Das Ozeaneum in Stralsund an der Ostsee

Das Ozeaneum in Stralsund ist ein Museum in dem man mehr über das Leben im Meer lernen kann. Sei es über all die Weltmeere oder über die Ostsee. Das Ozeaneum hat einiges Wissenswertes für Meeresenthusiasten zu bieten. Auch Kinder können in diesem Museum spielerisch etwas mehr über all die Lebewesen unter Wasser lernen.

Riesenkalmare in den Weiten des Tiefen Ozeans. Die noch wenig erforschten Tiefsee-Anglerfische. Oder die Artenvielfalt an wirbellosen Tieren in den Weltmeeren. Es gibt noch so vieles was wir über all die Lebewesen weltweit in den Ozeanen nicht wissen. Man sagt sogar, dass wir mehr über den Mond als über unsere Meere wissen. Ist das der Grund, warum so viele Menschen vom Leben unter der Wasseroberfläche fasziniert sind?

Mich hat das Meer schon früh auf irgendeine Art und Weise begeistert. Auch wenn ich erst mit achtzehn zum ersten Mal das Meer sah. Bücher und Naturdokumentationen weckten in mir das Interesse, diesen geheimnisvollen Ort auf unserem Planeten näher zu „erforschen“.

Wenn man nicht gerade die Möglichkeit hat, mit dem Boot ins Meer hinauszufahren, ist ein Besuch im Museum auch ein sehr guter Ort, das Meer mit seinen vielfältigen und unterschiedlichen Lebensformen besser kennenzulernen. Im Norden von Deutschland - in Stralsund - gibt es zum Bespiel das Ozeaneum über das ich in diesem Beitrag schreibe.

Ozeaneum
Ozeaneum

Doch ein Museum sollte kein Ort sein, wo man unbedingt einfach mal gewesen sein muss. Wichtiger ist es, dass jeder Einzelne aus seinem Besuch etwas herausholt. Wissen. Inspiration. Oder Aktionen für den Meeresschutz. Was auch immer. Irgendwas. Daher werde ich hier in diesem Blogbeitrag die Dinge vorstellen, die ich gelernt habe.

Tipp: Neben dem Ozeaneum gibt es in Stralsund auch noch das Meeresmuseum. Dieses Museum befindet sich in der Straße Katharinenberg 14-20, 18439 Stralsund. Auf der offiziellen Webseite gibt es mehr Informationen über das Museum.

Betritt man das Ozeaneum, kauft die Eintrittskarten und folgt den Pfeilen hoch über eine Rolltreppe, erreicht man drei Walskelette. Auf dem folgenden Bild ist das Skelett eines Finnwales (Balaenoptera physalus) abgebildet. Daneben gibt es noch ein Pottwalskelett (Physeter macrocephalus) und das eines Zwergwales (Balaenoptera acutorostrata) zu betrachten.

Finnwalskelett im Ozeaneum

Die Skelette lassen einen über die Größe dieser Meeressäugetiere staunen. Der tote Finnwal, von dem man das Skelett präpariert und im Museum ausgestellt hat, wurde übrigens 2005 in der Südlichen Ostsee gefunden. Vermutlich starb das Tier an Stress, weil es sich in die flachen Boddengewässer verirrt hatte und auf eine Sandbank geschwommen war. Wahrscheinlich führte dieser Stress zu einem Kreislaufversagen.

Läuft man etwas weiter, trifft man auf Vitrinen, in der man ein Herz und eine Luftröhre eines Finnwales bestaunen kann.

Herz eines Finnwals
Luftröhre eines Finnwals

Interessant: Das Herz eines Finnwales mag riesig erscheinen, aber im Vergleich zu seiner Körpergröße ist es nicht außergewöhnlich groß. Wusstest du, dass der Puls eines Finnwales mit 8 Herzschlägen pro Minute um 10 Mal langsamer ist als der eines Menschen? Je größer ein Säugetier ist, desto geringer ist seine Herzfrequenz.

Das Ozeaneum hat verschiedene Ausstellungen. Eine der ersten Ausstellungen, die wir uns angesehen haben, war die der Weltmeere.

Es war dunkel, aber ein angenehm blauer Schimmer ließ die kunstvoll hergerichteten Ausstellungsexponate wie die einer Staatsqualle (Agalmopsis elegans) im schönsten Licht strahlen. All die Informationen drumherum ließen uns ehrfürchtig und sprachlos zurück.

Ausstellungsexponat im Ozeaneum

Die Ozeane sind einfach nur gigantisch. Mit einer Gesamtfläche von 361 Millionen Quadratkilometern und einer durchschnittlichen Tiefe von 3.790 Metern, bedecken die Weltmeere etwa 70% unserer Erde.

Wow! Um nur ein paar wenige Zahlen zu nennen...

Natürlich wird man in der Weltmeere-Ausstellung nicht nur mit Zahlen und Fakten überschüttet. Nein. Mich persönlich haben vor allem auch die kunstvollen gläsernen Exponate beeindruckt. Wie die einer Staatsqualle - der Portugiesischen Galeere (Physalia physalia).

Portugiesische Galeere im Ozeaneum

Staatsquallen wie die Portugiesische Galeere gehören zu den Nesseltieren. Allgemein lässt sich sagen, dass Nesseltiere einfach gebaute Tiere sind, die aus mehreren Zellen bestehen. Sie besitzen Nesselkapseln in ihren Nesselzellen, mit denen sie ihre Beute fangen. Daher auch der Name Nesseltiere. Der Körper einer Portugiesischen Galeere besteht aber aus hunderten Einzeltieren - den sogenannten Polypen. Einzeln sind diese Polypen nicht überlebensfähig. Jedes einzelne Tier übernimmt eine Aufgabe. Sei es zum Beutefang oder zur Fortpflanzung.

Nichtsdestotrotz, weitere Ausstellungsstücke, die mich stauen ließen, waren die der Juwelenkalmare.

Juwelenkalmare im Ozeaneum

Juwelenkalmare leben in einer Tiefe zwischen 200 und 1.000 Metern. Ihre rote Färbung schützt sie vor ihren Fressfeinden. Denn rotes Licht kann nicht in tiefes Wasser durchdringen. Juwelenkalmare haben außerdem Leuchtzellen, mit denen sie ihre Räuber verwirren, aber auch Artgenossen und Beute anlocken können.

Die Staatsquallen und die Juwelenkalmare haben mir in der Ausstellung über die Weltmeere am besten gefallen, weil sie so kunstvoll schön ausgestellt waren.

Information: Die Ausstellung über die Weltmeere ist sehr umfangreich. Man kann auch noch die unterschiedlichsten Kalkformationen bestaunen. Oder mehr über die Anpassungen der Tiere lernen wie sie mit extremsten Bedingungen - wie beispielsweise dem zunehmenden Druck in der Tiefe - klarkommen. Es gibt im Ozeaneum viel zu entdecken.

Folgt man den Pfeilen im Ozeaneum weiter, gelangt man zur Ausstellung über die Ostsee.

Man erfährt unter anderem mehr über die verschiedenen Salzgehalte der Ostsee und welche Auswirkungen diese auf die Meerestiere haben. So können sich viele Meeresorganismen nicht mehr vermehren, wenn der Salzgehalt zu niedrig ist. Das hat dann auch Auswirkungen auf das Artenreichtum.

Salzwassergehalt in der Ostsee

Eine besondere Erwähnung bekommen auch die Schweinswale der Ostsee in dieser Ausstellung. Denn in den flachen und ruhigen Gewässern der Ostsee bringen die Mütter der Schweinswale ihre Kälber zur Welt und verbringen dort auch mehrere Monate. Neben etwas Biologie über diese Meeressäugetiere, erfährt man auch mehr über ihre Populationen. Forscher gehen nämlich von zwei getrennten Populationen in der Ostsee aus. Während in der westlichen Ostsee noch von etwa 30.000 Schweinswalen ausgegangen wird, sind es in der südwestlichen Ostsee vermutlich nur noch 200-600 Tiere. Vor 100 Jahren waren die Schweinswale dagegen noch häufiger. Heute sind sie leider nur noch in der westlichen Ostsee in einer größeren Anzahl zu beobachten.

Schweinswale im Ozeaneum

Ich habe über die Schweinswale in der Flensburger Förde in einem früheren Blogbeitrag geschrieben.

In der Ostsee leben aber noch weitere Meeressäugetiere wie beispielsweise Robben. Allerdings leben von den Robben nur drei Arten in der Ostsee. Und zwar die Kegelrobbe (Halichoerus grypus), der Seehund (Phoca vitulina) und die Ringelrobbe (Pusa hispida botnica).

So lernt man unter anderem mehr über die verschiedenen Jagdmethoden der Kegelrobben. Oder was die Barthaare - auch Vibrissen genannt - bei den Kegelrobben für eine Bedeutung beim Jagen haben. Neben der Biologie der Kegelrobben bekommt man auch mehr Informationen bezüglich ihrer Bestände.

Interessant: Die Barthaare ermöglichen es den Kegelrobben auch im Trüben zu fischen. Denn sie können mit diesen Barthaaren die Wasserbewegungen von Fischen wahrnehmen. Auch noch in 40 Meter Entfernung. Ihre Tauchgänge können bis zu 20 Minuten andauern und sie können bis zu 30 km/h schnell schwimmen.

Kegelrobben, aber auch die anderen Robben wurden Anfang des 20. Jahrhunderts stark bejagt. In den 70er Jahren nahmen ihre Bestände aufgrund der industriellen Schadstoffe und des zunehmenden Tourismus weiter ab. Heute sieht es glücklicherweise anders aus. Denn heute wachsen die Populationen der Kegelrobben und Seehunde wieder. Der Bestand der Ringelrobben stagniert allerdings.

In den folgenden zwei Bildern sind eine Kegelrobbe (links) und ein Seehund (rechts) abgebildet.

Kegelrobbe auf Helgoland
Seehund auf Helgoland

Man kann in den Ausstellungsräumen des Ozeaneums lange verweilen. Auch die Kreidefelsen auf Rügen oder der Bodden in Mecklenburg-Vorpommern finden einen Platz in der Ausstellung. Doch irgendwann ist genug. Selbst an einem Tag kann man nicht alles, was das Ozeaneum zu bieten hat, betrachten, lesen oder bestaunen.

So gingen wir weiter zu den Aquarien. Die Aquarien sind aufgeteilt in Offener Atlantik, Nordsee, Ostsee und Pinguine.

In den Aquarien beobachtete ich unter anderem Seehasen (Cyclopterus lumpus, links) und Forellen (Salmo trutta, rechts).

Seehase im Ozeaneum
Forellen im Ozeaneum

Möchte man zu den Pinguinen - um genauer zu sein zu den Humboldtpinguinen (Spheniscus humboldti) - muss man ganz nach oben. Dort befinden sich auch die Räume für die Ausstellung Meer für Kinder, wo Kinder auch einen Ort zum Spielen finden. Wir gingen jedoch nach draußen. Also dort wo die Pinguine verweilten.

Humboldtpinguine im Ozeaneum

Ihren ursprünglichen Lebensraum haben die Humboldtpinguine normalerweise an den Küsten Perus und Chiles. Die Tiere im Ozeaneum stammen allerdings aus anderen zoologischen Einrichtungen, die am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm teilnehmen. Das heißt, sie wurden nicht aus ihrem Lebensraum gerissen.

In freier Wildbahn sind Humboldtpinguine „gefährdet“ (Englisch: „vulnerable“). Auch wenn durch das zur Schau stellen der Pinguine im Ozeaneum etwas für deren Arterhalt gemacht wird, hat mich ihr Anblick trotzdem an dem Tag etwas traurig gestimmt. Es kann doch nicht sein, dass man Pinguine irgendwo in Deutschland oder in anderen zoologischen Einrichtungen züchten muss, weil sie in ihrem natürlichen Lebensraum so vielen Bedrohungen ausgesetzt sind und immer weniger werden. Zu ihren Bedrohungen gehören Überfischung der Meere, Meeresverschmutzung, Zerstörung ihrer Bruthöhlen durch den Guanoabbau und Beifang in Fischernetzen. Das waren bestimmt noch nicht alle Bedrohungen…

Interesssant: Viele andere Pinguinarten kommen weiter südlicher im Südpolarmeer vor. Nicht jedoch der Humboldtpinguin. Er liebt die nährstoffreichen Gewässer des Humboldtstroms. Dort finden sie an der Westküste Südamerikas ein reichhaltiges Fischangebot. Am liebsten fressen sie Sardellen.

Nichtsdestotrotz versuchten wir nach den Pinguinen, weiter den Pfeilen zu folgen. Auch wenn es eigentlich gut beschildert war, spätestens nach den Pinguinen hatten wir die Orientierung etwas verloren. Da ich unbedingt die lebensgroßen nachgebildeten Meerestiere sehen wollte und ich auch ehrlich gesagt schon sehr viele Informationen aufgenommen hatte, hielten wir uns nicht so lange in der Ausstellung Erforschung und Nutzung auf. Was aber nicht bedeutet, dass diese Ausstellung nicht sehenswert ist. Dort geht es unter anderem auch um die globale Klimaerwärmung.

Da wir aber schon mit Informationen gesättigt waren, liefen wir zum Abschluss zur Ausstellung 1:1 Riesen der Meere. Dort kann man sich ein bisschen wie unter Wasser fühlen. Die Halle ist in ein blaues Licht gehüllt, in der originalgetreue Modelle verschiedener Meeresbewohner von der Decke hängen. Ein richtig kurioser Fisch, den ich noch nie im Meer gesehen habe, ist der Mondfisch.

Mondfisch im Ozeaneum

Wenn man bedenkt, dass aus den Eiern Larven schlüpfen, die nur zwei bis drei Millimeter groß sind, aber ein Mondfisch bis zu drei Meter lang werden kann, ist es schwer, da wieder aus dem Staunen rauszukommen. Hinzu kommt, dass die Mondfische mit ihren bis zu 2,4 Tonnen die schwersten Knochenfische sind. Wow.

Gespannt schaute ich dann vom Mondfisch aus Richtung der Walmodelle. Ich entdeckte einen Buckelwal und einen Schwertwal.

Buckelwale im Ozeaneum
Orcas im Ozeaneum

Tipp: Es findet in regelmäßigen Abständen eine Multimediashow statt. Dazu kann man sich auf eine der Liegen legen und den Worten zuhören. Es geht in der Multimediashow vor allem um die Gefährdung der Wale in den Meeren. Die Ausstellung befindet sich in einer Halle mit vier Ebenen. In der untersten Ebene kann man die Multimediashow anschauen und anhören.

Staunen ließ mich vor allem das Modell eines Pottwals wie er mit einem Riesenkalmar kämpfte. Pottwale können nämlich bis zu 3.000 Meter tief tauchen und jagen Tintenfische wie z.B. die Riesenkalmare. Anscheinend hat bis jetzt noch nie ein Mensch so einen Kampf sehen können. Aber Reste von Riesenkalmaren in den Bäuchen der Pottwale und Abdrücke von Saugnäpfen der Riesenkalmare deuten darauf hin, dass es zwischen Pottwalen und Riesenkalmaren wohl zu Kämpfen kommt.

Pottwal im Ozeaneum

In der ersten Ebene unten lässt sich zum Abschluss auch noch ein Riesenkalmar (natürlich nicht mehr lebendig) bestaunen. Da so wenig über diese Tiere bekannt ist, ist so ein Riesenkalmar zum Ende der Ausstellung natürlich noch etwas ganz Besonderes.

Nachdem wir noch an ein paar Schwarzen Seegurken (Holothuria forskali) vorbeiliefen, war es für uns an dem Tag Zeit, das Ozeaneum zu verlassen.

Seegurken im Ozeaneum

Interessant: Es liegen übrigens immer wieder kleine Informationskärtchen für Kinder und Jugendliche aus. So auch über die Seegurke. Auf diesen Kärtchen erfährt man weiteres über die Lebensweise vieler Meeresorganismen. Wusstest du zum Beispiel, dass Seegurken zur Verteidigung ihre Organe aus ihrem Körper schleudern, um Angreifer zu verjagen? Danach müssen die Organe erst wieder nachwachsen, bevor sie sie wieder als Waffe einsetzen können.

Auch wenn ein Gang ins Museum wie in das Ozeaneum einen Tag am oder auf dem Meer nicht ganz ersetzen kann, ist es trotzdem ein toller Ort, etwas mehr in die Tiefen der Meere „einzutauchen“.

11 Dinge, die ich im Ozeaneum gelernt habe

1. Quallen bestehen aus fast nur Wasser

Quallen bestehen zu 98% aus Wasser. Dadurch sind sie perfekt an ein Leben unter Wasser angepasst und können dem Druck in den Tiefen der Meere widerstehen. Menschen haben keine solche Anpassungen. Menschen können sich nur kurzfristig in Tiefen von bis zu 200 Metern aufhalten. Sie können nämlich den Druck in solchen Tiefen nicht langfristig standhalten.

Auf dem Foto ist eine Kompassqualle (Chrysaora sp.) abgebildet.

Kompassqualle im Ozeaneum

2. Meerestiere sind an ein Leben unter Druck angepasst

Auch Pottwale sind an ein Leben unter Druck sehr gut angepasst. Sie haben Gewebebänder, die die Rippen beweglich mit der Wirbelsäule verbinden. Dadurch kann der Druck des Wassers in den Tiefen der Meere die Lunge zusammenpressen. Darüber hinaus schützt ein plattenförmiges Brustbein das Herz vor dem Druck. Pottwale können bis zu 3.000 Meter in die Tiefe tauchen. Bis jetzt ist der Pottwal Weltrekordhalter unter den Säugetieren.

Pottwalskelett im Ozeaneum

3. Fische müssen trinken

Müssen Fische trinken? Spannende Frage. Ja. Sie müssen. Denn Fische im Meer leben in einer salzreichen Umgebung. Ihre Umgebung ist salzreicher als ihre Körperflüssigkeit. Daher müssen Fische im Meer trinken, weil sie stets Wasser über die Kiemen an ihre salzreiche Umgebung verlieren. Damit die Salzkonzentration in ihrem Körper niedrig bleibt, können sie außerdem auch Salz über Poren in den Kiemen nach außen abscheiden.

Fische im Ozeaneum

4. Der Salzgehalt beeinflusst die Größe von Miesmuscheln

In der zentralen Ostsee nimmt der Salzgehalt ab. In der Gotlandsee beträgt er nur noch 10 Gramm pro Liter. Dort werden die Miesmuscheln nicht so groß wie in der westlichen Ostsee. In der westlichen Ostsee nimmt der Salzgehalt zu und erreicht seinen Höchststand mit 30 Gramm pro Liter im Kattegat. Dort erreichen die Miesmuscheln auch ihre maximale Größe.

Miesmuscheln im Ozeaneum

5. In der Ostsee leben drei Robbenarten

In der Ostsee leben drei Robbenarten. Dazu gehören die Kegelrobbe, die Ringelrobbe und der Seehund. Während die Kegelrobben in der gesamten Ostsee vorkommen, lebt die Ringelrobbe nur in der nördlichen Ostsee in vier voneinander getrennt lebenden Populationen. Seehunde kann man vor allem in der westlichen Ostsee beobachten, da sie von der Nordsee aus in die Ostsee eingewandert sind.

Auf dem Foto ist eine Kegelrobbe abgebildet.

Kegelrobbe auf Helgoland

6. Warum heißt der Bodden Bodden?

Warum heißt der Bodden eigentlich Bodden? Bei dem Bodden handelt es sich um flache Küstengewässer, die nur etwa zwei bis fünf Meter tief sind. Diese Boddengewässer findet man im Norden Mecklenburg-Vorpommerns. Wahrscheinlich heißen diese Küstengewässer Bodden, weil sich der Boden bei diesen Gewässern nur in geringer Tiefe befindet.

Bodden in Mecklenburg-Vorpommern

7. Der häufigste Küstentyp in der Ostsee sind die Schärengärten

Der häufigste Küstentyp an der Ostsee ist allerdings nicht die Boddenlandschaft im Norden Deutschlands, sondern die Schärenküsten weiter nördlich in den skandinavischen Ländern. Vor einigen Jahren konnte ich diese Art von Küste mit seinen Schärengärten in Finnland selbst erleben. Bei den Schärengärten handelt es sich um kleine Inseln, die vor diesen Küsten liegen. Ich war überwältigt von der Landschaft.

Schärengarten in Finnland

8. Welche Unterschiede gibt es zwischen Meeressäugetieren und Fischen?

Welche Unterschiede gibt es zwischen den Fischen und Meeressäugetieren. Sowohl Fische, als auch Meeressäugetiere sind mit ihren stromlinienförmigen Körpern perfekt an ein Leben unter Wasser angepasst. Es gibt dennoch Unterschiede. Meeressäugetiere müssen zum Atmen an die Luft kommen. Denn ihre Lungen können den Sauerstoff nur über die Luft aufnehmen. Fische dagegen nehmen den Sauerstoff unter Wasser über ihre Kiemen auf.

Auf dem Bild ist ein Großer Tümmler (Tursiops truncatus) abgebildet.

Große Tümmler in Südafrika

9. Meerestiere sind mit ihren Körpern perfekt an ein Leben unter Wasser angepasst

Kalmar, Robbe, Schildkröte, Pinguin, Delfin, Hai und Knochenfisch haben eines gemeinsam. Sie haben eine ähnliche Körperform, die man als Tropfenform bezeichnen kann, die es ihnen aber ermöglicht, sich schnell und wendig unter Wasser fortzubewegen. Die Entwicklung ähnlicher Merkmale in einem Lebensraum bei verschiedenen Lebewesen, also Lebewesen, die nicht miteinander verwandt sind, nennt man Konvergenz.

Auf dem Bild ist ein Jungtier eines Brillenpinguins (Spheniscus demersus) abgebildet.

Brillenpinguin in Südafrika

10. Krebstiere sind die häufigsten Organismen in den Meeren

Wusstest du, dass Wale und Delfine und auch Fische nur einen relativ kleinen Prozentteil an den im Meer lebenden Organismen ausmachen? Mit 19% liegen Krebstiere an der Spitze. Danach folgen mit 17% Weichtiere, mit 12% Fische und mit je 10% Einzellige Mikroorganismen und Pflanzen. Etwas weniger sind Ringelwürmer mit 7% und Nesseltiere mit 5%. Plattwürmer, Stachelhäuter und Schwämme sind zu je 3% unter den Organismen vertreten. An letzter Stelle stehen Moostierchen mit 2% und Manteltiere mit 1%. Die restlichen 8% sind alle anderen Organismen.

Auf dem Foto ist eine Westatlantische Reitkrabbe (Ocypode quadrata) abgebildet.

Westatlantische Reitkrabbe in Brasilien

11. Das Ozeaneum hat vier Standorte

Neben dem Ozeaneum gibt es noch drei weitere Museen. Da wäre zum einen das Meeresmuseum, das sich auch in Stralsund befindet. Und zum anderen das Natureum und Nautineum. Das Natureum befindet sich auf Fischland-Darß-Zingst und das Nautineum auf Dänhom (zwischen Stralsund und Rügen). Da ich bis jetzt nur im Ozeaneum war, kann ich mich zu den anderen Museen nicht äußern.

Frage: Falls du das Ozeaneum in Stralsund kennst, was hast du dort gelernt? Oder was hat dich besonders fasziniert? Wenn du das Ozeaneum nicht kennst, gibt es irgendwelche anderen Fakten oder Besonderheiten, die dich am Lebensraum Meer zum staunen gebracht haben? Lass es mich doch in den Kommentaren wissen.

Unser Umgang mit dem Meer...

Plastikverschmutzung. Überfischung der Meere. Und das Verfangen von Meeressäugetieren in den Netzen der Fischerei. Natürlich sind das auch Themen im Ozeaneum. All die Themen sind sehr besorgniserregend und ich denke für viele nicht neu!

Was ich aber im Ozeaneum erfahren habe, ist, dass viele Fische eigentlich viel größer und älter werden könnten, würde der Mensch sie nicht für den eigenen Konsum jagen (Bild: Dorsch/Kabeljau - Gadus morhua).

Kabeljau/Dorsch im Ozeaneum

Dazu gehören unter anderem der Rote Thunfisch (Thunnus thynnus), die Scholle (Pleuronectes platessa), der Rotbarsch (Sebastes marinus) und der Heilbutt (Hippoglossus hippoglossus). Diese Fische werden nicht mehr so alt und groß wie sie es eigentlich natürlicherweise könnten. Außerdem sind vor allem die älteren weiblichen Fische für die Vermehrung wichtig, weil sie mehr Nachkommen erzeugen können. Am meisten Schaden richtet die industrielle Fischerei an. Sie - und natürlich auch der Verbraucher! - sind dafür verantwortlich, dass die Fischbestände immer weiter schrumpfen. Oft gelangen auch viele Jungfische in die Netze, so dass diese Tiere nicht mal mehr die Gelegenheit haben, sich fortzupflanzen.

Ganz am Anfang der Ausstellung werden die Besucher auf ein weiteres Problem in den Meeren aufmerksam gemacht. Der Lärm.

Lärmverschmutzung

Auch wenn unsere Meere auf den ersten Blick eher still und beruhigend auf uns wirken, so führt die zunehmende Nutzung der Meere durch den Menschen zu einem immer lauteren Lebensraum für die Tiere unter Wasser. Sei es durch die Motoren und Propeller der Schifffahrt. Oder durch Sonargeräte zum Erkunden von Rohstoffen im Meeresboden. Aber auch der Tourismus trägt mit seinen Motorbotten, Jet- und Wasserskis zu einem lauten Meer bei. Hinzu kommt, dass immer entlegenere Orte angefahren werden, weil man ja möglichst unberührte Natur entdecken will. Besonders laut sind Unterwasserexplosionen. Auch diese haben eine fatale Auswirkung auf viele Meerestiere (siehe dazu meinen Beitrag zu den Schweinswalen in der Flensburger Förde).

Information: Die lauten Meere haben natürlich auch Auswirkungen auf die Meerestiere. Sei es bei der Kommunikation, der Orientierung und Nahrungssuche, aber auch bei der Partnersuche. Der von Menschen erzeugte Lärm beeinflusst das Leben. Das Ozeaneum ist bemüht, seine Besucher über diese Art von Umweltverschmutzung aufzuklären.

Ein weiteres Problem ist der Sauerstoffmangel in den Meeren. Durch zu viel Düngemittel vermehrt sich das Plankton so stark, dass an manchen Orten zu viel Sauerstoff verbraucht wird. Denn das Plankton sinkt auf den Meeresboden wo es Bakterien unter Sauerstoffverbrauch zersetzen. Ist der Sauerstoff an einem Ort verbraucht, kann dort kein Leben mehr entstehen. Auch die Ostsee ist vom Sauerstoffmangel betroffen.

Eine weitere Herausforderung ist natürlich auch die globale Erderwärmung. Also DIE Herausforderung der aktuellen Zeit...

Praktische Informationen zum Ozeaneum

Das Ozeaneum befindet sich in der Nähe des Hafens der Stadt in der Hafenstraße 11, 18439 Stralsund. Die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit. Bitte besuche die offizielle Webseite des Ozeaneums, um die aktuellsten Öffnungszeiten zu erfahren. Dort erhält man auch weitere Informationen über die aktuellen Ticketpreise und eine Anfahrtsbeschreibung.

Aussicht auf Stralsund vom Ozeaneum

Wir bezahlten pro Ticket 17 Euro für den Eintritt. Darüber hinaus bezahlte ich noch je 1 Euro für einen Audioguide und eine Fotoerlaubnis.

Das Ozeaneum lässt sich in folgende Bereiche einteilen:
Weltmeer-Ausstellung
Ostsee-Austellung
Ostsee-Aquarium
Erforschung und Nutzung der Meere
Nordsee-Aquarium
Meer für Kinder & Pinguin-Anlage
1:1 Riesen der Meere
Offener Atlantik-Aquarium

Die Ausstellungen sind zum Teil sehr umfangreich. Man kann je nach Lust und Laune beliebig lange in einen Themenbereich eintauchen.

Ozeaneum

Tipp: Für Kinder gibt es zusätzlich noch eine interessante Bildungswebseite. Diese heißt Kindermeer. Dort findet man neben Spielen auch viel Wissenswertes über all die Meerestiere in unseren Ozeanen. Aber auch die Sammelkarten, die im Museum für die Kinder ausgelegt sind.

Quellen und Links über das Ozeaneum

Offizielle Webseite des Ozeaneums

Offizielle Webseite des Natureums auf Fischland-Darß-Zingst

Offizielle Webseite des Meeresmuseums

Offizielle Webseite des Nautineums

Interaktive Webseite über die Meere für Kinder

Kennst du das Ozeaneum im Stralsund? Wie hat dir das Museum gefallen? Was hast du gelernt? Gibt es ein anderes Museum über die Meere an einem anderen Ort, das du empfehlen kannst?

Ozeaneum
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