufenthalts im Atlantischen Regenwald beobachtete ich in der Tat kein aggressives Verhalten zwischen den Tieren. Wir sahen sie friedlich auf Ästen in den Bäumen sitzen

Darüberhinaus sah ich ein Verhalten bei den Südlichen Spinnenaffen, das auch ganz typisch für diese Tiere ist. Sie umarmen sich. Im Gegensatz zu anderen Affen und Menschenaffen gehört die Pflege des Fells ihrer Artgenossen weniger zu den sozialen Aktivitäten zwischen ihnen. Statt der Fellpflege begegnen sich die Spinnenaffen eher mit Umarmungen. In dem folgenden Bild sind zwei Männchen, die sich gerade begegnet waren.

Muriquis

Nichtsdestotrotz verbrachte ich mit den Südlichen Spinnenaffen im Carlos Botelho Staatspark nur ein paar wenige Stunden, so dass meine Beobachtungen nicht ganz repräsentativ sind.

Denn obwohl die Spinnenaffen eine eher friedliche Affenart ist, kam aggressives Verhalten zwischen den Südlichen Spinnenaffen schon vor. Einmal starb sogar ein Männchen bei einer aggressiven Auseinandersetzungn mit anderen Männchen. Das war im Januar 2008 im Carlos Botelho Staatspark. Es kann also vorkommen, auch wenn es die erste beobachtete tödliche Auseinandersetzung in einer Langzeitstudie war.

Als ich durch den Wald ging, konnte ich mir kaum vorstelle, dass die Südlichen Spinnenaffen auch mal aggressives Verhalten zeigen.

Sie waren so ruhig, auch dann wenn sie sich bewegten. Manchmal erschienen sie ganz plötzlich hinter einem.

Muriquis

Gegen Mittag wurde die Südlichen Spinnenaffen mehr und mehr inaktiver.

Einige saßen ruhig auf ihrem Ast, aber sie waren noch wach.

Einige bewegten sich noch.

Muriquis

Die anderen schauten sich noch weiter um.

Muriquis

Oder kletterten auf irgendwelchen Ästen herum.

Muriquis

Eines der Tiere fand eine bequeme (?) Position. Es hielt sich mit einer Hand an einem Ast fest und bewegte sie eine Weile nicht.

Muriquis

Nichtsdestotrotz, die Zeit verging und die Südlichen Spinnenaffen wurden müde.

Auch die Mutter mit ihrem Jungtier.

Muriquis

Einige der Tiere fanden ihren Schlafplatz schon, aber sie waren noch wach.

Andere dagegen schliefen schon.

Während die Spinnenaffen schliefen, standen oder saßen wir auf dem Waldboden und beobachteten sie weiter.

Die Ruhe gab mir auch etwas Zeit über die Südlichen Spinnenaffen nachzudenken. Wenn man bedenkt, dass es nur noch weniger als 10% des ursprünglichen Atlantischen Regenwalds gibt, dann besteht grund sich Sorgen zu machen. Nicht nur für die Tiere sondern auch für all die anderen Tiere, die im Atlantischen Regenwald leben und auf diesen als Lebensraum angewiesen sind.

Laut IUCN gehören die Abholzung, die Landwirtschaft, aber auch Freizeitaktivitäten und Tourismus zu den Bedrohungen der Spinnenaffen.

Für mich als Reisende ist es daher umso wichtiger, meine Auswirkung auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Daher versuche ich eher langsam zu reisen und Institute wie die Associação Pró-Muriqui während meiner Reise durch die Teilnahme an der „Muriqui Eco Tour“ zu unterstützen. Ich habe gesehen, wie engagiert, enthusiastisch und fürsorglich sich die Menschen der Associação Pró-Muriqui sich um die Südlichen Spinnenaffen im Carlos Botelho Staatspark kümmern. Ich bin sehr glücklich, dass ich mit meinem Besuch einen wintzigkleinen Beitrag leisten konnte, eine nachhaltige Art und Weise Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, unterstützen konnte.

Praktische Informationen

Anreise zum Carlos Botelho Staatspark

Unsere „Muriqui Eco Tour“ startete am Busbahnhof Barra Funda in São Paulo. Von dort nahmen wir einen Bus des Busunternehmens Cometa nach São Miguel Arcanjo. Die Fahrt dauerte etwa vier Stunden. Wichtig zu erwähnen ist hier auch noch, dass es nur einen Bus am Tag nach São Miguel Arcanjo gibt. Wir bezahlten 55,40 R$ für jedes Ticket. Wir kauften das Ticket am Ticketschalter am Busbahnhof in São Paulo. Es ist aber auch möglich die Tickets online bei Clickbus oder Brasil by Bus zu kaufen.

In São Miguel Arcanjo wurden wir von der Associação Pró-Muriqui abgeholt.

Unterkunft im Carlos Botelho Staatspark

Wir blieben im Carlos Botelho Staatspark für zwei Tage. Unsere Unterkunft wurde netterweise von der Associação Pró-Muriqui organisiert. Wir bezahlten für eine Nacht 200 R$ für zwei Personen.

Wir mochten unsere Unterkunft sehr. Wir waren in einer kleinen Hütte untergebracht am Rande des Waldes. Ein Paradies.

Mehr Informationen zu den Spinnenaffen

Spinnenaffen auf Primate Info Net
Feldstudie der Associação Pró-Muriqui
Website der Associação Pró-Muriqui
Facebook der Associação Pró-Muriqui
Forschung und Schutz der Spinnenaffen
Video (nur auf Portugiesisch) über die Südlichen Spinnenaffen und die Associação Pró-Muriqui

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen. Ich stimme zu, dass meine Angaben zur Kontaktaufnahme und für Rückfragen dauerhaft gespeichert werden. // I have read the Privacy Policy and accept its terms and conditions. I agree that my contact details will be stored permanently for queries.