Im Oktober bietet die Region um Barbate in Andalusien fantastische Möglichkeiten, Vögel zu beobachten. In diesem Blogbeitrag über Vögel in Barbate berichte ich von den verschiedenen Vogelarten, die mir in dieser Ecke Spaniens begegnet sind. Wer gerne Vogelarten in Spanien entdecken möchte, findet hier zahlreiche faszinierende Begegnungen.
Schwarzkehlchen im Naturpark El Estrecho, Flamingos am Strand Playa de los Lances und unzählige Einfarbstare im Zentrum von Tarifa – das kleine Städtchen, der südlichste Ort des europäischen Festlands, ist ein einzigartiger Platz für Vogelbeobachtungen. Hier treffen nicht nur Atlantik und Mittelmeer aufeinander, was vielen Meeressäugetieren eine reiche Nahrungsquelle bietet, sondern von Tarifa sind es auch nur noch 14 km über das Wasser bis zum afrikanischen Kontinent.
Doch an einem Tag zog es mich weg von Tarifa, um Vögel in Barbate zu beobachten und in der Hoffnung, einen ganz besonderen Vogel zu entdecken: den Waldrapp. Um es gleich vorwegzunehmen: Leider hatte ich kein Glück. Zwar halten sich die Waldrappe im Herbst und Winter in der Umgebung von Barbate in Andalusien auf, doch keiner von ihnen zeigte sich an diesem Tag.
Stattdessen begegneten mir zahlreiche andere Vogelarten. Zunächst entdeckte ich in Barbate unter einer Brücke an einer vielbefahrenen Straße zahlreiche Mittelmeermöwen.
Die Gegend um Barbate zeichnet sich durch lange Sandstrände, felsige Buchten, aber auch durch Marschland und Pinienwälder aus – ideale Orte für schöne Wanderungen und Vogelbeobachtungen. Besonders interessant ist der Bereich, wo der Fluss Barbate ins Meer mündet: Hier treffen unterschiedliche Lebensräume aufeinander, und viele Vogelarten nutzen die Küstenbereiche als Nahrungsquelle oder Rastplatz.
An diesem Morgen entdeckte ich dort einen Stelzenläufer, der elegant durch das seichte Wasser streifte. Sein filigraner Gang und das schnelle Aufpicken von Nahrung im Wasser machten ihn zu einem echten Blickfang.
Etwas weiter entfernt huschte ein Sandregenpfeifer vorbei. Solche Vögel sind faszinierend – auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass ich diese Vögel aus der Familie der Regenpfeifer oft erst im Nachhinein bestimmen kann, da ich sie so selten sehe und ich sie nicht mit anderen Regenpfeifern verwechseln will.
Interessanterweise sind mir Sandregenpfeifer bereits auf Island und Borkum begegnet. Diese Regenpfeiferarten lassen sich also an recht unterschiedlichen Orten beobachten. Später entdeckte ich zudem einige Exemplare in der Umgebung von Lissabon, was zeigt, wie weit verbreitet und dennoch eigenartig verstreut diese Vögel sind.
Information: Auf Island konnte ich die Sandregenpfeifer auf der kleinen Insel Grímsey beobachten – mehr dazu findest du in einem meiner früheren Blogbeiträge. Welche Vogelarten mir neben den Sandregenpfeifern auf Borkum begegneten, habe ich ebenfalls in einem Blogbeitrag festgehalten.
An mehreren Orten begegneten mir Einfarbstare. In Spanien und Portugal überwiegt ihre Anzahl deutlich gegenüber den Gemeinen Staren. Zwar überschneiden sich die Verbreitungsgebiete der beiden Arten auf der iberischen Halbinsel, doch im nördlichen Europa kommen ausschließlich Gemeine Stare vor. Da ich in Barbate nur einheitlich schwarz gefärbte Stare beobachtete, konnte ich dort ausschließlich Einfarbstare zu meinen Beobachtungen zählen.
Natürlich ließen sich auch in Barbate wieder zahlreiche Schwarzkehlchen blicken. Zwar waren es nicht so viele wie in Tarifa, doch immer wieder tauchte eines vor mir auf. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits viele von ihnen gesehen hatte, hielt ich mich nicht lange bei ihnen auf – so schön sie auch waren.
Ich beschloss, die Brücke zu überqueren – vielleicht gab es auf der anderen Seite ja einen Ort, von dem aus man ebenfalls gut Vögel in Barbate beobachten konnte.
Die Umgebung von Barbate ist geprägt von Marschland, das sich entlang der Küste erstreckt. Zwischen den Wasserläufen und Salzwiesen lassen sich zahlreiche Vogelarten beobachten, die das Feuchtgebiet als Nahrungsquelle oder Rastplatz nutzen.
Dann sah ich einen Kuhreiher über mich hinwegfliegen. Schließlich landete er auf dem Geländer der Brücke, von wo aus er die Umgebung zu beobachten schien. Mit seinen wachsamen Blicken wirkte er, als prüfe er sorgfältig, wo er als Nächstes nach Nahrung suchen könnte.
Ich ging weiter. Von der Brücke aus erblickte ich eine Möwe – konnte es sich dabei etwa um eine Heringsmöwe handeln?
Frage: Kennst du dich mit Möwen aus? Falls ja, bin ich für jede Hilfe bei der Bestimmung dankbar. Hinterlasse gerne einen Kommentar.
Nicht weit entfernt entdeckte ich einen weiteren Vogel: einen Goldregenpfeifer. Wie schon die Sandregenpfeifer waren mir auch die Goldregenpfeifer von der Insel Grímsey in Island vertraut.
Zu den Vögeln, die mir von Grímsey vertraut vorkamen, zählt auch der Regenbrachvogel – wobei „vertraut“ hier nicht ganz stimmt, denn normalerweise sehe ich diese Vögel kaum, und so konnte ich ihn erst im Nachhinein bestimmen. Korrekt wäre zudem zu sagen, dass ich den Regenbrachvogel in Dalvík und nicht auf Grímsey beobachtet habe – von Dalvík aus fuhr ich später mit dem Schiff nach Grímsey.
Nichtsdestotrotz begegnete mir in Barbate erneut ein Regenbrachvogel, was mich sehr freute. Dort konnte ich ihn sogar besser beobachten als zuvor in Dalvík.
Ein Vogel, der mir wirklich vertraut ist – schließlich lebt er sogar in einer Großstadt wie Berlin – ist der Graureiher. Ich erkenne ihn sofort.
Der Tag war eigentlich angenehm warm, doch auf der Brücke, zwischen dem Straßenverkehr, fühlte es sich eher nach einem heißen Tag an. Hin und wieder fuhr jemand mit dem Fahrrad an mir vorbei, die meisten jedoch waren mit dem Auto unterwegs. Auf der anderen Seite der Brücke beobachtete ich Menschen, die zum Strand liefen.
An diesem Nachmittag lag mein Hauptfokus auf den Vögeln, doch die Gegend um Barbate zeigt, dass es dort auch sehr schön ist, die Küste und das Marschland zu genießen – ein Ort, an dem sich Naturbeobachtungen und die Ruhe der Landschaft wunderbar verbinden.
Von weitem entdeckte ich noch eine weitere mir bekannte Vogelart: den Steinwälzer. In Deutschland hatte ich ihn bereits auf Helgoland und Borkum gesehen, später dann auch im Norden von Lissabon. Wie die Regenbrachvögel gehören die Steinwälzer zu den Schnepfenvögeln. Besonders an dieser Beobachtung war, dass ich so viele von ihnen auf einmal sehen konnte.
Neben dem Steinwälzer und dem Regenbrachvogel gehört auch der Rotschenkel zu den Schnepfenvögeln. Mit seinem auffällig roten Bein und dem schlanken, leicht gebogenen Schnabel ist er leicht von anderen Watvögeln zu unterscheiden. Rotschenkel sind oft in feuchten Küstengebieten, Marschland oder an Flussmündungen anzutreffen, wo sie nach kleinen Wirbellosen im Schlamm suchen.
An der Stelle, an der ich den Rotschenkel beobachtete, begegnete mir auch erneut ein Sandregenpfeifer.
Und plötzlich tauchte wieder ein Goldregenpfeifer auf. Doch damit nicht genug – neben ihm stand ein Alpenstrandläufer. Auch diesen Vogel aus der Familie der Schnepfenvögel (und nicht der Regenpfeifer wie der Goldregenpfeifer) hatte ich bereits auf Island gesehen. Es war faszinierend zu beobachten, wie viele der Vögel, die mir auf Island begegnet waren, nun auch in Spanien zu sehen waren – ein interessanter Einblick in ihre weiten Verbreitungsgebiete.
Wie weiter oben schon erwähnt, kann ich bestimmte Vögel wie den Sandregenpfeifer oft erst im Nachhinein bestimmen. Der nächste Vogel ist der Grund dafür: der Seeregenpfeifer. Um Sandregenpfeifer und Seeregenpfeifer zuverlässig unterscheiden zu können, muss man die Vögel regelmäßig beobachten. Für mich war es in Barbate der allererste Seeregenpfeifer, den ich zu Gesicht bekam – ein besonderer Moment, der meine Begeisterung für diese Watvögel noch einmal verstärkte.
Information: Den Seeregenpfeifer habe ich mithilfe von iNaturalist bestimmen lassen. iNaturalist ist eine Citizen-Science-Plattform, auf der sich Menschen gegenseitig bei der Bestimmung von Arten unterstützen und ihre Beobachtungen teilen.
Zum Schluss entdeckte ich noch einen Seidenreiher. Diese eleganten Vögel sind mir in Spanien und Portugal schon mehrfach begegnet – unter anderem in Málaga, Tarifa und auch im nördlichen Lissabon. Besonders auffällig sind ihr schneeweißes Gefieder und der lange, schlanke Hals, mit dem sie geschickt nach Nahrung im Wasser suchen. Es war ein schöner Abschluss, diesen anmutigen Vogel zum Tagesende noch beobachten zu können.
Die Stadt Barbate selbst habe ich nicht erkundet, da ich noch vorhatte, nach den Waldrappen zu suchen. Da ich in der Umgebung von Barbate keinen Waldrapp entdeckte, verließ ich Barbate und machte mich auf den Weg zu einer Finca in der Umgebung, um dort nach ihnen zu suchen. Leider vergeblich. Daher kann ich nur wenige Eindrücke von Barbate selbst teilen.
Bevor ich zum Ende komme, sei erwähnt, dass ich auch durch Vejer de la Frontera fuhr. Dort soll es ebenfalls schon Waldrappe gegeben haben, doch gesehen habe ich auch dort keinen. Dafür boten sich mir wunderschöne Ausblicke auf die Umgebung. Ich denke, sowohl Barbate – insbesondere für die Beobachtung der Vögel in Barbate – als auch Vejer de la Frontera sind sehr schöne Ausflugsziele in Andalusien, die sich für Naturbeobachtungen und entspannte Spaziergänge eignen.
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Hast du schon mal Vögel in Barbate beobachtet? Falls ja, welche Vögel hast du dort gesehen? Lass es uns doch in den Kommentaren wissen.