Südamerikanische Nasenbären bei den Iguaçu-Wasserfällen

Der Iguaçu Nationalpark in Brasilien ist für viele Tiere ein zu Hause geworden. Einer ihrer Einwohner ist der Südamerikanische Nasenbär – ein typischer Waldbewohner im brasilianischen Atlantischen Regenwald. Die meisten Besucher des Nationalparks kommen natürlich wegen den beeindruckenden Iguaçu-Wasserfällen. Aber wusstest du, dass der Iguaçu Nationalpark ein hervorragender Ort ist, um Südamerikanische Nasenbären in der Wildnis zu beobachten? In diesem Blogbeitrag wirst du nicht nur mehr über diese wundervollen und neugierigen Tiere erfahren, sondern auch mitbekommen was du bei einem Besuch beachten solltest, wenn du auf die Südamerikanischen Nasenbären triffst.

Wenn du die Iguaçu-Wasserfälle auf der brasilianischen Seite sehen möchtest, dann ist die Stadt Foz do Iguaçu ein sehr guter Ausgangspunkt. Die Stadt liegt im Südwesten des Staates Paraná in der Nähe der Grenze zu Paraguay und Argentinien. Im Vergleich zu anderen brasilianischen Städten, ist Foz do Iguaçu mit etwa 250.000 Einwohnern eine eher kleine Stadt. Die Hauptstadt von Paraná, Curitiba, ist etwa 600 km entfernt. Foz do Iguaçu liegt in der Nähe der Flussmündung Rio Paraná und Rio Iguaçu und ist daher nicht weit von den Iguaçu-Wasserfällen entfernt.

Foz do Iguaçu ist eine sehr attraktive Stadt für viele Reisende, die den Nationalpark Iguaçu mit seinen Wasserfällen besuchen möchten, da der Nationalpark in der Nähe liegt und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln einfach zu erreichen ist. Wenn du noch etwas Zeit in Foz do Iguaçu hast, kannst du zum Beispiel noch den Vogelpark Parque das Aves, das Dreiländereck Brasilien-Argentinien-Paraguay oder den Itaipú-Staudamm am Rio Paraná besuchen. Beim Itaipú-Staudamm handelt es sich um das größte Wasserkraftwerk der Welt was die Energieproduktion angeht.

Wir verbrachten ingesamt drei ganze Tage in Foz do Iguaçu. An unserem ersten Tag besuchten wir die Iguaçu-Wasserfälle auf der brasilianischen Seite. Am zweiten Tag gingen wir in den Vogelpark Parque das Aves. Und an unserem dritten Tag machten wir einen Ausflug zu den Wasserfällen auf der argentinischen Seite. Es ist übrigens möglich die Wasserfälle auf der argentinischen und brasilianischen Seite an einem Tag zu besuchen. Ich würde das jedoch niemandem empfehlen. Vor allem dann nicht, wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist. Und ehrlich gesagt denke ich, dass es sich lohnt sich bei den Wasserfällen viel Zeit zu nehmen um das Gebiet mit all seinen wilden Tiere wie die Südamerikanischen Nasenbären, Affen, Vögel, Schmetterlinge und viele mehr zu erkunden.

Tipp: Wenn du die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt um zu den Iguaçu-Wasserfällen zu gelangen, dann kannst du das mit der Buslinie 120 „Aeroporto/Parque Nacional“ welche zwischen dem zentralen Busbahnhof Terminal de Transporte Urbano (TTU) und dem Nationalpark Iguaçu regelmäßig verkehrt. Entlang der Avenida Juscelino Kubitschek, Avenida Jorge Schimmelpfeng und Avenida das Cataratas gibt es mehrere Bushaltestellen wo der Bus hält.

Der Nationalpark Iguaçu

Der Nationalpark Iguaçu (Portugiesisch: Parque Nacional do Iguaçu) ist wahrscheinlich eines der bekanntesten Attraktionen in Brasilien. Das ist natürlich verständlich, denn in diesem Nationalpark kannst du die weltweit größten und beeindruckendsten Wasserfälle sehen: die Iguaçu-Wasserfälle oder Cataratas do Iguaçu auf Portugiesisch. Mit einer Länge von fast 3 Kilometern, 275 Wasserfällen und einer Höhe von etwa 80 Metern, gehören die Iguaçu-Wasserfälle zu den Größten der Welt. Die Wasserfälle werden dir den Atem verschlagen. Du wirst Ehrfurcht vor ihnen haben. Und nach deinem Besuch wünscht du dir zurückzukommen, um dieses Naturschauspiel noch einmal zu erleben.

Der Rio Iguaçu mit seinen Iguaçu-Wasserfällen fließt etwa 25 Kilometer flussabwärts in den Rio Paraná. Während der Rio Paraná weiter nach Süden fließt bis zu dem Mündungsgebiet Río de la Plata, endet der Rio Iguaçu spektakular bei den Iguaçu-Wasserfällen. Die letzten Kilometer des Rio Iguaçu bilden die Grenze zwischen Brasilien und Argentinien.

Der Name Iguaçu kommt übrigens aus der Sprache der Tupi-Guaraní und bedeutet „großes Wasser“. Wenn du bei den Iguaçu-Wasserfällen bist, wirst du die Bedeutung von Iguaçu fühlen. Du wirst von den größten Wasserfällen und der einzigartigen Natur des Atlantischen Regenwaldes beeindruckt sein. Du wirst in ein Naturwunder eintauchen können, üppigen, grünen Wald bestaunen und die schönsten Wasserfälle der Welt bewundern. Bei den Iguaçu-Wasserfälle zu sein, ist einfach nur ein unbeschreibliches Gefühl und eine ganz besondere Erfahrung.

Mit fast 170.000 Hektar ist der Nationalpark Iguaçu mit seinem Atlantischen Regenwald ein zu Hause für viele Tiere und Pflanzen geworden. Der Nationalpark gehört außerdem seit 1986 zum UNESCO Weltnaturerbe. Der angrenzende Nationalpark Iguazú in Argentinien ist schon seit 1984 UNESCO Weltnaturerbe. Zusammen schützen die beiden Nationalparks ein Gebiet von etwa 240.000 Hektar.

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Der Atlantische Regenwald im Nationalpark Iguaçu in Brasilien und im Nationalpark Iguazú in Argentinien ist ein halbimmergrüner, subtropischer Regenwald (Portugiesisch: Mata Atlântica). In dem Wald lebt eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Einige von ihnen sind sogar bedroht wie zum Beispiel der Jaguar (Panthera onca). Andere Tiere dagegen sind sehr scheu und zurückgezogen und daher sehr schwer zu beobachten wie beispielsweise der Puma (Puma concolor) oder der Breitschnauzenkaiman (Caiman latirostris). Es gibt auch einige bedrohte Vögel im Nationalpark Iguaçu wie z.B. die Taubenhalsamazone (Amazona vinacea) oder die Harpyie (Harpia harpyja). Ich habe keines dieser scheuen Tiere gesehen. Ich hatte allerdings zuvor gehört, dass es bei den Iguaçu-Wasserfällen Südamerikanische Nasenbären (Nasua nasua) geben soll. Daher habe ich im Nationalpark Iguaçu vor allem nach diesen Tieren Ausschau gehalten.

An dem Tag unseres Besuches war es am Morgen im Eingangsbereich sehr überfüllt. Obwohl wir sehr früh da waren, mussten wir mindestens eine halbe Stunde warten um ein Ticket zu kaufen und in den Bus zu kommen, der uns in den Nationalpark hineinführte. Es ist übrigens nicht erlaubt, mit dem Auto durch den Nationalpark zu fahren. Besucher müssen ihre Autos auf dem Parkplatz des Nationalparks zurücklassen.

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Es gibt mehrere Haltestellen im Nationalpark. Wir sind an der Haltestelle Weg der Wasserfälle (Englisch: The Path of the Falls) ausgestiegen. Wenn du allerdings an einer Tour mitmachen möchtest, musst du schon etwas früher aussteigen. Zum Beispiel an der Bushaltestelle Poço Preto Weg wenn du an einer geführten Tour durch den Atlantischen Regenwald zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit einem Elektrofahrzeug teilnehmen möchtest (Trilha Poço Preto). Die nächste Bushaltestell ist die bei Macuco Safari Tour und die bei der Bananeiras Weg Tour. Macacu Safari bietet verschiedene Touren an. Unter anderem ist es mit Macacu Safari möglich, mit einem Boot auf dem Fluss ganz nah an die Wasserfälle zu kommen. Bevorzugst du wandern, dann kannst du das auf dem Bananeira Weg (Trilha das Bananeiras).

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Ich wäre sehr gerne auf dem Poço Preto oder dem Bananeiras Weg durch den Atlantischen Regenwald gewandert. Allerdings ist das nur über eine Tour möglich. Außerdem muss man die Touren im Eingangsbereich buchen.

Die letzte Bushaltestelle ist der Porto Canoas Bushalteplatz. Es gibt einen sehr schönen Wegen zwischen der letzten und vorletzen Haltestelle. Und zwar handelt es sich um den „Wasserfallweg“ oder Trilha das Cataratas auf Portugiesisch. Die meisten Besucher gehen diesen Weg entlang. Ganz am Ende des Weges am Bushalteplatz gibt es ein Restaurant, ein paar Geschäfte und natürlich ganz viele Südamerikanische Nasenbären.

Südamerikanische Nasenbären bei den Iguaçu-Wasserfällen

Wenn du Südamerikanische Nasenbären im Nationalpark Iguaçu sehen möchtest, dann kann ich dir sagen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass du auf ein paar von ihnen treffen wirst. Ich muss jedoch auch zugeben, dass es sich nicht wirklich wie eine echte Wildlife-Begegnung anfühlte. Der Grund ist, wie ich weiter oben schon erwähnt habe, der Nationalpark Iguaçu ist ein sehr beliebtes Reiseziel. Daher sind die Südamerikanischen Nasenbären im Nationalpark Iguaçu sehr gut an die Menschen gewöhnt. Sie sind weder scheue noch zurückgezogene Tiere. Wenn du im Nationalpark aus dem Bus steigst, kann es sein, dass schon ein paar Südamerikanische Nasenbären auf dich warten. Das heißt, sie warten nicht unbedingt auf dich, sondern eher auf das Fressen das du eventuell mitbringst.

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Als allererstes möchte ich sagen: Bitte füttere nicht die Südamerikanischen Nasenbären oder andere Wildtiere, die du siehst! Lies die Schilder und gib ihnen nichts zu fressen. Die Südamerikanischen Nasenbären im Nationalpark Iguaçu sind Wildtiere und nicht (vielleicht sind sie es jetzt schon) an unser industriell verarbeitetes Essen wie Chips oder Schokolade gewöhnt. Du kannst selber für dich entscheiden, ob du das essen möchtest. Aber die Nasenbären werden alles nehmen was sie bekommen können. Ob es nun etwas Nahrhaftes ist oder nicht. Außerdem solltest du die Tiere nicht zu deiner eigenen Sicherheit füttern. Als wir aus dem Bus ausstiegen sahen wir wie ein paar Nasenbären die Taschen einiger Besucher angriffen. Sie waren erfolgreich. Auf dem Boden verbreitete sich eine Tüte Chips. Denke also daran, wir sind nur Besucher und wir müssen die Regeln des Nationalparks befolgen. Wenn du Essen in den Nationalpark mitnimmst, dann verstecke es gut.

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Bevor wir weiter zu den Wasserfällen gingen, verbrachten wir noch etwas Zeit  in der Nähe der Bushaltestelle. Denn von dort bekam man auch schon eine schöne Aussicht auf die Wasserfälle (aber man bekommt noch eine Schönere näher bei den Wasserfällen). Außerdem freute ich mich, auf ein paar Südamerikanische Nasenbären getroffen zu haben und ich verbrachte gerne ein wenig Zeit in ihrer Nähe. Die meisten von ihnen hielten sich irgendwo auf der Straße auf. Entweder bettelten sie nach Fressen oder sie schnüffelten am Boden rum um dort irgendwas Fressbares zu finden.

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Wenn ich von Tieren Fotos mache, dann versuche ich immer eines von ihnen in ihrem natürlichen Lebensraum zu bekommen. Da sie sich im Nationalpark Iguaçu allerdings so gerne nahe bei den Menschen aufhielten, war es schwierig sie auf einem Baum oder im Gras sitzend zu fotografieren. Glücklicherweise bekam ich dann doch noch ein paar Fotos von ihnen.

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Wir stiegen an der Bushaltestelle Weg der Wasserfälle aus. Die Bushaltestelle ist – wie der Name schon andeutet – der Beginn des gleichnamigen Weges. Dieser Weg hat eine Länge von etwa 1.200 Meter und führt durch den Nationalpark Iguaçu bis zur Garganta do Diabo (Deutsch: Teufelsschlund) der Iguaçu-Wasserfälle. Falls du den Weg nicht gehen möchtest, dann kannst du mit dem Bus auch bis zur Porto Canoas Busstation fahren. Es spielt keine Rolle in welche Richtung du den Weg gehst. Nichtsdestotrotz kann ich es nur empfehlen den Weg entlangzugehen, weil man viele schöne Aussichten auf die Iguaçu-Wasserfälle bekommt.

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Der Weg ist wirklich sehr angenehm zu gehen. Außerdem sind die Wege im Schatten, so dass man geschützt unter den Bäumen des Atlantischen Regenwaldes gemütlich spazieren gehen kann.

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Auf dem Weg bekommst du an verschiedenen Aussichtspunkten eine andere Aussicht auf die Iguaçu-Wasserfälle. Nimm dir Zeit und genieße die Aussichten! An manchen Aussichtspunkten kann es zu einer Wartezeit kommen, wenn gerade viele Besucher den Weg entlanggehen.

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Halte auch immer Ausschau nach den Südamerikanischen Nasenbären. Sie können ganz plötzlich auf der Straße auftauchen und in deine Richtung laufen.

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Zwei von ihnen spielten sogar auf der Straße und waren daher nicht an uns interessiert (so wie es sein sollte).

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Als wir der Garganta do Diabo näherkamen, spürten wir mehr und mehr wie sich der Wasserfall donnernd über viele Meter in die Tiefe stürzte. Von weiter oben erhielten wir einen Eindruck von dem was uns bei den Iguaçu-Wasserfällen noch erwartete. Bei den Iguaçu-Wasserfällen hast du die Möglichkeit, die Kraft der Wasserfälle ganz nah zu spüren.

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Für mich war es ein sehr eindrucksvoller Tag. Neben den Wasserfällen fühlte ich mich irgendwie ganz klein. An der Garganta do Diabo fragte ich mich, wie sich die Kraft der Wasserfälle wohl im Oktober anfühlte wenn die Strömung mit etwa 2,5 m3/s am größten ist. Wir besuchten die Iguaçu-Wasserfälle im April. Das heißt, wenn die Strömung am niedrigsten ist und nur auf etwa 1,3 m3/s kommt. Im Durchschnitt erreicht die Strömung der Iguaçu-Wasserfälle 1,4 m3/s.

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In der Nähe der Garganta do Diabo gibt es ein paar kleine Geschäfte, Kioske und ein Restaurant. Und natürlich wirst du dort ganz viele Südamerikanische Nasenbären treffen. Sei es auf dem Geländer des Restaurants oder in der Nähe eines Mülleimers. Dort wirst du besonders vielen Nasenbären begegnen.

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Ich habe in der Nähe der Garganta do Diabo keine Besucher gesehen, die die Südamerikanischen Nasenbären gefüttert haben. Aber am Verhalten der Tiere war abzulesen, dass dies doch wohl hin und wieder vorkommt. Ich musste nur auf die Gruppe Südamerikanischer Nasenbären schauen und wie sie nach etwas zu fressen bettelten als eine Frau eine Tüte Chips aufmachte.

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Die Frau fütterte sie nicht, aber man sah die Tiere trotzdem überall auf dem Boden nach etwas Essbarem suchen, auch durch ein Gitter. Manche versuchten es mit ihren Augen…

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Die Südamerikanischen Nasenbären waren einfach überall. Sie gaben ihr Bestes um irgendetwas von den Besuchern zu bekommen. Manche waren sogar erfolgreich.

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So sehr ich die Südamerikanischen Nasenbären sehen wollte, so richtig fühlte es sich nicht wie eine echte Wildlife-Begegnung an. Die Südamerikanischen Nasenbären sind sehr an uns Besucher gewöhnt und sie haben wenig von ihrem natürlichen Verhalten gezeigt. Wie interagieren sie normalerweise ohne unsere Anwesenheit? Was fressen sie eigentlich sonst so? Und wie sieht es mit ihrem natürlichen Lebensraum aus? Wo halten sie sich für gewöhnlich auf?

Als wie zurück liefen, trafen wir auf eine weitere Gruppe Südamerikanischer Nasenbären. Es war schon später am Nachmittag und es waren weniger Menschen unterwegs, so dass wir die Nasenbären fast für uns alleine beobachten und somit einen kleinen Einblick in ihr normales Leben bekommen konnten (mehr dazu im nächsten Abschnitt). Allerdings mussten wir auf unserem Rückweg etwas weniger Erfreuliches sehen. Überall ist zu lesen: Bitte keine Wildtiere füttern oder anfassen. Leider halten sich nicht alle Besucher daran. Wir beobachteten einen Besucher wie er einem Südamerikanischen Nasenbären folgte, um ihn anzufassen. Leider zeigte dieser Besucher wenig Verständnis für die Regeln des Nationalparks…

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Wichtig: Bitte füttere die Tiere nicht und fasse sie nicht an. Du kannst überall lesen, dass es nicht erlaubt ist, den Südamerikanischen Nasenbären Essen zu geben. Es geht dabei nicht nur um die Gesundheit der Tiere sondern auch um deine Sicherheit. Wenn du etwas zu essen mit in den Nationalpark bringst, versuche es so gut wie möglich zu verstecken. Hältst du dich nicht daran, kann es sein, dass die Tiere dir dein Essen wegreißen.

Steckbrief: Der Südamerikanische Nasenbär

Südamerikanische Nasenbären (Nasua nasua) sind Raubtiere und gehören zur Familie der Kleinbären (Procyonidae) zu der auch Waschbären zählen. Die Nasenbären kommen neben Süd- und Mittelamerika auch noch im Südwesten Nordamerikas vor. Es gibt wahrscheinlich vier verschiedene Arten an Nasenbären. Der Südamerikanische Nasenbär gehört zur Gattung Nasua zu der noch ein weiterer Nasenbär gehört, und zwar der Weißrüsse-Nasenbär (Nasua narica).

Wie alle Nasenbären ist der Südamerikanische Nasenbär tagaktiv. Sie leben typischerweise in Wäldern und Buschland am Boden und in den Bäumen. Wir sahen tatsächlich einige der Südamerikanischen Nasenbären sowohl am Boden rumgraben oder rumschnüffeln als auch auf die Bäume klettern.

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Als wir die Südafrikanischen Nasenbären auf den Baum klettern sahen, war es allerdings weniger freiwillig. Es passierte alles ganz plötzlich, als von etwas weiter weg ein ein Braunohrassari etwas Lärm machte. Alle Nasenbären rissen ihre Augen auf und flüchteten ganz schnell auf die Bäume, obwohl diese Vögel eigentlich nicht zu ihren natürlichen Feinden zählen. Typische Räuber der Südamerikanischen Nasenbären sind Füchse, Jaguare, Jaguarundis, aber auch Raubvögel wie die Harpyie, die übrigens auch im Atlantischen Regenwald im Nationalpark Iguaçu lebt.

Kurze Zeit später entspannten sich die Südamerikanischen Nasenbären wieder. Sie kamen zum Teil wieder von den Bäumen herunter. Einige schnüffelten auf dem Boden und andere fraßen Blätter in den Bäumen.

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Südamerikanische Nasenbären sind wie alle anderen Nasenbären auch omnivor, d.h. sie sind Allesfresser und ernähren sich sowohl von Pflanzen als auch von anderen Tieren. Sie fressen Blätter, aber suchen auch nach Früchten und Invertebraten wie Spinnen, Ameisen, Termiten oder Tausendfüßler. Ihr Speißeplan enthält auch kleine Säugetiere (z.B. Nagetiere), Eidechsen, Eier und Aas. Sie ernähren sich also normalerweise sehr variationsreich.

Die Südamerikanischen Nasenbären haben eine weite Verbreitung. Sie kommen in allen Südamerikanischen Ländern vor, außer in Chile. Laut der Naturschutzorganisation IUCN sind sie nicht vom Aussterben bedroht und sind daher in der Kategorie „Least Concern“ (Deutsch: nicht gefährdet) gelistet.

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Wir blieben eine Zeit lang bei den Südamerikanischen Nasenbären und beobachteten sie, um einen kleinen Einblick in ihr Leben zu bekommen und mehr zu erfahren wie sie sich normalerweise verhalten, wenn sie nicht gerade Besucher verfolgen. Zum Beispiel habe ich beobachtet, dass die Südamerikanischen Nasenbären sehr gute Kletterer sind. Einer von ihnen zeigte mir das, in dem er kopfüber nach unten kletterte.

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Anscheinend steigen Südamerikanische Nasenbären normalerweise von den Bäumen herab und verteilen sich auf dem Boden, wenn sie eine Gefahr wahrnehmen. Wir beobachteten jedoch das Gegenteil (wie oben beschrieben). Ich muss jedoch auch zugeben, dass wir nur für eine relativ kurze Zeit bei den Südamerikanischen Nasenbären waren und somit vieles nicht beobachtet haben. Vielleicht sind sie nur an dem Tag in die Bäume geflohen? Oder vielleicht führte auch die Anzahl an Besucher zu einer Verhaltensänderung bei den Tieren?

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Weibchen der Südamerikanischen Nasenbären leben typischerweise in größeren Gruppen mit bis zu 30 Tieren. Die Männchen sind dagegen eher solitär. Während die Männchen eher ortstreu sind, verstreuen sich die Weibchen. Natürlich konnte ich das an dem einen Tag im Nationalpark Iguaçu nicht alles beobachten. Aber ich schätze, dass es sich bei der Gruppe, auf die ich getroffen war, um Weibchen mit ihren Jungtieren handelte. Ich kann nicht hundertprozentig sicher sein, aber ich nehme es an.

Am Anfang waren die Südamerikanischen Nasenbären noch recht aktiv. Aber sie wurden immer mehr träger.

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Die Südamerikanischen Nasenbären gaben mir auch so die Möglichkeit ihr Aussehen näher zu betrachen. Eines ihrer charakteristischsten Merkmale ist wohl ihr langer, gelb-geringter Schwanz. Ihr Schwanz dient dem Gleichgewicht und ist kein Greifschwanz wie der von den Südlichen Spinnenaffen.

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Die meisten Südamerikanischen Nasenbären im Nationalpark Iguaçu haben ein eher rostfarbenes Fell. Ein paar wenige dagegen sind eher dunkelbraun oder gräulich gefärbt.

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Alle Nasenbären haben einen schlanken Kopf und eine verlängerte Nase gemeinsam. Da sie eine flexible Nase haben, nutzen sie diese um auf dem Boden unter abgefallenen Blättern nach Nahrung zu suchen.

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Schließlich liefen wir wieder zur Bushaltestelle zurück. Doch bevor wir einstiegen, sahen wir noch einen Südamerikanischen Nasenbären die Straße vor uns überqueren.

Ich kann bestätigen, dass die Wahrscheinlichkeit auf einen Südamerikanischen Nasenbären bei den Iguaçu-Wasserfällen zu treffen, sehr groß ist.

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Mehr Wildlife im Iguaçu Nationalpark

Schmetterlinge bei den Iguaçu-Wasserfällen

Wenn du durch den Nationalpark Iguaçu gehst, wird dir bestimmt die große Anzahl der Schmetterlinge auffallen. Ich kann dir hier nur einen sehr kleinen „Einblick“ in die Welt der Schmetterlinge im Nationalpark Iguaçu geben. Aber wenn du durch den Nationalpark läufst, dann wird dir die bloße Anzahl der Schmetterlinge den Atem verschlagen. Du wirst sie überall finden. Auf dem Geländer, im Gras, auf deinem Bein oder deiner Hand, aber auch auf deinem Rucksack oder auf deiner Tasche.

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Da ich keine Spezialistin bin was Schmetterlinge in Brasilien angeht, habe ich versucht, die Schmetterlinge über iNaturalist zu identifizieren. Bis jetzt konnte ich die folgenden zwei Arten bestimmen.

Julia oder Fackel (Dryas iulia)

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Blauer Mosaikfalter (Hamadryas amphinome)

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Ich habe nicht bei allen Schmetterlingen bis jetzt eine Rückmeldung bekommen. Daher konnte ich die zwei folgenden Schmetterlinge noch nicht hundertprozentig identifizieren. Ich identifizierte diese Schmetterlinge, indem ich meine Fotos mit denen auf iNaturalist verglich. Ich vergleich meine Fotos allerdings nur mit den Schmetterlingen, die bei den Iguaçu-Wasserfällen schon beobachtet wurden. Da ich jedoch nicht hundertprozentig sicher bin und es immer besser ist, sich eine Zweitmeinung zu holen, würde ich mich sehr freuen, wenn du einen Kommentar hinterlässt wenn du weißt um welche Arten es sich handelt.

Hamadryas epinome

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Callicore hydaspes

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Einige der Schmetterlinge konnte ich gar nicht identifizieren wie die in den folgenden Fotos. Falls du weißt um welche Arten es sich handelt, bitte lasse es mich wissen und hinterlasse einen Kommentar.

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Vögel bei den Iguaçu-Wasserfällen

Im Gegensatz zu anderen Orten wie der Nationalpark Itatiaia oder Ubatuba, konnten wir bei den Iguaçu-Wasserfällen nicht so viele verschiedene Vögel sehen. Allerdings muss ich auch zugeben, dass wir zu den bestbesuchten Zeiten den Wasserfallweg bis zur Garganta do Diabo gelaufen sind. Hinzu kommt, dass es immer besser ist möglichst früh loszugehen um Vögel zu beobachten. Der Nationalpark öffnet aber erst ab 9 Uhr.

Nichtsdestotrotz sahen wir wenigstens ein paar Vogelarten im Nationalpark Iguaçu wie zum Beispiel der Braunohrarassari (Pteroglossus castanotis).

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Der Braunohrarassari gehört zur Familie der Tukane (Ramphastidae). Obwohl der Vogel sehr weit verbreitet ist, scheint die Population immer weiter abzunehmen.

Ein anderer Vogel, den ich im Nationalpark Iguaçu zum ersten Mal sah war der Kappenblaurabe (Cyanocorax chrysops). Der Kappenblaurabe ist in der gleichen Situation wie der Braunohrassari. Er ist relativ weit verbreitet, aber seine Population scheint immer kleiner zu werden.

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Ich freue mich immer auf Vögel zu treffen, die ich schon irgendwo mal gesehen habe wie z.B. die Dreifarbentangare (Tangara seledon). Die Dreifarbentangare hatte ich schon im Nationalpark Itatiaia beobachtet.

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In dem gleichen Baum beobachtete ich noch eine weitere Tangare – und zwar eine Sayacatangare (Thraupis sayaca). Ich traf auf eine Sayacatangare schon in Ubatuba.

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An der Bushaltestelle wo wir auf den Bus warteten, der uns wieder zurück in den Eingangsbereich bringen sollte, sahen wir noch einen Bronzekiebitz (Vanellus chilensis). Bronzekiebitzen begegnete ich unter anderem schon schon in Guarapari und Itaúnas.

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Praktische Informationen für Foz do Iguaçu

Anreise nach Foz do Iguaçu

Für uns war Foz do Iguaçu unser Ausgangspunkt zum Nationalpark Iguaçu. Foz do Iguaçu ist einfach mit dem Bus zu erreichen. Wir nahmen ein Bus des Busunternehmens Pluma von São Paulo – Barra Funda nach Foz do Iguaçu. Es gibt zwei Busunternehmen, die zwischen São Paulo und Foz do Iguaçu verkehren: Pluma wie schon erwähnt und Catarinense. Wir bezahlten 215,00 R$ pro Ticket am Ticketschalter in São Paulo. Du kannst die Bustickets auch online kaufen auf Clickbus oder Brasil by bus. Wir kauften unsere Tickets ein paar Tage im Voraus am Ticketschalter kurz bevor wir nach São Miguel Arcanjo fuhren um die Südlichen Spinnenaffen im Carlos Botelho Staatspark zu besuchen. Wir verließen São Paulo am Abend und kamen in Foz do Iguaçu am nächsten Morgen an. Die Reise dauerte etwa 18 Stunden. Der Internationale Busbahnhof Rodoviária International de Foz do Iguaçu befindet sich in der Avenida Costa e Silva, 1601 – Parque Pres. 1, Foz do Iguaçu – PR, 85863-000. Von dort aus sind es etwa fünf Kilometer ins Zentrum von Foz do Iguaçu. Wir nahmen ein Taxi zu unserer Unterkunft. Es gibt auch zahlreiche Fahrer, die für Uber fahren und Busse (Linie 105 und 115), die zwischen dem Internationalen Busbahnhof und der zentralen Busstation Terminal de Transporte Urbano (TTU) verkehren. Die Bussation TTU befindet sich in der Straße Pedro Antonio de Nadai, Vila Portes, Av. Juscelino Kubitscheck, 1385 – Vila Portes.

Bevorzugst du das Flugzeug, dann hat Foz do Iguaçu auch einen Flughafen (Foz do Iguaçu/Cataratas International Airport). Dieser befindet sich in der Nähe des Nationalparks Iguaçu National Park in der Rod. BR 469, Km 16,5, s/n – Aeroporto, PR, 85863-900. Die Buslinie „Aeroporto/Parque National“ fährt regelmäßig zwischen dem Nationalpark Iguaçu vorbei am Flughafen und bis zur zentralen Busstation TTU hin und her.

Unterkunft in Foz do Iguaçu

Wir buchten unsere Unterkunft über Airbnb. Unsere Unterkunft befand sich in der Rua das Samambaias im Viertel Loteamento Bourbon. Von dort aus benötigt man knapp 30 Minuten mit dem Bus zum Nationalpark Iguaçu. Wir bezahlten 49,66 Euro für 4 Nächte und 2 Personen. Obwohl unsere Unterkunft sehr günstig war, hatten wir ein sehr gemütliches Zimmer im Hinterhof. Das Zimmer war klein, aber sehr sauber. Unsere Gastgeberin war eine ältere Frau und neu bei Airbnb. Ihre Tochter organisierte für sie alles online. Unsere Gastgeberin war sehr aufmerksam und immer gesprächsbereit, um uns weitere Informationen über den Ort zu geben. Es war eine meiner besten Erfahrungen mit Airbnb. Außerdem war unsere Unterkunft in der Nähe der Avenida das Cataratas und somit in der Nähe einer Bushaltestelle wo die Buslinie 120 hält und weiter Richtung Nationalpark Iguaçu fährt.

Tipp: Es gibt mehrere Hotels entlang der Avenida das Cataratas. Möchtest du noch näher am Nationalpark wohnen schaue dich dort um. Möchtest du innerhalb des Nationalparks übernachten, dann kannst du das indem du dir ein Zimmer im Hotel das Cataratas buchst. Allerdings sind die Zimmer nicht ganz günstig und das kann und will sich nicht jeder leisten.

Anreise zum Nationalpark Iguaçu

Der Nationalpark Iguaçu öffnet täglich zwischen 9:00 und 17:00 Uhr. Du kannst ihre aktuellen Preise auf ihrer offiziellen Webseite erfahren. Je nach Nationalität bekommst du einen Rabatt. Brasilianer bezahlen zur Zeit (Stand März 2019) 41 R$ (12 Jahre und älter). Argentinier, Uruguayer, Paraguayer und Venezolaner bezahlen 55 R$. Alle anderen Nationalitäten müssen momentan 70 R$ bezahlen. Tickets können sowohl schon im Internet als auch vor Ort am Ticketschalter gekauft werden.

Wenn du kein eigenes Auto hast, dann kannst du mit Taxi, Uber oder der Buslinie 120 anreisen. Der Bus fährt regelmäßig zwischen der zentralen Busstation TTU und dem Nationalpark Iguaçu. Der Bus hält auch am Flughafen, vor dem Vogelpark Parque das Avees und an mehreren Bushaltestellen entlang der Avenida Juscelino Kubitschek, Avenida Jorge Schimmelpfeng und Avenidas das Cataratas. Du erkennst die korrekte Richtung an der Aufschrift „Aeroporto/P Nacional“.

Wenn du mehr über Foz do Iguaçu und ihre Sehenswürdigkeiten erfahren möchtest, dann schau doch mal bei VisiteFoz (Portugiesisch und zum Teil Englisch) vorbei.

Mehr Informationen über Südamerikanische Nasenbären

Wenn du mehr über die Südamerikanische Nasenbären erfahren möchtest, dann schaue doch mal bei den folgenden Webseiten vorbei:

Animal Diversity
Wikpedia
IUCN.

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