Einfarbstare in Tarifa, Spanien

Einfarbstare in Tarifa sind allgegenwärtig und prägen das Bild des kleinen Küstenortes. In dichten Schwärmen ziehen sie über Dächer und Himmel und sorgen für eine besondere Atmosphäre in Tarifa. Bei meinem Besuch im Oktober konnte ich dieses Schauspiel ebenso genießen wie die Vielfalt weiterer Vogelarten entlang der Küste.

Meine Ohren klingelten vom lauten Autolärm, während ich mir meinen Weg durch die dichte Menschenmenge bahnte. Plötzlich ließ mich ein vielstimmiges Gezwitscher aus einem Baum mitten im Trubel der Stadt innehalten. Was waren das für auffallend laute Vögel?

So hatte ich meine erste Begegnung mit den Einfarbstaren – allerdings nicht in Tarifa, sondern in Málaga, wo meine Reise begann. Es war bereits Abend, die Dunkelheit hatte sich ausgebreitet, doch die Stare in den Bäumen schienen vom Zwitschern nicht genug zu bekommen. Wow. So viele Vögel in einem einzigen Baum. Leider war es schon zu dunkel, um sie genauer zu erkennen.

Umso größer war meine Freude, als ich die Einfarbstare in Tarifa später wiederentdeckte. Auch dort machten sie vor allem am Morgen und am Abend mit ihrem lauten, lebhaften Gezwitscher auf sich aufmerksam.

Einfarbstare in Tarifa

Besonders interessant war jedoch, dass die Einfarbstare in Tarifa nicht allein in dem Baum nahe meiner Unterkunft saßen. Ich wohnte in der Avenida Andalucía, wo ein großer Baum stand, der reichlich Platz für zahlreiche Einfarbstare bot.

Doch dieser Baum wurde nicht nur von Einfarbstaren bewohnt. Nein – sie teilten ihn sich nicht nur mit ihren Artgenossen, sondern auch mit Kuhreihern, die dort gemeinsam mit ihnen rasteten.

Kuhreiher in Tarifa

Bevor ich jeden Abend in meine Unterkunft zurückkehrte, blieb ich stehen und beobachtete das lebhafte Treiben im Baum. Größere Konflikte zwischen den Vögeln konnte ich dabei nicht erkennen.

Insgesamt schienen sie sich den Baum friedlich zu teilen – auch wenn mir sicher nicht alles auffiel. Schließlich war es bereits dunkel, und die Vögel saßen hoch oben in den Zweigen.

Kurz vor Sonnenuntergang trafen zahlreiche Vögel im Baum ein, doch sobald die Dunkelheit hereinbrach, kehrte Ruhe ein.

Ich fand dieses Zusammenspiel unglaublich spannend: Einfarbstare und Kuhreiher teilten sich die Bäume. Genau genommen müsste man jedoch eher von Staren im Allgemeinen sprechen, denn neben den Einfarbstaren gesellten sich auch die mir vertrauten Stare dazu. Auf die Unterschiede zwischen diesen beiden Arten gehe ich weiter unten noch genauer ein.

Einfarbstare in Tarifa

Information: Falls du mehr über die Stare erfahren möchtest, die ich sonst in Berlin beobachte, wirf gerne einen Blick in einen meiner früheren Blogbeiträge. Dort berichte ich regelmäßig über meine Beobachtungen, zum Beispiel im Rahmen der Stunde der Wintervögel oder der Stunde der Gartenvögel.

Nichtsdestotrotz beobachtete ich eines Morgens, als ich vom Naturpark El Estrecho zurückkam, besonders viele Einfarbstare in Tarifa in den Mauern des Turms Torre de Aljaranda. Da ich nach meiner frühmorgendlichen Wanderung im Naturpark El Estrecho zunächst eine Pause brauchte, entschied ich mich zu gehen. Gleichzeitig nahm ich mir vor, am nächsten Morgen an diesen Ort zurückzukehren, um die Einfarbstare dort besser und länger zu beobachten.

Und genau das tat ich dann.

Einfarbstare in Tarifa

Ich machte mich gegen acht Uhr auf den Weg, denn an diesem Tag ging die Sonne in Tarifa um 8:37 Uhr auf. Pünktlich zum Sonnenaufgang wollte ich am Turm Torre de Aljaranda sein.

Die ersten Stare entdeckte ich bereits noch vor Sonnenaufgang. Das Licht war zu dieser Zeit noch grau und gedämpft, doch die Einfarbstare suchten sich dennoch eifrig Plätze zum Rasten. Ob auf den Mauern, an einem Balkongeländer oder in einer Palme – sie schienen überall zu sein.

Ich hatte das Gefühl, ihnen auf Schritt und Tritt zu begegnen.

Einfarbstare in Tarifa
Einfarbstare in Tarifa
Einfarbstare in Tarifa

Die Einfarbstare in Tarifa erfüllten meinen Morgen mit ihren wunderschönen Gesängen. Stare sind allgemein für ihre lauten und komplexen Lautäußerungen bekannt – sie können sogar die Rufe anderer Tiere und Vögel nachahmen. In Berlin fallen sie mir besonders auf, wenn sie mit ihren ziehenden, ansteigenden Pfeiftönen auf sich aufmerksam machen.

Meistens singen sie von einer erhöhten Warte – in Tarifa waren es oft die Mauern, die ihnen als Bühne dienten. Oder ein Balkongeländer.

Einfarbstare in Tarifa

Der Tag versprach wieder sehr warm zu werden, doch zunächst verdeckte eine Wolke die Sonne, sodass sich der eigentliche Sonnenaufgang etwas verzögerte. Das Licht wirkte noch weich und gedämpft, fast so, als würde die Stadt noch schlafen. Trotzdem erwachten die Vögel schon und füllten die Stille mit ihrem lebhaften Zwitschern.

Sonnenaufgang in Tarifa

Schließlich drang das warme Sonnenlicht über die Dächer von Tarifa und tauchte natürlich auch die Einfarbstare in goldenes Licht.

Einfarbstare in Tarifa

Das Konzert der Einfarbstare in Tarifa setzte sich fort. Ich beobachtete drei von ihnen, die sich scheinbar einen Überblick über die Szenerie verschaffen wollten. Mal sangen sie, mal putzten sie ihr Gefieder, und dann schauten sie einfach nur in die Umgebung. Einer der Einfarbstare war besonders aufmerksam und blickte immer wieder in meine Richtung. Beobachtete er mich wohl genauso wie ich ihn? Störte es ihn, dass ich ihn so ansah – oder war es ihm völlig egal?

Einfarbstare in Tarifa

Ich nahm viel Bewegung unter den Einfarbstaren wahr. Auch die Stadt schien langsam aufzuwachen: Handwerker gingen ihrer Arbeit nach, die Straßen wurden gereinigt, und eine Familie betrachtete vom Balkon eines Hotels den Sonnenaufgang.

Während um mich herum das Leben erwachte, richteten sich meine Augen weiterhin auf die Einfarbstare, die den Morgen mit ihrem Treiben füllten.

Einfarbstare in Tarifa
Einfarbstare in Tarifa
Einfarbstare in Tarifa
Einfarbstare in Tarifa

Neben den Einfarbstaren entdeckte ich in Tarifa auch noch weitere Vogelarten – dazu mehr im nächsten Abschnitt. Schon am frühen Morgen war in dem kleinen Städtchen einiges los, und das im Oktober.

Ich beschloss, die Straße María de Molina entlangzuspazieren. Nur wenige Autos fuhren hier vorbei, und so hatte ich Muße, nicht nur weitere Vögel zu beobachten, sondern auch einen schönen Ausblick auf Tarifa zu genießen. Selbst eine Möwe schien sich einen Überblick über den erwachenden Morgen in der Stadt verschaffen zu wollen.

Vögel in Andalusien
Vögel in Andalusien
Vögel in Andalusien

Doch da es in der Straße María de Molina ruhig war – fast zu ruhig – entschloss ich mich, zum Turm Torre de Aljaranda zurückzukehren. Ich hoffte, dort noch mehr Einfarbstare an den Mauern beobachten zu können.

Am Tag zuvor, als ich vom Naturpark El Estrecho zurückkam, hatte ich bereits viele Einfarbstare an den Mauern gesehen. Mit dem Sonnenaufgang und dem warmen Licht, das nun die Mauern anstrahlte, gesellten sich noch viel mehr Stare dazu und füllten die Szenerie mit ihrem lebhaften Treiben.

Einfarbstare in Tarifa
Einfarbstare in Tarifa
Einfarbstare in Tarifa
Einfarbstare in Tarifa
Einfarbstare in Tarifa

Die meisten Einfarbstare in Tarifa beobachtete ich tatsächlich an diesem Turm an jenem Morgen. Doch auch tagsüber lassen sich die Einfarbstare hier und da an den verschiedensten Orten entdecken.

So begegneten mir die Einfarbstare auch am Strand Playa de los Lances. Dort konnte ich beobachten, wie sie in Schwärmen zusammen mit zahlreichen Sperlingen aufflogen und elegant über den Strand hinwegzogen.

Einfarbstare am Playa de los Lances

Oder in unmittelbarer Nähe von Kuhreihern.

Stare und Kuhreiher in Andalusien

Dort entdeckte ich auch einen Star, den man aus der Ferne leicht mit dem Einfarbstar verwechseln könnte. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt: Welche Unterschiede gibt es zwischen Einfarbstaren und Staren?

Einfarbstar und Star – ein Vergleich

Stare zählen weltweit zu den artenreichsten Familien der Singvögel, den Sturnidae. Zu ihnen gehören über 30 Gattungen mit nahezu 120 Arten – beeindruckend, oder?

Die beiden Stare, um die es hier geht, stammen aus der Gattung Sturnus: der Einfarbstar (Sturnus unicolor, linkes Foto) und der Gemeine Star, meist einfach „Star“ genannt (Sturnus vulgaris, rechtes Foto).

Einfarbstar
Star

Information: Einen weiteren Vertreter der Stare konnte ich in Südafrika beobachten: den Rotschwingenstar. Über welche anderen Vogelarten ich dort noch berichten konnte, erzähle ich in einem Blogbeitrag zu meinen Vogelbeobachtungen in Südafrika.

Auch wenn der Einfarbstar dem Gemeinen Star sehr ähnlich ist, erkennt man schnell die Unterschiede: Im Gegensatz zum gefleckten Gefieder des Stars trägt der Einfarbstar ein ungeflecktes, tiefschwarzes Gefieder mit metallischem Glanz. Seine Beine sind rosafarben, der Schnabel gelblich und teils dunkel gespitzt.

Dabei ist zu beachten, dass sich die Färbung – insbesondere von Schnabel und Beinen – je nach Schlicht- oder Prachtkleid verändern kann.

Einfarbstare in Tarifa

Außerdem hat der Einfarbstar verlängerte Federn an Kopf und Brust. Auch das konnte ich bei meinen Beobachtungen in Tarifa gut sehen.

Einfarbstare in Tarifa

Der Gemeine Star hingegen entwickelt im Herbst die charakteristischen weißen Tupfen, weshalb er auch „Perlstar“ genannt wird. Diese nutzen sich bis zum Frühjahr größtenteils ab, sodass das glänzend grün-violette Gefieder des Prachtkleids zum Vorschein kommt.

Den folgenden Star habe ich im Winter in Berlin beobachtet.

Star in Berlin

In Berlin habe ich bislang noch keinen Einfarbstar gesehen – was allerdings nicht ungewöhnlich ist. Einfarbstare sind vor allem im Süden Mitteleuropas verbreitet, mit ihrem größten Verbreitungsgebiet in Spanien und Portugal. Darüber hinaus kommen sie an der Nordwestküste Afrikas sowie auf Inseln wie Sardinien und Sizilien vor.

Der Gemeine Star besitzt hingegen ein deutlich größeres Verbreitungsgebiet. Zwar ist er überwiegend auf der Nordhalbkugel heimisch, wurde jedoch auch in Australien, Neuseeland, Südafrika und Argentinien eingeführt und ist dort heute verbreitet.

Interessanterweise werden auf der Iberischen Halbinsel dennoch mehr Einfarbstare als Gemeine Stare beobachtet. Laut iNaturalist gibt es aktuell über 8.500 Beobachtungen von Einfarbstaren in Spanien und knapp über 3.000 in Portugal. Demgegenüber stehen mehr als 2.300 Beobachtungen des Gemeinen Stars in Spanien und etwa 600 in Portugal (Stand März 2026).

Einfarbstare in Tarifa
Star in Berlin

Das bedeutet, dass eine Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Arten vor allem in Südeuropa besteht. In Berlin ist sie hingegen praktisch ausgeschlossen, da dort bislang ausschließlich Gemeine Stare vorkommen.

In Spanien oder Portugal sollte man dagegen genauer hinschauen, um Einfarbstar und Gemeinen Star sicher auseinanderzuhalten.

Einfarbstare in Tarifa

Information: Wenn du mehr über meine Beobachtungen des Gemeinen Stars in Berlin erfahren möchtest, findest du diese unter anderem in meinem Blogbeitrag zur Stunde der Wintervögel. In den Berliner Parks begegne ich diesen Vögeln regelmäßig.

Die Vögel Tarifas

Auf der Suche nach den Einfarbstaren begegneten mir noch viele weitere Vogelarten. Der erste Vogel, den ich an diesem Morgen entdeckte, war allerdings kein Einfarbstar, sondern eine Samtkopf-Grasmücke. Dieser wunderschöne Vogel war mir bereits am Vortag im Naturpark El Estrecho begegnet.

Leider waren die Lichtbedingungen nicht optimal, da es zur Zeit des Sonnenaufgangs noch recht dunkel war. Die Samtkopf-Grasmücke zeigte sich mir an diesem Morgen aber gleich mehrfach entlang der Mauer, offenbar auf Nahrungssuche.

Vögel beobachten in Andalusien
Vögel beobachten in Andalusien

Auf Nahrungssuche waren auch die Haussperlinge.

Vögel beobachten in Andalusien
Vögel beobachten in Andalusien

Während ich die Mauern nach Einfarbstaren absuchte, entdeckte ich hier und da einen Haussperling. Mit ihrem unauffälligen Gefieder waren sie deutlich besser getarnt als die Einfarbstare.

Vögel beobachten in Andalusien

Auch die Möwen waren bereits unterwegs.

Als ich mich von der Mauer entfernte, entdeckte ich auf einem steinernen Geländer eine Taube, die dort ruhig hockte – eine Haustaube.

Vögel beobachten in Andalusien

Und dann hörte ich einen mir immer vertrauter werdenden Gesang. Ich vermutete sofort, dass sich eine Samtkopf-Grasmücke in einem der Bäume verstecken müsste. Inzwischen hatte ich den Gesang schon mehrmals gehört – und tatsächlich: Es war die Samtkopf-Grasmücke. Für mich ein kleines, aber feines Erfolgserlebnis.

Vögel beobachten in Andalusien

Einen Vogel vermisste ich an diesem Morgen jedoch besonders: das Schwarzkehlchen. In Tarifa begegneten sie mir sonst fast überall, doch an der Mauer des Turms Torre de Aljaranda waren sie diesmal gar nicht zu sehen. Aber klar, eine Steinmauer ist auch nicht ihr bevorzugter Lebensraum... Dafür kann man die Schwarzkehlchen umso häufiger am Strand Playa de los Lances sehen (Foto).

Auch wenn ich an diesem Morgen keine Schwarzkehlchen beobachten konnte, war es ein wunderbarer Morgen voller Begegnungen und Beobachtungen – ein kleiner Einblick in die vielfältige Vogelwelt Tarifas.

Vögel beobachten in Andalusien

Information: Wenn du noch mehr über die Vogelwelt Tarifas im Oktober erfahren möchtest, wirf doch einen Blick in meinen früheren Beitrag. Dort berichte ich nicht nur von meinen Begegnungen mit den Schwarzkehlchen, sondern auch von vielen anderen Arten.

Mehr Informationen

Vögel beobachten im Naturpark El Estrecho und am Strand Playa de los Lances

Vögel in Barbate

Wale und Delfine in Tarifa

Hast du die Einfarbstare in Tarifa auch schon beobachtet? Oder hast du Einfarbstare oder Gemeine Stare an einem anderen Ort erlebt? Lass es uns doch in den Kommentaren wissen.

Einfarbstare in Tarifa
Einfarbstare in Tarifa

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