Schweinswale in der Ostsee – Bitte lesen und unterstützen!

Schweinswale in der Ostsee sind vom Aussterben bedroht. Um so unfassbarer ist es, dass es in der Nord- und Ostsee - also im Lebensraum der Schweinswale - Meeresschutzgebiete gibt, wo Fischereimethoden wie die Stellnetzfischerei noch stattfinden dürfen. Daher unterstütze ich die Kampagne der WDC „Rettet die Schweinswale - Stellnetze raus aus Schutzgebieten“. Wie du auch die Schweinswale unterstützen kannst, erfährst du in diesem Beitrag!

Ein Meer voller Plastik. Ein Lebensraum, der durch Schadstoffe belastet ist und die Überlebensfähigkeit vieler Tiere beeinflusst. Oder Lärmverschmutzung.

Schweinswale in der Ostsee - und natürlich viele andere Tiere auch - haben es nicht leicht in ihrem Lebensraum.

Als wären Plastikmüll und Umweltverschmutzung nicht schon genug, denen Schweinswale in der Ostsee ausgesetzt sind.

Nicht unerwähnt möchte ich hier die Unterwasser-Sprengungen in der Ostsee lassen, die in der Vergangenheit schon zum Tod von Schweinswalen geführt haben. Von den Unterwasser-Sprengungen in der Ostsee hörte ich zum ersten Mal während einer Schweinswal-Tour in der Flensburger-Förde. Und genau in jenem Jahr ein paar Wochen später Ende August fanden im Fehmarnbelt wieder solche Unterwasser-Sprengungen (Minensprengungen) statt. Untersuchungen von Schweinswalen, die daraufhin an Stränden aufgefunden wurden deuten zudem darauf hin, dass diese Minensprengungen zum Tod der Meeressäugetiere geführt hatten. Vor Kurzem wurde dann auch offiziell bestätigt, dass der Tod von mindestens 8 Schweinswalen auf ein Explosionstrauma hindeuten.

Schweinswal in Vitrine

Information: Schweinswale haben ein sehr gutes Gehör und nutzen wie alle anderen Zahnwale die Echoortung zur Orientierung in ihrem Lebensraum. Schweinswale sind auf ein gutes Gehör angewiesen, da sie die Echoortung auch zum Jagen von Fischen einsetzen.

Gut ist, dass solche Sprengversuche jetzt vorübergehend ausgesetzt sind (was aber nicht bedeutet, dass sie jetzt grundsätzlich nicht mehr stattfinden werden).

Nicht so gut ist, dass gegen eine der Hauptursachen, die für den Tod zahlreicher Schweinswale verantwortlich ist, noch zu wenig getan wird.

Und zwar handelt es sich dabei um das Verfangen vieler Schweinswale in sogenannten Stellnetzen.

Ich berichtete in meinem früheren Blog-Beitrag darüber, dass etwa 150 bis 200 Schweinswale pro Jahr an die deutsche Ostseeküste angespült werden, wovon die Hälfte auf die Stellnetzfischerei zurückgeführt werden kann.

Im Jahr 2016 wurden besonders viele tote Schweinswale in Deutschland an der Nordsee (206 Tiere) und der Ostsee (221 Tiere) gefunden.

Das sind besorgniserregende Zahlen. Zwar ist der Schweinswal als Art (Phocoena phocoena) laut der IUCN als nicht gefährdet gelistet (Englisch: „Least Concern“), doch sind einzelne Schweinswal-Populationen gefährdet.

Buch über Wale und Delfine
Schweinswale in der Ostsee

So auch die Schweinswale in der Ostsee. Laut Schätzungen soll es nur noch ein paar Tausend von ihnen in der westlichen Ostsee und ein paar wenige Hundert in der zentralen Ostsee geben.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat in seiner aktuellen Liste bedrohter Tierarten den Schweinswal in der Ostsee nun schließlich als vom Aussterben bedroht eingestuft (Liste ist bestellbar auf der Internetseite des Bundesamt für Naturschutz).

Daher sollten Schutzmaßnahmen besonders gut umgesetzt werden, um nicht nur den Schweinswal selbst sondern auch seinen Lebensraum zu schützen.

Zwar wurde ein Teil des Lebensraums der Schweinswale unter Schutz gestellt (seit 2007 gibt es acht Schutzgebiete vor den deutschen Küsten und seit 2016 wurden diese Schutzgebiete zu Naturschutzgebieten erklärt), doch werden dort in diesen Gebieten nach wie vor Fangmethoden wie die Stellnetzfischerei eingesetzt, die diese Meeressäuger gefährden. Denn die Schweinswale können sich in den Netzen verfangen und ertrinken.

Schutzgebiete in der Ost- und Nordsee

Und das obwohl Schweinswale eigentlich streng geschützt sind und alle Aktivitäten, die diese Tiere stören oder töten untersagt sind!

Information: Wusstest du, dass es sowohl nach EU- als auch nach deutschem Recht verboten ist, Schweinswale weder zu stören, zu töten noch zu fangen? Trotzdem finden Unterwasser-Sprengungen in deutschen Gewässern statt und zerstörerische Fischereimethoden werden eingesetzt. Hinzu kommt der Schiffsverkehr und die Lärmverschmutzung.

Um so verwunderlicher ist es daher, dass es bis jetzt keine Einschränkungen in der Fischerei in diesen Naturschutzgebieten gibt.

Ein Grund dafür ist der mangelnde Wille politischer Entscheidungsträger ökosystemfreundliche Fischfangmethoden in den Meeresschutzgebieten, die sowohl den Schweinswalen helfen als auch den Lebensraum intakt halten würden, durchzusetzen.

Die Kampagne der WDC

Daher setzt sich die WDC (Whale and Dolphin Conservation) dafür ein, schädigende Fischereimethoden innerhalb von Schutzgebieten ganz zu verbieten. Zwar könnte man diese ökosystemschädigende Methoden in der Fischerei auch räumlich und zeitlich beschränken (z.B. sich den Paarungs- und Gebärzeiten von Schweinswalen oder den Wanderungen der Seevögel anpassen), doch fehlen dazu wichtige Kenntnisse über die genauen räumlichen und zeitlichen Aufenthaltsorte vieler Tiere - vor allem der der Schweinswale.

WDC
Stellnetze raus

Ich frage mich:

Wie kann es sein, dass nach wie vor schädigende Fischereimethoden wie Stellnetze, aber auch Grundschleppnetze, die den Meeresboden zerstören, in Meeresschutzgebieten (!) zugelassen sind?

Warum hat die Natur einen so geringen Stellenwert in unserer Gesellschaft?

Und warum ist der Aufschrei bis jetzt so leise?

Das ist für mich ein Grund, die aktuelle Kampagne „Rettet die Schweinswale – Stellnetze raus aus Schutzgebieten“ der WDC zu unterstützen!

Denn obwohl die EU-Kommission Druck auf Deutschland ausübt, verweigern sich unsere politischen Entscheidungsträger, die Stellnetzfischerei in Meeresschutzgebieten zu verbieten!

In der Kampagne der WDC wird folgendes gefordert:

Stellnetze raus aus Meeresschutzgebieten.

Beifang verhindern.

Alternative Fischereimethoden fördern.

Das ist deswegen so besonders wichtig, weil es schätzungsweise nur noch wenige hundert Schweinswale in der östlichen und zentralen Ostsee geben soll!

Toter Schweinswal

Information: Die Whale and Dolphin Conservation (kurz: WDC) ist eine weltweit agierende Organisation, die sich dem Schutz von Walen und Delfinen verschrieben hat. Ihre Ziele sind es unter anderem die Lebensräume dieser Meeressäugetiere zu schützen, sich gegen den Beifang in der Fischerei oder die Schließung von Delfinarien einzusetzen.

Was können wir – was kannst du – tun?

  • Petition der WDC unterzeichnen!
  • Auf der Internetseite der WDC kannst du ein Aktionspaket, das du per E-Mail erhältst, bestellen. Dieses Aktionspaket beinhaltet u.a. zahlreiche Informationen, aber auch Fotos und vorbereitete Texte, die du mit hoffentlich vielen anderen teilst. Damit die Welt von der Not der Schweinswale in der Ostsee erfährt!

Es gibt noch sehr viel mehr was jeder Einzelne für den Schweinswal und für das Ökosystem Meer machen kann. Plastikmüll vermeiden. Fischkonsum überdenken. Und insgesamt über das eigene Konsumverhalten nachdenken.

Natürlich kommt all das insgesamt der Natur zu Gute.

Darüber hinaus glaube ich - nein, ich bin davon überzeugt - dass eine Begegnung mit einem Schweinswal oder einem anderen Wal oder Delfin dazu beitragen kann, Menschen von der Schönheit dieser Tiere zu überzeugen, um so den Artenschutz und sowieso den Schutz unserer Ökosysteme voranzubringen. Genau deswegen gibt es auch diesen Blog!

Falls du von meiner Begegnung mit den Schweinswalen in der Ostsee mehr wissen möchtest, dann kannst du gerne meinen früheren Blog-Beitrag lesen (Link weiter unten).

Mehr Informationen über Schweinswale in der Ostsee

Mehr Informationen über die Kampagne der WDC erfährst du auf ihrer Webseite.

Eine Begegnung mit dem Schweinswal in der Flensburger Förde.

Rote Liste gefährdeter Arten

Machst du bei der Aktion mit? Was hat dich dazu bewegt? Hast du schon einmal einen Schweinswal in freier Wildbahn gesehen? Lass es mich doch in den Kommentaren wissen!

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