Berberaffen auf dem Affenberg Salem

Berberaffen sind Affen, die eigentlich im Atlasgebirge in Marokko und Algerien leben. Der Affenberg Salem im Süden Deutschlands hat jedoch ein zu Hause für etwa 200 Berberaffen außerhalb ihres natürlichen Vorkommens erschaffen. In diesem Blogeintrag schreibe über den Affenberg Salem und die Affen, die dort leben.

Cindy ist ein Berberaffe und etwas ganz Besonderes.

Im Oktober 2019 wurde sie das älteste Berberaffen-Weibchen, das jemals auf dem Affenberg Salem gelebt hat.

Sie wurde im März 1988 auf dem Affenberg Salem geboren und sie erreichte im Herbst 2019 ein Alter von 31,5 Jahren.

In der Wildnis hätte sie wahrscheinlich nie so ein hohes Alter erreicht.

Vielleicht wäre sie irgendeinem Raubtier zum Opfer gefallen?

Oder sie wäre aufgrund von Nahrungsknappheit verhungert?

Oder vielleicht wäre sie krank geworden und kein Tierarzt hätte ihr irgendwelche Medizin verabreicht?

Berberaffen erreichen in der Regel in ihrem natürlichen Lebensraum kein Alter von über 30 Jahren, da sie dort viel zu vielen verschiedenen Gefahren ausgesetzt sind.

Die Weibchen können in der Wildnis ein Alter von etwa 23 Jahren erreichen. Männchen dagegen nur 21 Jahre.

Nichtsdestotrotz, auf dem Affenberg wurde Cindy in eine relativ sichere Umgebung hineingeboren wo sie den ganzen Tag ihrer Lieblingsaktivität nachgehen kann: dem Fressen.

Aber Cindy ist nur ein Affe von etwa 200 Berberaffen, der auf dem Affenberg Salem lebt.

Berberaffe Nahaufnahme

Der Affenberg Salem befindet sich im Süden Deutschlands in der Nähe des Bodensees. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung für Berberaffen auf einem etwa 20 Hektar großen Gelände. Wie der Name schon andeutet, befindet sich der Affenberg Salem in einer hügeligen Umgebung. Dichter Wald schützt die Tiere vor starker Sonne im Sommer und ein Zaun verhindert, dass andere Wildtiere wie Füchse das Leben der Berberaffen stören.

Wald auf dem Affenberg Salem
Berberaffen im Wald

Auf dem Affenberg findet man auch die Storchenstation.

Im Sommer kann man dort viele Weißstorch-Brutpaare im Eingangsbereich sehen.

Berberaffen

Der lateinische Name des Berberaffen ist Macaca sylvanus.

Makaken sind Altweltaffen und leben daher nur in Eurasien und Afrika und nicht in Amerika wie die Goldenen Löwenäffchen, Kapuzineraffen oder Südlichen Spinnenaffen. Bei diesen Affen handelt es sich nämlich um Neuweltaffen.

Auf dem Affenberg kann man Berberaffen ganz nah begegenen. Das ist sehr besonders, weil Berberaffen nämlich laut IUCN "stark gefährdet" (Englisch: "endangered") sind.

Berberaffen auf dem Affenberg Salem

Anscheinend gibt es nur noch weniger als 10.000 Berberaffen in der Wildnis und die Anzahl scheint weiter abzunehmen.

Heute leben Berberaffen noch im Atlasgebirge in Marokko und Algerien. Dort bewohnen sie offene und bewaldete Regionen wo es vor allem Zedern- und Eichenwälder gibt. Manchmal halten sie sich auch auf Grasflächen, in Buschlandschaften und felsigen Gebieten auf.

Obwohl sie hauptsächlich in Marokko und Algerien leben, gibt es auch eine Population außerhalb Nordafrikas im Süden Spaniens in Gibraltar. Es sind die einzigen Affen, die in Europa leben. Warum Berberaffen in Gibraltar leben, also wie es dazu kam, ist noch nicht ganz klar unter Forschern. Vielleicht sind die Berberaffen in Gibraltar die Letzten einer einst großen europäischen Population?

Berberaffe Nahaufnahme

Interessant zu wissen ist, dass Berberaffen die einzigen Affen sind, die nördlich der Saharawüste leben. Sie sind auch die einzigen Makaken aus der Gattung Macaca, die außerhalb Asiens leben. Alle anderen Makakenarten leben in Asien.

Nimmt man sich bei einem Spaziergang durch den Wald auf dem Affenberg Zeit, kann man einiges über die Berberaffen erfahren.

Zahlreiche Informationstafeln sollen den Besucher über diese Affenart aufklären.

Zum Beispiel, woher kommen Berberaffen?

Informationsschild

Man kann auch an den Fütterungszeiten teilnehmen wenn Mitarbeiter Früchte und Gemüse für die Berberaffen verteilen. Gleichzeitig erhalten die Zuschauer mehr Wissenswertes über diese Affenart.

Fütterungszeit

Ich erfuhr zum Beispiel, dass die Berberaffen auf dem Affenberg Salem das ganze Jahr über, auch im Winter, draußen bleiben. Ihr Winterfell schützt sie vor der Kälte. Wie auch bei den Berberaffen in Marokko und Algerien. Im nördlichen Afrika leben diese Affen in Höhen von bis zu oder sogar über 2000 Metern wo es noch kälter sein und mehr Schnee fallen kann.

Anscheinend nutzen die Berberaffen auf dem Affenberg Salem im Winter jeden Sonnenstrahl, um sich aufzuwärmen. Manchmal kuscheln sie sich auch zusammen, wenn es sehr kalt wird.

In ihrem natürlichen Lebensraum müssen sie extrem unterschiedliche Wetterbedingungen aushalten. Während die Temperaturen im Winter unter 0°C fallen können, steigt die Temperatur im Sommer auf bis zu 40°C. Eine physische Anpassung an diese extrem kalten und heißen Bedingungen ist ihr Sommer- und Winterfell.

Während der Fütterungszeit lernte ich auch, dass die Berberaffen ihre Jungen im Frühling zur Welt bringen, weil es zu dieser Jahreszeit nicht mehr so kalt ist. Die Babys werden nicht im einem dicken Winterfell geboren, das sie vor der Kälte schützen würde. Außerdem benötigen die Mütter nach der Geburt besonders viel Nahrung, da sie durch das Säugen sehr viel Energie benötigen und im Winter das Nahrungsangebot nicht so üppig ist.

Interessant: Nach der Geburt haben die Berberaffen-Babys ein schwarzes Fell. Etwa nach dem zweiten Monat beginnt sich die Farbe des Fells langsam in ein Grau-braun zu wechslen. Nach dem 5. oder 6. Monat haben sie ihre Fellfarbe komplett gewechselt und sie ähneln in ihrer Farbe mehr typischen Berberaffen.

Berberaffen-Mutter mit Baby

Innerhalb einer Berberaffen-Gruppe gibt es eine strenge Hierarchie mit ranghohen und rangniederen Tieren. Ranghohe Makaken haben an erster Stelle Zugang zu Nahrungsquellen und anderen Resourcen. Außerdem sind ranghöhere Tiere bei der Fortpflanzung erfolgreicher.

Die Männchen haben in der Regel einen höheren Rang als die Weibchen. Ein Berberaffen-Männchen erreicht aber erst zwischen dem zehnten oder fünfzehnten Lebensalter die Spitze einer Gruppe. Ein Alpha-Männchen ist dabei aber auf viel Unterstützung anderer Gruppenmitglieder angeweisen. Daher bilden erfolgreiche Männchen besonders viele und gute Koalitionen und Freundschaften mit anderen Männchen, um die Spitzenposition innerhalb der Gruppe zu erreichen.

Unter den Weibchen gibt es auch eine Hierarchie. Jedoch geben Mütter ihren Rang bei der Geburt an ihre Töchter weiter. Das bedeutet, dass ein ranghohes Weibchen ein ranghohes Baby zur Welt bringt und ein rangniederes Baby wird ein rangniederer Berberaffe bleiben.

Auf dem Affenberg Salem wurde beispielsweise Ragana ein ranghohes Weibchen. Ihre Mutter war schon ein ranghohes Tier innerhalb der Gruppe. Ragana erhielt schon in den ersten Wochen ihres Lebens viel Unterstützung und sie erreichte die höchste Position in der Hierarchie unter den Weibchen im Alter von 13 Jahren. Sie war ihren Tanten, Cousinen und Geschwistern immer sehr nah.

Rangniedere Weibchen haben es nach der Geburt sehr schwer in der Hierarchie der Gruppe hochzusteigen.

Bei den Männchen ist es allerdings etwas anders. Ein Männchen hat mehr Chancen, einen höheren Rang innerhalb der Gruppe zu erreichen.

Auf dem Affenberg Salem war Adonis in der Vergangenheit das Alpha-Männchen der größten Gruppe. Er war für etwa 5 Jahre an der Spitze, aber nach einer Beinverletzung musste er seine Position an einen anderen Berberaffen abgeben.

Wichtig zu erwähnen ist hier auch noch, dass körperliche Fitness allein nicht ausreicht, um das Alpha-Männchen zu werden. Ein Alpha-Männchen benötigt vor allem auch viele Koalitionen und Freundschaften mit anderen männlichen Berberaffen. Ein Einzelkämpfer hat es eher schwer, da ihm die notwendige Unterstützung fehlt, die Spitze der Hierarchie zu erreichen.

Die Berberaffen sind promisk. Da die Weibchen sich mit mehreren Männchen paaren, ist die Vaterschaft bei den Babys nicht offensichtlich. Das heißt, die Mutter ist bekannt, aber nicht der Vater. Da die Vaterschaft unklar ist, kümmern sich die Männchen um den Nachwuchs, da sie ja die Väter sein könnten. Die Männchen kümmern sich vor allem in den ersten Wochen um die Babys. Allerdings bevorzugen sie dabei eher die ranghöheren Babies und außerdem vor allem den männlichen Nachwuchs.

Interessant: Die Männchen kümmern sich um den Nachwuchs, da sie sich über die Vaterschaft nicht sicher sein können. Allerdings nutzen die Männchen die Babys auch als Werkzeug, um sich anderen Männchen anzunähern. Die Babys werden dabei als weiße Flagge verwendet und es sollen friedliche Absichten signalisiert werden. Dadurch können sich auch rangniedere Männchen ranghöheren Berberaffen nähern. Dieses Verhalten wurde bis jetzt nur bei Berberaffen beobachtet.

Während der Fütterungszeit lernte ich auch, dass es unter den Männchen und Weibchen physische Unterschiede gibt.

Zum Beispiel haben die Männchen größere Eckzähne als die Weibchen.

Generell sind die Männchen größer.

Außerdem erreichen die Weibchen die Geschlechtsreife schon mit etwa 6 Jahren, während die Männchen etwa zwei Jahre später mit etwa 8 Jahren geschlechtsreif werden.

Berberaffe auf dem Boden

Interessant: Hast du auf dem vorherigen Bild gesehen, dass die Berberaffen keinen Schwanz haben? Das ist eine Anpassung an ihre Art und Weise sich fortzubewegen. Daher werden die Berberaffen manchmal auch als Menschenaffen wie Schimpansen oder Gorillas bezeichnet, da diese keinen Schwanz haben. Allerdings sind Berberaffen Affen mit einem rudimentären Schwanz. Andere Makaken wie beispielsweise die Rhesusaffen haben einen Schwanz.

Während meines Besuchs konnte ich verschiedene soziale Interaktionen zwischen den Affen beobachten. Anscheinend unterscheidet sich das Verhalten der Berberaffen auf dem Affenberg nicht signifikant vom Verhalten ihrer Artgenossen in Marokko und Algerien.

Ich beobachtete ein paar junge Berberaffen, die spielten.

spielende Berberaffen
spielende Berberaffen
spielende Berberaffen

Das Sozialverhalten der Berberaffen ist sehr komplex, da sie in Gruppen mit mehreren Männchen und Weibchen leben. Während die Weibchen in der Gruppe wo sie geboren werden bleiben, wandern die Männchen in andere Gruppen. Die Männchen verlassen ihre Geburtsgruppe in der Regel zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr. In dem Alter sind die Männchen noch jung und nicht so stark. Daher werden sie nicht als Konkurrenten gesehen und es ist für sie einfacher, sich in eine neue Gruppe zu integrieren. Manchmal aber bilden auch einige Männchen zusammen vorrübergehend eine Gruppe.

Aufgrund diesen Verhaltens besteht eine Gruppe aus verwandten Weibchen und nicht-verwandten Männchen aus anderen Gruppen.

Da Berberaffen in sozialen Gruppen leben, kann man unterschiedliche Verhaltensweisen wie Spielen, Lausen, aber auch Aggressionen beobachten.

Ranghohe und dominante Berberaffen sind dabei besonders oft in Interaktionen wie Lausen innerhalb der Gruppe zu beobachten.

Interessant: Wusstest du, dass eine Gruppe Berberaffen bis zu 80 Tiere umfassen kann? Allerdings erreicht die Durchschnittsgruppe eine Anzahl von etwa nur 40 Affen.

In einem Moment beobachtete ich zwei Berberaffen, die sich gegenseitig lausten. Andere Affen dagegen kuschelten sich zusammen.

drei Berberaffen
lausender Berberaffe

Lausen ist eine sehr wichtige Aktivität unter den Makaken. Wobei das Lausen nicht nur dem Entfernen von Parasiten und dem Säubern des Fells dient. Affen wie die Berberaffen nutzen das Lausen, um soziale Bindungen zu festigen damit sie in der Zukunft in Konfliktsituationen potentiell unterstützt werden.

Ich verbrachte besonders viel Zeit unter einem Baum auf dem es sich drei Berberaffen auf einem Ast bequem gemacht hatten.

Berberaffen auf einem Baum

Waren sie miteinander verwandt?

Vielleicht.

Sicher konnte ich mir allerdings nicht sein.

Vielleicht war es eine Mutter mit ihren zwei Töchtern?

Zumindest einer der Affen war jünger.

Berberaffe auf einem Ast

Weibchen bringen in der Regel nur ein Baby alle 1,3 Jahren zur Welt.

Im Durchschnitt bekommen sie ihr erstes Baby mit 5,3 Jahren.

Interessant: Wusstest du, dass die Weibchen ihre Babys auf Bäumen zur Welt bringen? Dadurch ist ihr Nachwuchs vor möglichen Räubern wie dem Panther, den Schakalen oder Füchsen geschützt.

Ich beobachtete ihre Interaktionen, konnte ihre Bedeutung aber nur erraten.

Falls du mehr über den Gesichtsausdruck von Berberaffen wissen möchtest, gibt es folgenden wissenschaftlichen Artikel.

Berberaffen auf einem Baum
Berberaffen auf einem Baum

Mit viel Glück, kann man viele verschiedene Verhaltensweisen wie beispielsweise klettern, schlafen, dösen, Gras fressen, Babys tragen, spielen, Wasser trinken u.v.m. beobachten.

Man braucht nur Glück und Geduld.

Ich konnte unter anderem den kleinen Berberaffen der Dreiergruppe von einem Ast hängen beobachten. Ich fand diesen kleinen Berberaffen sehr unterhaltsam.

Außerdem war ich beeindruckt wie stark und beweglich diese Affen sein können.

spielender Berberaffe
spielender Berberaffe

In diesem Moment erinnerte ich mich an die Südlichen Spinnenaffen in Brasilien. Während die Spinnenaffen einen Greifschwanz haben, den sie beim Klettern und der Fortbewegung einsetzen, fehlt den Berberaffen so einen Schwanz

Aber die Berberaffen können trotzdem sehr gut klettern. Auch ohne so einen Greifschwanz.

Unter dem kletternden Affen war noch ein anderer, der gerade vor sich hindöste.

schlafender Berberaffe

Da es ein so heißer Tag war, sah ich einige der Berberaffen in den verschiedensten (und lustigsten) Positionen schlafen. Berberaffen halten sich meistens während des Tages auf dem Boden auf. Vor allem zum Fressen. In der Nacht schlafen sie allerdings in den Bäumen.

Obwohl es auf dem Affenberg Salem keine Räuber gibt, schlafen auch die Berberaffen dort in der Nacht auf den Bäumen.

schlafender Berberaffe
schlafender Berberaffe

Der Affenberg ist sehr populär und das liegt wahrscheinlich auch daran, weil es auf dem Affenberg Salem erlaubt ist, die Berberaffen mit Popcorn zu füttern.

Berberaffe wird mit Popcorn gefüttert

Einige der Affen sitzen irgendwo entlang des Weges und warten auf den nächsten Besucher, der sie füttert.

Berberaffe wartet auf Popcorn

Wichtig zu erwähnen ist hier auch noch, dass das Popcorn für die Berberaffen nur ein zusätzlicher Leckerbissen ist. Die Makaken auf dem Affenberg Salem bekommen hauptsächlich Früchte, Gemüse und Samen, wobei sie sich nicht nur pflanzlich ernähren. Sie fressen manchmal auch Insekten wie Ameisen oder Heuschrecken.

Berberaffe im Gras

In ihrer natürlichen Umgebung ändert sich die Ernährung der Affen je nach Jahreszeit und Nahrungsverfügbarkeit. Die Berberaffen sind Allesfresser und können sich daher sehr gut an jahreszeitliche Schwankungen anpassen. Anscheinend wurde bei halb-freien Berberaffen schon beobachtet, dass sie sich auch von Vögeln und kleinen Säugetieren ernähren können. Daher scheint das Fressverhalten der Berberaffen sehr flexibel zu sein, was positive Auswirkungen auf ihre zukünftige Überlebensfähigkeit haben könnte.

Wichtig: Bitte beachte die Regeln des Affenbergs Salem. Es muss ein Abstand von mehr als 1 Meter zu den Tieren gehalten werden. Es ist erlaubt, die Affen mit Popcorn zu füttern, aber das Popcorn wird von den Mitarbeitern des Affenbergs ausgeteilt. Bitte füttere die Tiere nicht mit anderem mitgebrachten Essen.

Trotzdem ist der Berberaffe eine bedrohte Art. Daher schreibe ich im nächsten Abschnitt, welchen Bedrohungen diese Tiere ausgesetzt sind und welche Artenschutzmaßnahmen - einschließlich durch den Affenberg Salem - durchgeführt werden.

Artenschutz bei Berberaffen

Auf dem Affenberg Salem bekam ich mit, dass Lebensraumzerstörung und die Landwirtschaft die Hauptbedrohungen für den Berberaffen sind. Entwaldung und große Viehherden sind zwei Gründe, warum Berberaffen ihren natürlichen Lebensraum verlassen müssen. Da Berberaffen Zedern- und Eichenwälder bevorzugen, wird ihr Lebensraum immer mehr fragmentiert, da aus dem Zedern- und Eichenholz Möbel und Kunstwerk hergestellt wird.

Obwohl die Berberaffen sich tagsüber viel auf dem Boden aufhalten, brauchen sie den Wald, da sie dort in der Nacht schlafen und auch dort ihre Babys zur Welt bringen.

Auf dem Affenberg Salem beobachtete ich auch einige der Berberaffen während des Tages in den Bäumen.

Berberaffe auf einem Baum
Berberaffe auf einem Baum

Ich denke die Zerstörung unserer Umwelt und daher auch die Zerstörung von wichtigem Lebensraum für Wildtiere findet nicht nur da statt wo die Berberaffen leben. Das heißt in Algerien und Marokko. Ich muss nur an die Goldenen Löwenäffchen oder Südliche Spinnenaffen und die Guyana-Delfine in Brasilien denken. Und ich bin sehr besorgt darüber. Vor allem weil die globale Bevölkerung immer noch weiter und weiter wächst.

Viehherden, die wichtigen Lebensraum der Berberaffen überweiden, haben negative Konsequenzen auch für die Pflanzenwelt. Ziegen und Schafe beseitigen Wald und Unterbewuchs, so dass die Regeneration von Bäumen und Sträuchern verhindert wird. Es gibt nicht nur weniger Pflanzenbewuchs dadurch, die Pflanzenvielfalt scheint auch weiter abzunehmen. Für die Berberaffen direkt sind außerdem noch die Hirtenhunde ein Problem, da sie die Wasserquellen für die Viehherden schützen.

Wusstest du? Laut neuesten Schützungen aus den Jahren 2006 und 2007 gibt es nur noch zwischen 6.000 und 10.000 Berberaffen in Marokko und Algerien. In der Vergangenheit lebten sie außerdem noch in Ägypten, Libyen und Tunesien wo sie mittlerweile schon ausgestorben sind.

Der Affenberg Salem ist übrigens eine Einrichtung, die versucht, Artenschutzmaßnahmen umzusetzen. Daher besuche ich auch gerne solche Orte und schreibe über diese. Zum Beispiel hat der Affenberg Salem in der Vergangenheit schon an Auswilderungsprogrammen teilgenommen. So wurden 1980 und 1986 etwa 600 Berberaffen ausgewildert. Da die Berberaffen auf dem Affenberg Salem fast so wie in ihrem natürlichen Lebensraum leben, kann man diese Affen auswildern.

barbary macaque in a tree
barbary macaque on the Affenberg Salem

Der Affenberg Salem kooperiert mit zwei weiteren Einrichtungen in Frankreich und England. Alle drei Einrichtungen zusammen beherbergen etwa 10% der weltweiten Berberaffen-Population.

Interessant: Wusstest du, dass die Streifgebiete der Berberaffen signifikant variieren können? Ein Streifgebiet kann 400 Quadratmeter umfassen oder bis zu 8 Quadratkilometer erreichen. Die Größe hängt davon ab, wie gut die Lebensraumqualität ist. Wenn die Nahrungsverfügbarkeit gut ist und genügend Wasserreserven und Schlafplätze vorhanden sind, dann sind die Streifgebiete kleiner.

Illegaler Wildtierhandel vor allem mit den Berberaffen-Babys ist ein weiteres Problem. Falsch verstandene Tierliebe und Nichtwissen sind die Hauptgründe, warum Berberaffen als Haustiere enden. Als Babys schauen die Berberaffen für viele Menschen niedlich aus, aber so ein Baby wurde seiner Mutter, Familie und Spielgefährten entrissen. Diese Affen sind oft traumatisiert. Einige Berberaffen enden sogar in Zirkussen, TV-Shows oder anderen Einrichtung der Unterhaltungsindustrie.

Aber auf dem Affenberg Salem können sie ein Leben führen, das mehr dem ähnelt, das sie in Marokko oder Algerien hätten.

Berberaffe auf dem Affenberg Salem

Ich denke, dass der Affenberg Salem eine sehr gute Arbeit leistet und die Besucher sehr gut aufklärt. Berberaffen sind keine Haustiere! Und Orte wo Tiere für die Unterhaltung von Menschen eingesetzt werden, sollten gemieden werden.

Wichtig: Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) ist ein Vertrag, das von 183 Ländern unterschrieben wurde (November 2019), um bedrohte Tiere und Pflanzen zu schützen. Das bedeutet auch, dass der Handel mit wilden Tieren - einschließlich Berberaffen in Marokko und Algerien - verboten und daher illegal ist.

Eine der größten Herausforderungen für den Schutz der Berberaffen ist wohl die Lebensraumerhaltung.

Vielleicht würde die Errichtung von mehr Naturreservaten dazu beitragen?

Vielleicht könnte das auch die lokale Bevölkerung unterstützen?

Vielleicht könnte das den Artenschutz von Berberaffen voranbringen?

Wichtig zu erwähnen ist hierbei aber auch noch, dass der Tourismus wilde Berberaffenpopuationen in der Vergangenheit schon negativ beeinflusst hat. Vor allem wenn Touristen anfangen die wilden Affen zu füttern, kann es sein, dass die Berberaffen sich vermehrt den vielbefahrenen Straßen nähern und bei Unfällen ums Leben kommen. Außerdem erhöht sich dadurch auch das Risiko für einen Affen, aus seinem Lebensraum entrissen zu werden.

So sehr ich eine verantwortungsvolle Begegnung mit Berberaffen unterstütze, denke ich, dass wir auch mehr in Bildung investieren müssen wie man wilden Tieren - einschließliche den Berberaffen - begegnet.

Praktische Informationen

Anreise zum Affenberg Salem

Bitte schaue auf meinen Blogeintrag über die Storchenstation auf dem Affenberg Salem vorbei, um zu erfahren, wie du am besten anreist.

Quellen und weitere Informationen über Berberaffen

"The Amazing World of the barbary macaque" von Wild Futures

"Berberaffe oder Magot (Macaca sylvanus)" auf der Biologie Seite

Mehr über Berberaffen auf Wikipedia

Mehr über Berberaffen auf BMAC (Barbary Macaque Awareness & Conservation)

Offizielle Webseite des Affenbergs Salem

"Gestural communication in macaques: usage and meaning of nonvocal signals" von Dario Maestripieri

Cindy in den Nachrichten

Warst du schon mal auf dem Affenberg Salem? Wie fandest du es? Und was hast du über die Berberaffen gelernt? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

sitzender Berberaffe
Berberaffe Nahaufnahme

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